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Warnstreik am Münchner Flughafen: Mehr als 100 Flüge annulliert | BR24

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An acht deutschen Flughäfen streikt das Sicherheitspersonal - hunderte Flüge fallen aus, zehntausende Passagiere kommen nicht an ihr Ziel. Betroffen ist auch München.

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Warnstreik am Münchner Flughafen: Mehr als 100 Flüge annulliert

Die Sicherheitskräfte an deutschen Flughäfen kämpfen weiter um mehr Lohn. Heute ist auch der Flughafen München von den Warnstreiks betroffen. 175 Beschäftigte sind laut Verdi im Ausstand, bisher wurden 109 Verbindungen gestrichen.

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Vor allem innerdeutsche Verbindungen sind von den Annullierungen am Münchner Airport betroffen, aber auch internationale Flüge. Wer fliegen will, sollte sich vor der Fahrt ins Erdinger Moos also lieber noch einmal über den aktuellen Flugstatus informieren.

Verdi macht Druck in den Tarifverhandlungen

Die Passagierkontrolle wird in München zwar nicht bestreikt, dafür aber bis Mitternacht die Kontrolle der Luftfracht-Anlieferung und die der Flughafenbeschäftigten und Airline-Mitarbeiter, die in den nicht-öffentlichen Sicherheitsbereich müssen. Gibt es dort Verzögerungen, könnte sich das zum Beispiel auf die Abfertigung der Flugzeuge auswirken. Dazu gehören das Betanken der Jets oder das Ein- und Ausladen von Koffern.

Verdi beziffert die Streikbeteiligung in München auf 90 Prozent. Bei der Flughafen München GmbH betont man aber, dass trotzdem zumindest die Hälfte der Kontrollstellen geöffnet sei. Führungs- und Verwaltungspersonal mit entsprechender Qualifikation sei in die Bresche gesprungen, sagt Flughafen-Sprecher Hans-Joachim Bues.

Jeder zweite Flug in Frankfurt gestrichen

Auch die Flughäfen in Frankfurt am Main, Hannover, Bremen, Halle/Saale, Dresden und Erfurt bestreikt werden bestreikt. Auch dort soll das Sicherheitspersonal den ganzen Tag über nicht arbeiten. In Frankfurt, am größten deutschen Drehkreuz, sind laut dem Betreiber Fraport fast 600 Verbindungen gestrichen worden, das ist jeder zweite geplante Flug. Bei vielen weiteren Flügen kommt es zu Verspätungen.

Nürnberg ist indirekt betroffen

Der Flughafen Nürnberg wird nicht bestreikt. Der Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg ist aber indirekt von den Warnstreiks an anderen Flughäfen betroffen. Insgesamt fallen 18 Flüge aus, sagte Flughafensprecher Christian Albrecht dem Bayerischen Rundfunk. Jeweils vier Starts und Landungen von und nach Hamburg sowie Frankfurt wurden von den Airlines bereits gestern annulliert. Auch eine Ankunft und ein Abflug nach München wurden gestrichen. Morgen soll der Flugbetrieb wieder normal laufen.

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© BR/Birgit Grundner

Die Warnstreiks der Sicherheitskräfte an deutschen Flughäfen gehen weiter. Heute ist auch der Flughafen München betroffen.

Lufthansa informiert im Internet über Flugstatus

Ein Gegensteuern dürfte für die Münchner Flughafengesellschaft (FMG) nicht leicht sein. Leiharbeiter können, auch wenn sie speziell ausgebildet sind, laut Gesetz nicht als Streikbrecher eingesetzt werden. Eigene Kontrolleure für Notfälle hat die FMG nicht viele.

Die Lufthansa informiert über den Status ihrer Flüge im Internet. Tickets sollen kostenlos umgebucht werden.

Darum geht es im Tarifkonflikt

Hintergrund sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherung (BDLS) sowie DBB und Verdi für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Im Tarifkonflikt fordert Verdi für staatliche geprüfte Mitarbeiter 20 Euro pro Stunde, und das einheitlich bei allen privaten Betreibern der Flugsicherheit. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt, so dass sich den Arbeitgebern zufolge Lohnsteigerungen von bis zu 44 Prozent ergäben. Sie lehnen die Forderung als bei weitem zu hoch ab.

Tourismuswirtschaft ist sauer

Arbeitgeber, Tourismusverbände und Wirtschaft kritisierten die Ausweitung der Warnstreiks. "Erneut wird ein Tarifkonflikt einer einzelnen Berufsgruppe auf dem Rücken von Hunderttausenden Passagieren, den Luftverkehrsbetrieben und vielen weiteren Unternehmen der deutschen Tourismuswirtschaft ausgetragen", monierte der Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Rabe: "Von Warnstreiks, also der Idee punktueller Warnsignale Richtung Arbeitgeber, kann hier definitiv keine Rede mehr sein."