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Warnstreik trifft auch Bahnverkehr in Plattling und Passau hart | BR24

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Der mehrstündige Warnstreik der Gewerkschaft EVG hat zum Wochenbeginn den vor allem Pendler vor Probleme gestellt. Wegen des Ausstands konnten auch viele Züge privater Anbieter nicht fahren. Die Lage in Plattling und Passau.

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Warnstreik trifft auch Bahnverkehr in Plattling und Passau hart

Der mehrstündige Warnstreik der Gewerkschaft EVG hat zum Wochenbeginn vor allem Pendler vor Probleme gestellt. Wegen des Ausstands konnten auch viele Züge privater Anbieter nicht fahren. Probleme gab es unter anderem in Plattling und Passau.

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Für viele Bahnfahrer in Ostbayern hat die neue Woche mit viel Ärger begonnen. Ein mehrstündiger Warnstreik der Gewerkschaft EVG legte den Verkehr fast völlig lahm. Berufspendler, Schüler und Fernreisende mussten sich nach Alternativen umsehen oder massive Verspätungen einplanen.

© BR/Christian Riedl

Gespenstisch leere Bahnsteige

Die Lage in Plattling: Bahnfahrer genervt

Stark betroffen war vor allem der ostbayerische Knotenpunkte Plattling. Am Morgen herrschte hier großes Rätselraten: Kommt mein Zug überhaupt irgendwann an? Fahrgäste waren frustriert:

"Ich bin schon auf 180, ich habe kein Verständnis mehr. Ich muss nach Frankfurt – wie soll ich das machen? Ich bin um 4 Uhr schon vom Haus raus. Die Waldbahn fährt nur bis nach Deggendorf. Jetzt hat mich meine Frau hierhin nach Plattling gefahren – und was ist? Ich komme wieder nicht weiter." Fahrgast in Plattling

Bahnverkehr läuft langsam wieder an

Am Vormittag setzte sich der Bahnverkehr im wahrsten Sinne des Wortes langsam wieder in Bewegung. Erste Güterzüge fuhren bereits um kurz vor 9 Uhr wieder: Die Agilis-Verbindung Richtung Regensburg und die Isartalstrecke zwischen Landshut und Plattling werden ebenfalls wieder befahren. Aber gerade die für Berufspendler so wichtige Verbindung in Richtung München - da brauchen die Reisenden noch viel Geduld und müssen warten. Dort haben die Züge nämlich eine Stunde Verspätung. Bahnkunden in Niederbayern müssen sich noch mindestens bis Mittag oder bis zum frühen Nachmittag auf Verspätungen einstellen. Zwar sei der Warnstreik der EVG seit 9 Uhr beendet, es dauere aber noch etwas, bis alles wieder planmäßig laufe, sagte Bahnsprecher Anton Knapp dem BR auf Anfrage. Das habe vor allem damit zu tun, dass Züge und Personal nicht immer dort seien, wo sie gebraucht würden. Verspätungen gibt es noch auf der einzigen ostbayerischen Fernverkehrsverbindung Passau-Regensburg-Frankfurt.

Die Lage in Passau: Freier Tag für Schüler

Betroffen waren auch Schüler der Mittelschule Neureichenau aus dem Bayerischen Wald. Sie wollten eigentlich mit dem Halb-acht-Zug von Passau aus zu einer Berufsbildungsmesse nach Nürnberg fahren - und strandeten. Die Lehrerin erzählt:

"Aber der Herr am Schalter war sehr nett. Der hat uns einen leeren Zug gegeben, damit wir mit den 47 Schülern nicht in der Kälte stehen müssen. Der besorgt uns jetzt auch Getränke, der Zug ist geheizt und der Herr kommt jede halbe Stunde und informiert uns über die neusten Entwicklungen. Das ist die gute Seite. Die schlechte Seite ist, dass wir unser ganzes Programm leider ändern müssen." Lehrerin

Aber immerhin: Die Schüler konnten später doch fahren. Ansonsten waren die Bahnsteige heute Morgen in Passau fast gespenstisch leer. Richtig viel los war dagegen in der Wartehalle: Dort hing zum Beispiel eine Gruppe von Teenagern fest, die zur Berufsschule nach Vilshofen mussten. Ein Anruf bei der Schule ergab: Sie durften zuhause bleiben, mussten aber am Schalter eine Bescheinigung holen, dass der Zug tatsächlich auch ausgefallen ist.

60 Bahn-Mitarbeiter aus der Region im Streik

Laut Harald Hammer, Geschäftsstellenleiter der EVG Regensburg, hatten sich in der Region rund 60 Fahrdienstleiter, Lokführer und Zugbegleiter an dem Ausstand beteiligt. Für die nächsten Tage seien keine weiteren Warnstreiks geplant. Jetzt warte man erst mal darauf, dass die Bahn ein neues Angebot vorlege. Dann werde man weitersehen.