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Die Züge fahren wieder

Der Fernverkehr in Deutschland war wegen des Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) komplett eingestellt. Auch der Betrieb der S-Bahn in Nürnberg kam völlig zum Erliegen, ebenso wie der Regionalverkehr rund um die Frankenmetropole, am Nürnberger Hauptbahnhof ging nichts mehr.

Münchner S-Bahn pendelt sich ein

Bei der Münchner S-Bahn hielten bis Streikende zwischen Pasing und Ostbahnhof nur drei Langzüge einen spärlichen Notverkehr aufrecht, auf den Außenästen verkehrten mehrere S-Bahn-Linien gar nicht, andere fuhren mit deutlichen Einschränkungen. Laut Bahn-Sprecher Michael-Ernst Schmidt dürfte sich der Verkehr bis Mittag aber auf den normalen Fahrplan einpendeln. Aktuelle Informationen zur S-Bahn München gibt es hier.

Regionalverkehr normalisiert sich

Im Regionalverkehr wurden beispielsweise die Strecken Nürnberg-Regensburg-Passau, München-Garmisch-Partenkirchen Tutzing-Kochel, sowie München-Ingolstadt wegen des Warnstreiks nicht bedient. Auch das Werdenfels-Netz war außer Betrieb. Laut DB läuft der Regionalverkehr nach Streikende wieder gut an und normalisiert sich langsam.

Viele Privatbahnen waren ebenfalls vom Streik betroffen, da sie die Infrastruktur der Deutschen Bahn benutzen, bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), der Bayerischen Regiobahn (BRB) und dem Meridian kam es zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. In Unterfranken allerdings verkehrten die Westfrankenbahn als auch die Kahlgrund-Verkehrs-Gesellschaft fast normal. In Schwaben brach der Bahnverkehr während des Streiks praktisch völlig zusammen.

Staugeplagte Pendler

Pendler mussten im morgendlichen Berufsverkehr oft mit massiven Staus rechnen, weil viele auf das Auto umsteigen. Vor allen in den Ballungsräumen München, Augsburg, Regensburg, Nürnberg und Würzburg war das Verkehrsaufkommen stark erhöht. Hier Informationen zur aktuellen Stau-Lage in Bayern.

Im Fernverkehr Beeinträchtigungen während des ganzen Tages

Im Fernverkehr dürfte es laut Bahnsprecher Michael-Ernst Schmidt noch am längsten zu Einschränkungen kommen. Es könne bis zum Abend oder auch bis Betriebsschluss dauern, dass der Verkehr wieder planmäßig läuft. Er empfahl Reisenden, sich etwa im Online-Angebot der Bahn über die aktuelle Situation nach Streikende zu informieren.

Streikende am Bahnhof in Würzburg

Streikende am Bahnhof in Würzburg

Hotline eingerichtet

Bahntickets, die auf heute ausgestellt sind, gelten bis einschließlich Sonntag, 16.12. Das sagte die Bahn dem Bayerischen Rundfunk. Die Mitarbeiter sind demnach gehalten, große Kulanz zu zeigen. Für die Fahrgäste wurde eine Hotline unter der Rufnummer 08000 996633 eingerichtet.

Gewerkschaft ist zufrieden

Nach dem Abbruch der Tarifgespräche mit der Bahn hatte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zu dem Warnstreik aufgerufen. Insbesondere sollten die Fahrdienstleiter in den Stellwerken die Arbeit niederlegen. Wenn sie nicht zum Dienst erscheinen, bringt das den Verkehr zum Erliegen, zudem ist die EVG, nach Einschätzung von BR-Tarifexpertin Birgit Harprath gerade bei den Fahrdienstleitern besonders stark vertreten.

Der Geschäftsstellenleiter der EVG in Nürnberg, Matthias Birkmann, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Warnstreiks. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk schätzte er die Streikbeteiligung am Morgen auf etwa 60 bis 70 Prozent.

EVG schließt weitere Warnstreiks nicht aus

Die Gewerkschaft drohte bereits mit weiteren Aktionen. "Wir erwarten von der Bahn ein substanziell besseres Angebot", sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz im ARD-Morgenmagazin. Allein die Aufforderung der Bahn an die Gewerkschaftsseite, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, reiche nicht aus. Wenn ein verbessertes neues Angebot schriftlich unterbreitet werde, werde die EVG weiter verhandeln. Wenn nicht, "dann muss man mit weiteren Warnstreiks in den nächsten Tagen rechnen".

Die Gewerkschaft will mit dem Warnstreik im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen durchsetzen. Ihr reicht die Höhe der von der Bahn bisher angebotenen Entgelterhöhung nicht aus, auch bei der Laufzeit eines neuen Tarifvertrages sind sich DB und Gewerkschaft nicht einig. Am Samstag waren die Tarifparteien in Hannover ohne Ergebnis auseinander gegangen. Die Bahn sprach von einer "völlig überflüssigen Eskalation".

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer appellierte an die Vernunft der Beteiligten. Dem BR sagte der CSU-Politiker, eine Einigung noch vor Weihnachten wäre gut für die Fahrgäste.

Bis 9 Uhr ging im Bahnverkehr in Bayern fast nichts mehr.

Bis 9 Uhr ging im Bahnverkehr in Bayern fast nichts mehr.