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Warnstreiks im öffentlichen Dienst vor allem in München | BR24

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Die Streiks im Öffentlichen Dienst trafen heute vor allem München. Kundgebungen gab es unter anderem am Odeonsplatz und vor dem Klinikum Schwabing. Die Streikenden wünschen sich endlich mehr finanzielle Wertschätzung.

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Warnstreiks im öffentlichen Dienst vor allem in München

Vor allem in München gibt es heute Streiks im öffentlichen Dienst. Neben den Stadtwerken und Krankenhäusern werden auch Kindertagesstätten bestreikt – entgegen erster Pläne blieben auch ganze Einrichtungen zu.

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Von
  • Birgit Grundner
  • Annette Kugler

"Man hat uns beklatscht und trotzdem fallen gelassen", so ein Erzieher, der sich am Marienplatz in die Streiklisten eingetragen hat. Er arbeitet in einem Hort, der am Montag komplett geschlossen bleibt, so wie auch einige andere Kitas in der Landeshauptstadt.

Kita-Beschäftigte sorgen sich um ihre Gesundheit

Ursprünglich sollte aus jeder Kindertageseinrichtung nur eine Person zum Warnstreik aufgerufen werden, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Nun sind aber auch einzelne Einrichtungen komplett in den Ausstand gegangen. "Es geht auch um unsere Gesundheit" – diesen Satz hört man auf dem Marienplatz immer wieder.Denn viele sind sauer, dass die Stadt nicht die im Rahmenhygieneplan vorgesehene "rote Phase" eingeleitet hat, als die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in München den Schwellenwert 50 überschritt. In Kitas gäbe es dann nur noch eine Notbetreuung für eine begrenzte Zahl von Kindern. Es blieb aber erst einmal bei der "gelben Phase", in der alle Kinder weiter kommen können, aber innerhalb ihrer jeweiligen Gruppe bleiben müssen.

Von mangelnder Wertschätzung ist die Rede, und von schlechten Rahmenbedingungen – permanent seien sie unterbesetzt, erzählt eine Erzieherin. Und eine Kollegin ergänzt: "150 Euro mehr im Monat sind doch wirklich nicht zu viel verlangt."

Abgesagte OPs

Gestreikt wurde heute auch in Krankenhäusern, etwa in Schwabing, Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach und der Thalkirchener Straße. Dort wurden beispielsweise geplante Operationen abgesagt.

Stadtwerke: "Alle konnten sich auf uns verlassen"

Auch bei den Münchner Stadtwerken wurde heute gestreikt. Corona-bedingt hatten sich nur 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ausreichend Abstand vor der Firmenzentrale aufgestellt. Jeder davon stand symbolisch für 150 bis 200 Kolleginnen und Kollegen. Man kämpfe vor allem für die, die auch in den vergangen Monaten im Außendienst unter schwierigen Bedingungen für Strom, Gas und Wasser gesorgt hätten. Nun, so die Kritik, sollen sie nicht einmal einen Inflationsausgleich bekommen. "Wir waren die ganze Zeit da, alle anderen haben sich auf uns verlassen können", so die Streikenden der Stadtwerke.

Während des Lockdowns wäre die Gesellschaft ohne den Einsatz der Beschäftigten in den öffentlichen Betrieben und Dienststellen "im Chaos versunken", so die Gewerkschaft Verdi. "Vom Applaus allein" könnten die Menschen aber die teuren Mieten im Ballungsraum München nicht bezahlen. Mit den Arbeitsniederlegungen will man nun in den laufenden Tarifverhandlungen der Forderung nach mehr Lohn Nachdruck verleihen.

OB Reiter hat kein Verständnis für Warnstreiks an Kitas

Harsche Kritik gab es schon nach der Kita-Streikankündigung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): Er halte das "zum jetzigen Zeitpunkt, mitten in einer der größten Gesundheitskrisen weltweit und nach Monaten der Notbetreuung und schwierigen Situation für die Eltern, schlicht für verantwortungslos", teilte der OB mit.

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