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Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Augsburg | BR24

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Auch in Bayern starten die Warnstreiks im öffentlichen Dienst - den Auftakt am Dienstagmorgen, 22.09. machen Beschäftigte der Stadtentwässerung in Augsburg. 90 Mitarbeiter sind gekommen, laut Verdi über 50 Prozent der Belegschaft.

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Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Augsburg

In Augsburg hat am frühen Morgen der Warnstreik im Öffentlichen Dienst von Mitarbeitern der Stadtentwässerung begonnen. Etwa 60 Mitarbeiter sind laut Verdi bisher zu der Aktion gekommen. Es könnten im Laufe des Tages noch mehr werden.

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Von
  • Barbara Leinfelder
  • Werner Bader

Ab heute kommt es zu ersten Warnstreiks im Öffentlichen Dienst – auch in Augsburg. Zum Warnstreik erschienen laut Verdi rund 50 Prozent der Mitarbeiter der Stadtentwässerung. Da diese im Schichtdienst arbeiten, erwarte man, dass im Laufe des Tages noch mehr Mitarbeiter kommen werden, so Verdi-Sprecher Florian Böhme. Insgesamt sei das ein gutes erstes Signal. Die Aktion ist bis Mittwochmorgen geplant.

Protest mit Ratschen und Transparenten

Ratschen und Transparente haben sie dabei, die rund 50 Mitarbeiter des Baureferats und der Stadtentwässerung, die heute gleich in der Früh um 6 Uhr am Augsburger Klärwerk zur Kundgebung zusammen gekommen sind. Dass sie trotz anstrengendem Dreischicht-Betrieb und ständiger Rufbereitschaft künftig nicht mehr Geld bekommen sollen, wenn es nach dem Willen der Arbeitgeberseite geht, macht viele der Beschäftigten wütend. Einer erzählt, er habe wegen Corona "14-Tage-Schichten" abarbeiten müssen und wolle sich jetzt nicht abspeisen lassen. Ein anderer sagt, er wolle einfach mehr Geld.

Fahrer stehen vor verschlossenen Türen

Mit dem heutigen Warnstreik läßt Verdi erst einmal ein wenig die Muskeln spielen, denn viele Bürger sind vom heutigen Ausstand noch nicht betroffen, sondern beispielsweise Fahrer, die Chemietoiletten oder Abwasser aus Industriebetrieben bringen wollen. Sie stehen an der Kläranlage vor verschlossenen Türen. Ernst ist es der Gewerkschaft mit dem heutigen Warnstreik trotzdem, so Bezirksgeschäftsführer Erdem Altinisik.

Mitarbeiter der Gesundheitsämter sind am Limit

Mit weiteren Warnstreiks ist zu rechnen, möglicherweise gibt es dann auch an neuralgischeren Punkten als der Stadtentwässerung Arbeitsniederlegungen. Am Limit sind laut Verdi beispielsweise viele Mitarbeiter der Gesundheitsämter, so Böhme von Verdi in Augsburg. Hier müsste vor allem die Personalausstattung verbessert werden.

Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Lohn

Verdi fordert in der laufenden Tarifrunde für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben in den ersten zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 22. Oktober geplant.

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Der Warnstreik von Mitarbeitern der Stadtentwässerung in Augsburg hat am Dienstagmorgen (22.09.20) begonnen. Laut Verdi sind etwa 60 Mitarbeiter zum Warnstreik gekommen.

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