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Warnstreik der Gebäudereiniger – und keiner macht mit | BR24

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Im Tarifstreit der Gebäudereiniger ist eine geplante Kundgebung der Gewerkschaft IG BAU in Nürnberg komplett ins Wasser gefallen: Kein einziger Gebäudereiniger war gekommen. Die Gewerkschaft erhebt nun schwere Vorwürfe.

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Warnstreik der Gebäudereiniger – und keiner macht mit

Im Tarifstreit der Gebäudereiniger ist eine geplante Kundgebung der Gewerkschaft IG BAU in Nürnberg komplett ins Wasser gefallen: Kein einziger Gebäudereiniger war gekommen. Die Gewerkschaft erhebt nun schwere Vorwürfe.

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Die Gewerkschaft IG BAU macht die Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass zu der heutigen Warnstreik-Kundgebung auf dem Vorplatz des Nürnberger Business-Towers keine Reinigungskräfte gekommen waren und spricht von Einschüchterung.

"Hier sind halt zum ganz großen Teil befristet Beschäftigte eingesetzt. Denen wurde gesagt: Wenn sie daran teilnehmen, dann wird die Befristung auslaufen und sie werden nicht weiter befristet. Aber selbst an einem befristeten Arbeitsplatz hängt man, weil das Einkommen braucht man einfach." Hans Beer, Regionalleiter der IG BAU

Vorwurf: Arbeitgeber nutzen schlechte Deutschkenntnisse aus

Hans Beer, Regionalleiter der IG Bau, wirft den Arbeitgebern auch vor, die oftmals schlechten Deutschkenntnisse der Gebäudereiniger auszunutzen. Hintergrund des seit gestern laufenden, 48-stündigen Warnstreiks ist, dass die Arbeitgeber den Rahmentarifvertrag Ende Juli gekündigt hatten. Laut der IG BAU versuchen nun viele Gebäudereinigungsfirmen ihre Mitarbeiter in schlechtere Arbeitsverträge zu drängen. Diese bedeuten für die Beschäftigten teils Einbußen von bis zu minus 20 Prozent, so Beer.

Arbeitgeber: Mitarbeiter sehr zufrieden

Die Arbeitgeberseite streitet das ab. Marcus Pinsel von der nordbayerischen Gebäudereiniger-Innung verweist auf die sogenannte Nachwirkungspflicht. Solange kein neuer Rahmentarifvertrag ausgehandelt sei, gelte der alte weiter. Dass kein einziger Gebäudereiniger zu der Kundgebung in Nürnberg gekommen ist, sei vielmehr ein Beleg dafür, dass die Mitarbeiter mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden seien.

"Wenn wir unsere Angestellten so knechten würden, dann würden wesentlich mehr Angestellte bei der Demonstration sein. Sind sie nicht. Also können Sie davon ausgehen, dass es den Angestellten gut geht." Marcus Pinsel, nordbayerische Gebäudereiniger-Innung

IG BAU: Arbeitgeber drängen Mitarbeiter in schlechtere Verträge

Die Gewerkschaft IG BAU wirft den Arbeitgebern vor, die Nachwirkungspflicht zu unterwandern und den Mitarbeitern teils trotzdem schlechtere Verträge vorzulegen. Diese hätten im Zweifelsfall vor Gericht keine Gültigkeit. Aus Angst den Job zu verlieren, nähmen die meisten Gebäudereiniger die schlechteren Arbeitsbedingungen aber in Kauf. Die Tarifverhandlungen sollen am 30. September fortgesetzt werden. In Bayern arbeiten rund 85.000 Menschen in der Gebäudereinigung.