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Warmer Main: Entspannung, aber noch keine Entwarnung | BR24

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Das Wasser im Main zwischen Kahl am Main und Würzburg hat sich wieder etwas abgekühlt. Die Regierung von Unterfranken gibt aber noch keine Entwarnung. Die nächsten Wochen sind entscheidend für die Ökologie des Flusses.

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Warmer Main: Entspannung, aber noch keine Entwarnung

Das Wasser im Main zwischen Kahl am Main und Würzburg hat sich wieder etwas abgekühlt. Die Regierung von Unterfranken gibt aber noch keine Entwarnung. Die nächsten Wochen sind entscheidend für die Ökologie des Flusses.

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Nach den Hitzetagen im August gab es zumindest einzelne Niederschläge und Temperaturen unterhalb der 30 Grad-Marke. Die kurze Verschnaufpause hat dem Main gut getan. Die Gewässer-Experten der Regierung von Unterfranken bleiben dennoch wachsam und zwar "mit höchster Aufmerksamkeit", so Axel Bauer, der für den Bereich Wasserwirtschaft zuständig ist. Die seit dem 13. August geltende "Warnung" für den Meldebereich zwischen Kahl am Main und Würzburg wird zunächst aufrecht erhalten". Ökologisch gesehen sind der Main und die weiteren Gewässer in Unterfranken für diesen Sommer noch lange nicht über den Berg.

Frühwarnsystem "Alarmplan Main"

Die derzeit gültige Warnung ist die zweithöchste von drei Stufen des "Alarmplans Main", den die Regierung von Unterfranken im Jahr 2015 installiert hat. Der "Alarmplan" ist ein Frühwarnsystem, das anzeigen soll, wann es für die Gewässerökologie des Mains kritisch wird, etwa hinsichtlich der Wassertemperatur oder des Sauerstoffgehalts. Laut Axel Bauer haben sich die moderateren Temperaturen der vergangenen Tage auch auf die Wassertemperatur des Mains ausgewirkt. So lag beispielsweise am Sonntag, 16. August, die Höchsttemperatur des Mainwassers bei Würzburg bei 25,8 Grad: Immer noch ein hoher Wert, der aber doch eine gewisse Entspannung bedeutet.

"Vergangene Woche hatten wir im Main teilweise Werte über 27 Grad, das ist wirklich heftig. Die größte Belastung für den Main ist einfach das Wettergeschehen, das sind die hohen Temperaturen. Die müssen wir hinnehmen und letztlich können wir nur versuchen, zusätzliche Belastungen für den Main zu minimieren." Axel Bauer, Bereichsleiter Wasserwirtschaft Regierung für Unterfranken

Das soll mithilfe des "Alarmplans Main" geschehen. Der Alarmplan kann zwar keine rechtsverbindlichen Nutzungsverbote aussprechen, gibt aber Handlungsanweisungen an Behörden oder sogenannte Einleiter in den Main: Industriebetriebe, Kraftwerke oder Kläranlagen, die bei den Stufen "Warnung" und "Alarm" zusätzliche Belastungen des Mains unterlassen sollen, also Einleitungen von Abwasser, Schlammräumungen oder Baggerungen.

Sauerstoffgehalt im Main droht zu sinken

Besonderes Augenmerk legt Axel Bauer derzeit auf den Sauerstoffgehalt im Main. Ein Grund sei, dass es am Main bei Erlabrunn eine leichte Algenblüte gebe. Wenn diese Algen absterben, könnte es innerhalb kurzer Zeit zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehalts kommen. "Das werden wir sehr kritisch beobachten", so Axel Bauer. Ein Fischsterben im Main befürchtet der Gewässer-Experte der Regierung von Unterfranken derzeit aber nicht.

Spätsommer als heikle Phase für Fluss und Fische

Diese Einschätzung hat auch Wolfgang Silkenat, der Fischereifachberater des Bezirks Unterfranken. "Wir haben im Main den Vorteil, dass durch die Zuflüsse aus den Nebengewässern und vor allem auch aus der Donau stetig frisches Wasser in den Main gelangt. Hoffen wir, dass es so bleibt", so Silkenat. Derzeit komme etwa ein Drittel des Wassers im Main aus der Donau. "Ansonsten hätten wir vermutlich bereits tote Fische im Main", so Silkenat. Entwarnung für die kommenden Wochen könne aber noch nicht gegeben werden. Hier seien besonders die zweite August-Hälfte und die erste Hälfte des Monats September entscheidend.

Fischsterben in Baggerseen wegen Sauerstoffmangel

Bei großer Hitze und zugleich kürzeren Tagen bestünde dann die Gefahr, dass tagsüber zu wenig Sauerstoff gebildet werden könne, der in den Nächten nicht mehr ausreiche. Dies könnte dann besonders an Baggerseen wie zum Beispiel im Haßfurter Raum zu Problemen führen. "Hier hatten wir in den vergangenen Jahren teilweise ein schlimmes Fischsterben, weil die Baggerseen wegen Sauerstoffmangel umgekippt waren", so Silkenat.

Keine Einschränkungen für Schwimmer

Den Einfluss von Schwimmern im Main, die dieses Jahr besonders zahlreich Erholung am und im Fluss suchen, halten die Experten für nachrangig. Zwar würden Schwimmer etwa durch Sonnencreme "durchaus auch Stoffe in den Main einbringen, die dem Fluss nicht unbedingt gut tun", so Axel Bauer von der Regierung von Unterfranken. Letztlich falle dies aber angesichts der Wassermenge im Main nicht ins Gewicht. Badeverbote drohten deshalb auch bei anhaltender Hitze nicht.

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