BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Nahverkehr und mehr: Die Warnstreiks im Überblick | BR24

© BR

In fast allen größeren bayerischen Städten wird heute der öffentliche Nahverkehr bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks aufgerufen. Vereinzelt sind auch andere Einrichtungen wie etwa Kitas betroffen.

15
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Nahverkehr und mehr: Die Warnstreiks im Überblick

In fast allen größeren bayerischen Städten wird heute der öffentliche Nahverkehr bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks aufgerufen. Vereinzelt sind auch andere Einrichtungen wie etwa Kitas betroffen. Der Überblick:

15
Per Mail sharen
Von
  • Birgit Harprath
  • Erich Wartusch
  • BR24 Redaktion

In mindestens elf bayerischen Städten ruft die Gewerkschaft Verdi heute im öffentlichen Personen-Nahverkehr zu Warnstreiks auf. Betroffen sind München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Fürth, Coburg, Schweinfurt, Aschaffenburg, Landshut und Würzburg.

Verdi rechnet mit erheblichen Folgen für die Fahrgäste. Aufgerufen ist das Fahrpersonal von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen. Auch die Verkehrsbetriebe schließen massive Auswirkungen nicht aus, versuchen aber gegenzusteuern. Nicht betroffen vom Streik sind Regionalzüge und die S-Bahnen.

Der Streikbeginn wurde von Verdi auf Dienstag Betriebsbeginn festgelegt. In der Regel soll der Ausstand bis zum frühen Abend dauern. Nur in Nürnberg sind sogar 24 Stunden vorgesehen.

Die Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr im Überblick:

Oberbayern

  • München: Die U-Bahn-Linien werden von Betriebsbeginn bis etwa 18 Uhr vollständig ausfallen. Auch danach wird es laut der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bis in den Abend hinein zu Beeinträchtigungen kommen, da es eine Weile dauere, das System wieder "hochzufahren".
  • Bestreikt wird heute auch die Straßenbahn. Wie die MVG twittert, verkehren die Linien 16, 17, 19 und 27 im 20-Minuten-Takt. Alle anderen Linien sind nicht in Betrieb.
  • Da sich die privaten Busunternehmer und MVG-Kooperationspartner nicht am bundesweiten Warnstreik beteiligen, fahren die meisten Busse. Laut MVG fahren alle Linien zumeist im 20-Minuten-Takt.
  • Die S-Bahn wird nicht bestreikt.

Schwaben

  • Augsburg: Die Stadtwerke warnen die Fahrgäste, dass mit massiven Einschränkungen bei Bus- und Straßenbahnlinien zu rechnen sei. Man müsse sogar den Ausfall ganzer Linien einkalkulieren.

Niederbayern

  • Landshut: Die Stadtwerke Landshut rechnen ganztägig mit erheblichen Beeinträchtigungen im Schüler- und Stadtlinienverkehr.

    Oberpfalz

    Oberfranken

    • Coburg: Hier ist es bereits der dritte Streik innerhalb weniger Wochen. Ab dem frühen Dienstagmorgen werden keine Busse mehr fahren. Auch Schüler werden nicht befördert. In Coburg werden etwa 70 Beschäftigte streiken. Die SÜC teilte mit, ein Bus-Notbetrieb könne am Dienstag mangels Personal unter Corona-Bedingungen nicht stattfinden. Man habe Verständnis für aufgebrachte Fahrgäste und Eltern der busbeförderten Schüler, die die Leidtragenden der Streikmaßnahmen seien.
    • Bamberg: Hier sind laut Verdi insgesamt 160 Beschäftigte der Verkehrsbetriebe zum ganztägigen Streik aufgerufen. Somit ist auch in Bamberg die Schülerbeförderung in der Stadt betroffen. Nicht betroffen seien aber die Schüler, die aus dem Landkreis mit dem Bus nach Bamberg zur Schule fahren.

    Mittelfranken

    • Nürnberg: Straßenbahnen und U-Bahnen stehen von 5 Uhr bis Mitternacht still. Die VAG Nürnberg hat einen stark ausgedünnten Streikfahrplan auf Basis des Nightliner-Bus-Netzes angekündigt.
    • Fürth: Bei den Buslinien und der U-Bahn sind ganztägig Beeinträchtigungen zu erwarten. Die U-Bahnen stehen still. Vornehmlich mit privaten Verkehrsanbietern verkehren die Busse voraussichtlich nur im 30-Minuten-Takt auf Basis eines modifizierten Nightliner-Netzes.

    Unterfranken

    • Würzburg: Bestreikt werden ganztägig die innerstädtischen Buslinien. Die jeweiligen Landkreis-Linien sowie der Straßenbahnverkehr sind dagegen nicht betroffen.
    • Aschaffenburg: Bestreikt werden ganztägig die innerstädtischen Buslinien
    • Schweinfurt: Bestreikt werden ganztägig die innerstädtischen Buslinien.

    Weitere Warnstreiks im Öffentlichen Dienst

    Nicht nur im Personen-Nahverkehr mit seinen eigenen Tarifverträgen kommt es in Bayern zu Warnstreiks. Auch die Aktionen im Öffentlichen Dienst werden fortgesetzt:

    So ruft Verdi Bayern das Kita-Personal in Augsburg auf, die Arbeit niederzulegen. Die Eltern seien vorab informiert worden, heißt es von der Gewerkschaft. In den städtischen Kitas, die nicht von den Warnstreiks betroffen sind, findet – der Stadt Augsburg zufolge - nur ein eingeschränkter Betrieb statt. Besondere Aktivitäten, wie etwa geplante Ausflüge, entfallen. Im Hort werden keine Hausaufgaben gemacht.

    Auf ihrem Streikplan stehen auch mehrere Stadtverwaltungen in Schwaben, Oberbayern und Oberfranken und in Unterfranken die Stadtreinigung. In Würzburg etwa werden Müllabfuhr und Straßenreinigung nur eingeschränkt arbeiten. Die Papiertonnen werden lediglich in der Altstadt geleert, zudem stellt ein Notdienst der Containerabfuhr die Abfallentsorgung von Kliniken und Pflegeheimen sicher. Die Straßenreinigung wird in der Innenstadt durchgeführt. In den anderen Stadtteilen wird nur punktuell gereinigt.

    Am Klinikum Tirschenreuth in der Oberpfalz soll es zwar zu keinem Warnstreik kommen, der den Betrieb lahm legt, doch wollen Mitarbeiter ihre Forderungen in einer kleinen Demonstration artikulieren.

    Mehr Geld für 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte gefordert

    Die Warnstreiks im Öffentlichen Dienst sollen die Woche über weitergehen. Insgesamt sind 70 Aktionen geplant.

    Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro. Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

    Zwei Streiks in einem

    Es sind zwei Tarifkonflikte, wegen denen die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik aufgerufen hat – je nach Stadt hat es einen oder sogar beide Gründe. Zum einen liegt die Gewerkschaft im Clinch mit den kommunalen Arbeitgebern. Die Verhandlungen über Verbesserungen im Tarifvertrag Nahverkehr für den Freistaat haben am vergangenen Dienstag begonnen und werden im Oktober fortgesetzt.

    Aber Verdi fordert auch einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag. Dabei geht es unter anderem um Überstundenregelungen und individuelle Zuschläge – je nach Gehaltsstufe. Außerdem kämpft die Gewerkschaft um einen höheren Lohn mit dem Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen, der die privaten Unternehmen vertritt, die von den Städten häufig für den Nahverkehr beauftragt werden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!