BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Warnstreik in Nürnberg: Azubis stellen Toilette vors Klinikum | BR24

© BR

Verdi Jugend Bayern hat bundesweit alle Auszubildende des Öffentlichen Dienstes zum Warnstreik aufgerufen. Zeitgleich findet am Nürnberger Klinikum ein 48-Stunden-Streik statt.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Warnstreik in Nürnberg: Azubis stellen Toilette vors Klinikum

Am bundesweiten Jugend- und Azubi-Streiktag der Gewerkschaft Verdi haben Auszubildende vor den Toren des Nürnberger Klinikums eine mobile Toilette abgestellt. "Hier wird aufs Grundgesetz geschissen" lautet ihre Botschaft.

3
Per Mail sharen

Mehrere hundert Azubis aus dem Gesundheitswesen sind aus ganz Nordbayern nach Nürnberg gekommen, um für eine Verlängerung der Tarifregelung und mehr Geld für Praktika und Ausbildung zu demonstrieren. Dabei stellten sie symbolisch eine mobile Toilette vor das Nürnberger Klinikum.

Toilette als symbolische Geste beim Warnstreik

Diese symbolische Geste solle zeigen, dass Schulleitung und Klinikvorstand offenbar "auf das Grundgesetz scheißen'", sagte Jugend-Gewerkschaftssekretär Timo Klein dem Bayerischen Rundfunk. Denn im Vorfeld des Streiktags hatte es laut dem Gewerkschaftssekretär eine Auseinandersetzung mit der Schulleitung des Centrums für Pflegeberufe (CfP) gegeben. Diese habe das Streikrecht nur für Auszubildende im Praxiseinsatz anerkannt, nicht aber für Azubis im Schuleinsatz. Verdi bezeichnet das als "Missachtung von Grundrechten der Auszubildenden" und entschied sich deshalb, dem Centrum für Pflegeberufe am Klinikum Nürnberg am Vormittag die mobile Toilette zu überreichen.

Azubis kommen überwiegend aus dem Bereich der Pflege

Am Mittag zogen die Jugendlichen zum Nürnberger Rathaus, um dort eine Übernahmeforderung zu überreichen. Die Abschlusskundgebung fand vor dem Gewerkschaftshaus am Nürnberger Kornmarkt statt.

Ein Großteil der Demonstranten kommt aus dem Bereich der Pflege. Es sollen aber auch Auszubildende aus anderen öffentlichen Bereichen zum Beispiel von Verkehrsbetrieben und Energieversorgern, der Wasser- und Schifffahrtsämter und städtische Auszubildende dabei sein.

Auch in München streiken die Azubis

Der Jugend- und Azubi-Streiktag fand bundesweit statt. In Bayern streikten die Jugendlichen neben Nürnberg auch in München. In der Landeshauptstadt zogen die Auszubildenden vom DGB Haus zur Zentrale des Kommunalen Arbeitgeberverbands Bayern, sagte ein Verdi-Sprecher dem Bayerischen Rundfunk.

© BR-Studio Franken/Tobias Burkert

Azubis im Warnstreik

Gefordert: Mehr Geld, Übernahme von Fahrtkosten, Corona-Zulage

Die Verdi-Jugend fordert unter anderem die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und Praktikanten-Entgelte um 100 Euro monatlich. Darüber hinaus geht es um eine tarifvertragliche Regelung zur Übernahme von Auszubildenden und die Übernahme der Kosten eines ÖPNV-Tickets. Für Krankenhaus-Azubis fordert die Gewerkschaft eine Corona-Zulage: Die Pandemie habe gezeigt, dass der Fachkräftemangel insbesondere in den Krankenhausberufen gravierend sei.

"Wer nun an Nachwuchskräften spart, wird die Krise noch verschärfen." Landesjugendsekretär Maximilian Kadach.

Weiter heißt es von Verdi, in Zeiten des Fachkräftemangels, sinkender Geburtenraten und des zunehmenden Wettbewerbs mit privaten Unternehmen seien die Arbeitgeber gut beraten in ihren Nachwuchs zu investieren.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!