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Warnstreik am Klinikum Nürnberg: "Gleiche Arbeit, gleicher Lohn" | BR24

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Mitarbeitende der Service-Gesellschaft am Klinikum Nürnberg haben heute gestreikt. Den Beschäftigten geht es um eine bessere Bezahlung und mehr Respekt.

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Warnstreik am Klinikum Nürnberg: "Gleiche Arbeit, gleicher Lohn"

Mitarbeitende der Service-Gesellschaft am Klinikum Nürnberg haben heute gestreikt. Den Beschäftigten geht es um eine bessere Bezahlung und mehr Respekt. In der kommenden Woche gehen die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern weiter.

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Von
  • Tina Wenzel

"Gleiche Arbeit, gleicher Lohn. Wir sind keine Beschäftigten zweiter Klasse", sagt Karin Reinfelder, Betriebsratsvorsitzende der Klinikum Nürnberg Service GmbH, bei dem Warnstreik am Klinikum Nürnberg. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Service-Gesellschaft fordern, dass ihre Löhne an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes angeglichen werden – nachdem auch einige ihrer Kollegen noch bezahlt werden.

Arbeitsbereich outgesourct

Der Hintergrund: Vor Jahren wurde der Servicebereich in Nürnberg, wie auch an vielen anderen Orten outgesourct und die Klinikum Nürnberg Servicegesellschaft gegründet. Die rund 800 Beschäftigten arbeiten dort nach dem Tarifvertrag Service, der weit unter dem Tariflohn des öffentlichen Dienstes liege, kritisiert Reinfelder. 200 Kollegen und Kolleginnen haben hingegen noch Altverträge und werden nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt.

Lohn reicht kaum zum Leben

Die Beschäftigten der Service-Gesellschaft arbeiten unter anderem am Empfang, in der Küche, der Wäscherei oder als Reinigungskraft. Der Lohn reiche hinten und vorne nicht, berichtet der Familienvater Alexander Bozinovski, der im Warentransport arbeitet. Viele haben noch einen zweiten Job. Und Raimonda Ebert, die Medizinprodukte aufarbeitet, betont, dass es bei der Bezahlung schwer sei qualifiziertes Personal zu halten. Die Corona-Pandemie verschärft zudem noch die Arbeitsbedingungen. "Wir Servicebereich-Mitarbeiter sind genauso wichtig wie Pfleger und Ärzte. Die Arbeit im Krankenhaus ist Teamarbeit", betont Milan Ognjanovic, der im Krankentransport arbeitet und Mitglied der Tarifkommission ist.

Protest per Postkarte

Coronabedingt haben heute nur einzelne Delegierte in Nürnberg gestreikt. Um zu zeigen, dass der Großteil der Beschäftigten dennoch hinter ihnen steht, präsentieren sie mehr als 700 Postkarten, die ihre Kollegen und Kolleginnen unterschrieben haben. Schon im vergangenen Jahr haben die Beschäftigten mit kreativen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht.

Verhandlungen mit den Arbeitgebern

Am kommenden Montag (15.02.21) steht die nächste Verhandlungsrunde um den Tarifvertrag Service mit der Arbeitgeberseite an. Das letzte Angebot der Arbeitgeber bewege sich gerade mal 39 Cent über dem geltenden Mindestlohn im Gebäudereiniger Handwerk, kritisiert Betriebsratsvorsitzende Reinfelder. Wenn kein besseres Angebot kommt, seien Streiks nicht ausgeschlossen, so Reinfelder.

© BR-Studio Franken / Tina Wenzel
Bildrechte: BR-Studio Franken / Tina Wenzel

Warnstreik der Service-Beschäftigten des Klinikums Nürnberg

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