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Warnstreiks im Nahverkehr gehen in mehreren Städten weiter | BR24

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Insgesamt beteiligten sich laut Verdi rund 1.400 Beschäftigte am bayerischen ÖPNV-Warnstreik. Betroffen waren unter anderem die Städte Fürth, Coburg, Aschaffenburg, Ingolstadt und Passau. Derzeit laufen die Verhandlungen über die Tarifverträge.

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Warnstreiks im Nahverkehr gehen in mehreren Städten weiter

Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im bayerischen Nahverkehr hat Verdi am Montag fast alle großen Städte in Bayern lahmgelegt. Überall kam es in Folge der Warnstreiks zu langen Staus. Und: Mancherorts geht es morgen weiter.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • David Friedman
  • Roana Brogsitter

Ein Warnstreik hat am Montag weite Teile des öffentlichen Nahverkehrs in großen bayerischen Städten lahmgelegt. Insgesamt beteiligten sich laut Gewerkschaft Verdi rund 1.400 Beschäftigte. Betroffen waren die Städte München, Nürnberg, Augsburg, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau, Schweinfurt und Regensburg.

Die Gewerkschaft will mit der Aktion vor der dritten Verhandlungsrunde am Freitag Druck machen. Sie kritisiert das bisherige Angebot der Arbeitgeber als zu unkonkret und nicht ausreichend. Diese hatten nach eigenen Angaben unter anderem eine Erhöhung um 3,5 Prozent bei einer Laufzeit bis Ende August 2023 sowie eine einmalige Corona-Sonderzahlung von 300 Euro angeboten.

Erhebliche Auswirkungen auf Verkehr in größeren Städten Bayerns

Die Auswirkungen am Montag waren deutlich. So fielen beispielsweise in München fast alle U-Bahnen und Teile des restlichen Nahverkehrs aus. In Ingolstadt gab es massive Ausfälle bei allen Buslinien. In Nürnberg blieben U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse im Depot, wer auch mit der S-Bahn oder dem Regionalzug ans Ziel kam, hatte Glück. in Fürth gab es einen reduzierten Fahrplan, in Regensburg fielen 90 Prozent der Busfahrten aus. In Bamberg und Coburg ging nichts mehr. Dasselbe Bild in Schweinfurt und Aschaffenburg. Auch in Augsburg blieben Busse und Tram-Bahnen stehen, in Passau die Busse.

Als Folge bildeten sich teils kilometerlange Staus auf den Einfallstraßen rund um die Ballungsgebiete. . Selbst die Radwege waren mancherorts überfüllt. Die wenigen Busse, die beispielsweise in München noch unterwegs waren, blieben im Verkehr stecken. An Bushaltestellen bildeten sich große Menschentrauben. Viele Innenstadt-Pendler kamen zu Fuß zur Arbeit oder gar per E-Scooter.

Der Verhandlungsführer von Verdi Bayern, Kai Winkler, sagte, er bedauere die Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste, die Haltung der Arbeitgeber mache den Warnstreik aber "leider notwendig".

Hier wird am Dienstag weiter gestreikt

Und: Er geht weiter, zumindest teilweise. Nutzer des Regensburger Stadtverkehrs müssen sich darauf einstellen, dass am Dienstag erneut rund 90 Prozent der Busfahrten ausfallen. Auch in Bamberg und Coburg wird den ganzen Tag weiter gestreikt, voraussichtlich fällt hier der komplette Busverkehr aus. In Aschaffenburg werden Fahrgäste ebenso vergeblich auf ihren Bus warten. Gerald Burkard, Verdi-Bezirksgeschäftsführer in Aschaffenburg, rechnet damit, dass sich 70 Busfahrer am Streik beteiligen werden. "Der Streik beginnt am Montag um 4.00 Uhr in der Früh und endet am Dienstag um 24.00 Uhr."

Hier endet der Warnstreik

In München, Ingolstadt, Augsburg, Passau und Schweinfurt soll der ÖPNV am Dienstag wieder nach Plan laufen. Hier wurde nur einen Tag gestreikt. In Nürnberg und Fürth endet der Warnstreik am Dienstag um 4.00 Uhr in der Früh.

Die gute Nachricht: Verdi hat nach Dienstag für den Rest der Woche Entwarnung gegeben: Bis zur dritten Runde sind keine weiteren Aktionen geplant.

Neue Verhandlungen am Freitag

Derzeit laufen in den Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort am Wochenende bereits abgeschlossenen Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun. Es handelt sich beim ÖPNV um separate Spartentarifverträge.

Zusätzlich wird in Bayern auch über die Tarifverträge im privaten Omnibusgewerbe verhandelt. Dieses wurde am Montag teilweise dort mit bestreikt, wo sie Fahrten im öffentlichen Nahverkehr anbieten.

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