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Warnstreiks der IG Metall in Bayern: Keine Annäherung in Sicht | BR24

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Am Werkseingang der Firma ZF Race ist ein Banner der IG Metall mit dem Schriftzug "Warnstreik - unser gutes Recht" angebracht.

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    Warnstreiks der IG Metall in Bayern: Keine Annäherung in Sicht

    Tag zwei im Warnstreik der Metall- und Elektroindustrie: In Bayern haben sich laut Gewerkschaft mehr als 4.000 Beschäftigte und 15 Betriebe beteiligt. Eine Annäherung zwischen den Tarifparteien ist bisher aber nicht erkennbar.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Kathrin Unverdorben
    • Martin Hähnlein
    • Simon Trapp
    • Roswitha Polaschek

    Am zweiten Tag der Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben sich nach Angaben der IG Metall mehr als 4.000 Beschäftigte in 15 Betrieben beteiligt. Beim Industrie- und Autozulieferer Schaeffler in Schweinfurt fand am Mittwochmorgen eine Kundgebung mit 1.000 Teilnehmern statt. Beim Flugzeugzulieferer MTU in München waren laut Gewerkschaft 800 Metaller bei einer "Warnstreik-Karawane" mit neun halbstündigen Warnstreiks dabei.

    BMW-Mitarbeiter beteiligten sich an 0-Uhr-Aktion

    Auch in Niederbayern beteiligten sich in der Nacht auf Mittwoch 115 Beschäftigte von BMW in Dingolfing am Warnstreik. Wie die Gewerkschaft mitteilte, hatte sich die BMW-Nachtschicht des Werks 2.1. der 0-Uhr-Aktion angeschlossen. "Die Beschäftigten kämpfen für sichere Arbeitsplätze, für ihre Zukunft und für stabile Einkommen", so Johann Horn, der Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Wie ernst sie es meinten, bewiesen sie mit den Warnstreiks.

    Zahlreiche Unternehmen in Franken bestreikt

    An den Ausständen der Gewerkschaft in Oberfranken hatten bis zum Nachmittag 760 Beschäftigte teilgenommen. Nach Angaben der IG Metall beendeten beim Pumpenhersteller KSB in Pegnitz 530 Angestellte eine Stunde vor Schichtende ihre Arbeit, beim Maschinenbauer Waldrich in Coburg waren es 230 Beschäftigte. Sie beteiligten sich an der Frühschluss-Aktion der Gewerkschaft und gingen eine Stunde eher nach Hause. Im Laufe des Tages wollten sich auch die Spätschichten in beiden Unternehmen an der Aktion beteiligen.

    Ebenso wurde die Belegschaft des Stahl- und Drahtwerks (SDW) Röslau im Landkreis Wunsiedel sowie die Beschäftigten von Kennametal in Mistelgau im Landkreis Bayreuth dazu aufgerufen, bei der Frühschluss-Aktion mitzumachen.

    Am Donnerstag sollen die Streiks fortgesetzt werden. Bereits angekündigt wurde, dass der Standort von Siemens Energy in Erlangen betroffen sein wird. Dort sind die Beschäftigten ab 13 Uhr zum Protest aufgerufen.

    Bereits weitere Streiks für Schwaben angekündigt

    Auch für Schwaben hat die IG Metall Augsburg für Donnerstag und Freitag weitere Ausstände angekündigt. Die Gewerkschaft ruft laut einer Mitteilung unter anderem die Beschäftigten des Augsburger Betriebs MAN Energy Solutions zu einem betrieblichen Warnstreik auf.

    Die Angestellten würden, so die IG Metall, am Donnerstag ab ca. 12 Uhr zum Buz-Tor (Sebastianstraße/Heinrich-von-Buz-Straße) in Richtung Hochhaus in der Sebastianstraße ziehen - wegen Corona jedoch einzeln und mit Abstand. Außerdem sind die Mitarbeiter von MT Aerospace sowie die Mitarbeiter des Dillinger Standorts der Röhm Gruppe für Donnerstag dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

    Am Freitag sollen die Beschäftigten von Valeo in Wemding, von Renk in Augsburg und von AGCO (Fendt) in Asbach-Bäumenheim eine Stunde vor Schichtende streiken, wie die IG Metall mitteilte. Die Renk-Mitarbeiter sollen nach Angaben der Gewerkschaft ab 13.15 Uhr zusätzlich eine Menschenkette um den Betrieb an der Gögginger Straße in Richtung Eichleitnerstraße bilden. Bei Valeo in Wemding werden die Vertrauensleute nach Angaben der IG Metall um 12 Uhr ihre Kolleginnen und Kollegen vorzeitig ins Wochenende verabschieden. Gleiches ist bei AGCO (Fendt) um 15 Uhr geplant.

    Bisher keine Annäherung zwischen Tarifparteien

    Man wolle jedoch darauf achten, dass mit den Warnstreiks nicht die Abläufe in anderen Betrieben gestört werden, die an diesen Tagen nicht bestreikt würden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die IG Metall wolle eine Fernwirkung vermeiden.

    Bisher haben die Tarifparteien auch nach vier Verhandlungsrunden noch keine Annäherung erreicht und eine "Denkpause" vor dem nächsten Treffen vereinbart. Die IG Metall fordert bundesweit vier Prozent mehr Lohn für die Beschäftigen - wenn es in einem Betrieb schlecht läuft, in Form von Lohnausgleich bei einer Senkung der Arbeitszeit.

    Die Arbeitgeber bieten nach einer Nullrunde in diesem Jahr noch unbezifferte Lohnerhöhungen erst ab 2022 an und fordern darüber hinaus, dass Krisenbetriebe bei bestimmten Bilanzzahlen ohne Nachverhandlungen mit der IG Metall automatisch vom Tarifvertrag abweichen können. In Bayern arbeiten rund 840.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie.

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