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Nahverkehr-Warnstreiks am Montag: Wo Busse und Bahnen ausfallen | BR24

© pa/Dpa/Daniel Karmann

Trambahnen im Depot in Nürnberg

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Nahverkehr-Warnstreiks am Montag: Wo Busse und Bahnen ausfallen

Im öffentlichen Dienst gibt es eine Einigung, nicht aber im bayerischen ÖPNV-Tarifkonflikt. Wer mit Bussen oder Bahnen zur Arbeit fährt, sollte deshalb am Montag einen Plan B haben. In zahlreichen bayerischen Städten wird der Nahverkehr bestreikt.

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Nächste Streikrunde im öffentlichen Nahverkehr: Am Montag und teilweise auch Dienstag fallen in Bayern vielerorts Busse und Bahnen aus. Regional- und S-Bahnen sind nicht betroffen.

Zwar gab es am Sonntag eine Einigung im Tarifstreit im öffentlichen Dienst. Der ÖPNV in Bayern fällt aber nicht darunter, hier gilt ein anderer Tarifvertrag.

Gewerkschaft Verdi fordert mehr Gehalt für Fahrer

Die Gewerkschaft Verdi will vor der nächsten Verhandlungsrunde noch einmal den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Verdi kritisiert eine "massive Verweigerungshaltung" der Arbeitgeber. Die Gewerkschaft fordert höhere Einkommen, bessere Arbeitsbedingungen und eine 35-Stunden-Woche für die rund 6.300 Fahrerinnen und Fahrer.

Die Arbeitgeber bieten neben einer Corona-Einmalzahlung von 300 Euro auch eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent an. Dieses Angebot geht Verdi aber nicht weit genug. Angesichts des Fahrermangels müsse der Beruf attraktiver werden.

Die Warnstreiks im bayerischen ÖPNV im Überblick:

Oberbayern

München:

  • Die U-Bahnen sollen laut der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) am Montagmorgen zunächst im Depot bleiben. Die MVG hofft, einzelne Linien nach und nach in Betrieb nehmen zu können, sofern genügend Fahrer den Streikaufruf verweigern.
  • Die Trambahnen werden ebenfalls bestreikt.
  • Bei den Bussen soll auf möglichst vielen Linien ein 20-Minuten-Takt angeboten werden.
  • Die S-Bahn ist von dem Streik nicht betroffen.
  • Laut Verdi wird der Warnstreik in München um 20 Uhr beendet.

Ingolstadt:

  • Es wird mit massiven Ausfällen im Linienverkehr der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft (INVG) und beim Airport Express gerechnet.
  • Bestreikt wird außerdem der Stadtbus Ingolstadt (SBI). Dies wird auch zu Einschränkungen in den Nachbargemeinden Gaimersheim, Lenting, Hepberg und Kösching führen.

Laut Verdi streiken in Oberbayern am Montag nur die Beschäftigten der öffentlichen Arbeitgeber im Nahverkehr, nicht, wie in anderen Regionen Bayerns, die der privaten Omnibusunternehmen.

Alle Infos zu den Warnstreiks in Oberbayern hier.

Schwaben

Augsburg:

  • Gewerkschaftsmitglieder sollen laut Verdi am Montag von 0 bis 24 Uhr die Arbeit niederlegen.
  • Mit massiven Einschränkungen muss nach Angaben der Augsburger Stadtwerke bei Bus- und Straßenbahnlinien gerechnet werden. Nach ihrer Einschätzung werde der Nahverkehr voraussichtlich weitgehend zum Erliegen kommen.
  • Ein Notfall-Fahrplan konnte nicht aufgestellt werden, weil man keine Angaben darüber habe, wie viele Mitarbeiter den Streikaufrufen folgen werden, hieß es. Es sei außerdem unklar, wie viele Fahrzeuge überhaupt ausrücken könnten. Die Stadtwerke bitten die Fahrgäste, sich darauf einzustellen und frühzeitig mit anderen Möglichkeiten zu planen.

Kaufbeuren:

  • Warnstreiks wird es am Montag und Dienstag beim Busunternehmen VG Kirchweihtal geben. Einige Linien sollen zwar fahren, aber der Großteil der Verbindungen in Kaufbeuren und im Ostallgäu wird wahrscheinlich ausfallen. Linien anderer Verkehrsgesellschaften sollen nicht betroffen sein.

Niederbayern und Oberpfalz

Passau und Regensburg

  • Die Stadtbusse werden in beiden Kommunen bestreikt - in Regensburg auch am Dienstag noch. Dort sollen auch S-Bahnen und Züge des Nahverkehrs nach Plan fahren, da für sie ein anderer Tarifvertrag gilt.

Alle Infos zum Warnstreik in Ostbayern hier.

Mittelfranken

Nürnberg:

  • Busse, U- und Straßenbahnen sollen ab vier Uhr morgens in den Depots bleiben. Ein Ersatzangebot wird es wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen und aufgrund der personellen Situation nicht gebe. Auch nicht auf Basis des Nightliner-Netzes. So schreibt es die VAG in einer Mitteilung.

Fürth:

  • Zu Beeinträchtigungen wird es bei der infra und ihren Buslinien kommen. Mit einem reduzierten Streikfahrplan soll aber versucht werden, den ÖPNV aufrecht zu erhalten. Mit vornehmlich privaten Verkehrsunternehmen sollen die Busse im 30-Minuten-Takt auf Basis eines modifizierten NightLiner-Netzes fahren, so infra.

Unterfranken

Aschaffenburg:

  • Es wird zweitägig gestreikt. Im Linienverkehr kommt es deshalb zu massiven Einschränkungen, wie die Stadtwerke mitteilten. Betroffen sind die Arbeitgeberverbände des privaten bayerischen Omnibusgewerbes (LBO), aber auch der kommunale Arbeitgeberverband (KAV) und damit der gesamte Stadtbusverkehr, wie es heißt.

Schweinfurt:

  • Der Streik soll laut Verdi am Montag um 4 Uhr beginnen und um 24 Uhr enden. Nach Angaben der Stadtwerke Schweinfurt sei mit Fahrtausfällen und massiven Einschränkungen im gesamten Liniennetz zu rechnen. Auch der Schülerverkehr ist betroffen.

Würzburg:

  • Auch in Würzburg waren für Montag Warnstreiks im privaten Omnibusgewerbe angekündigt. Diese wurden aber wieder abgesagt. Man wolle den Fahrgästen während der schwierigen Corona-Situation gerecht werden. Das teilte die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) nach Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und der Arbeitnehmervertretung der NVG Omnibus-Betriebsgesellschaft mbH mit,

Alle Infos zum Warnstreik in Unterfranken hier.

Oberfranken

Coburg und Bamberg:

  • Am Montag und Dienstag fällt der komplette Busverkehr aus. In Bamberg sind die Busfahrerinnen und Busfahrer über die Stadtwerke kommunal angestellt. Für sie gilt der Tarifvertrag Nahverkehr.

Alle Infos zum Warnstreik in Oberfranken hier.

Im Video: Norbert Flach von Verdi erklärt, warum es separate Tarifverhandlungen für den ÖPNV in Bayern gibt

© BR.de

Für den öffentlichen Personennahverkehr in Bayern gilt ein eigenständiger Tarifvertrag. Deswegen werden am Montag trotz der Tarifeinigung im öffentliche Dienst Warnstreiks stattfinden.

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