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Menschen am Würzburger Mainkai

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    Warme Tage in Würzburg: Kontrollen mit "Fingerspitzengefühl"

    Größere Personengruppen trotz Pandemie – die Situation am Würzburger Mainufer sorgt immer wieder für Kritik. Stadt und Polizei appellieren nun an die Vernunft besonders der jüngeren Würzburger. Kontrollen sind geplant, aber mit "Fingerspitzengefühl".

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    Von
    • Pirmin Breninek
    • Julia Dechet

    Ein sonniger Frühlingstag, ein lauer Maiabend, da drängt es die Menschen mehr und mehr nach draußen – um beispielsweise nach der Arbeit ein Feierabend-Bier zu trinken oder die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. In Würzburg ist das Mainufer bekanntermaßen ein beliebter und belebter Treffpunkt. Doch jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, sorgen solche Bilder immer wieder für Aufsehen: Medienberichte schilderten größere Personengruppen, die sich abends am Würzburger Mainufer trafen – mal nur für ein Getränk im Freien, durchaus aber auch mal zum Feiern mit lauter Musik.

    Appell an die Vernunft der Würzburger

    Die Situation, insbesondere entlang des Mainkai, ist der Stadt bewusst: Traditionell treffen sich hier viele Würzburger in den Abendstunden. So auch jetzt, bei warmem Wetter – trotz Pandemie. Am Wochenende soll das Wetter sommerlich warm werden. Deshalb appellieren die Stadt Würzburg und die Polizei an die Vernunft, insbesondere der jüngeren Würzburger. Die Polizei hat am Wochenende reguläre Kontrollen geplant, allerdings solle dabei die "Verhältnismäßigkeit" gewahrt bleiben. Polizei und Stadt wollen nach eigener Aussage mit "Fingerspitzengefühl" vorgehen.

    Von Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) heißt es: Wo die Menschen nicht einsichtig seien, werde es natürlich Konsequenzen geben. Verstärkte Kontrollen seien zwar vorgesehen, aber "eine Stadtgesellschaft kann nur erfolgreich sein, wenn sie solidarisch handelt", so Schuchardt.

    Polizei setzt auf Deeskalation

    Matthias Weber, leitender Direktor der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt, beschrieb eine deeskalierende Strategie der Polizei im Umgang mit den Feiernden am Main: "Es ist nicht so gedacht, dass die Polizei hinter jedem Busch hervorspringt." Verstöße würden geahndet werden, allerdings wollen die Beamten darauf achten, den Dialog zu suchen. "Ich glaube, das kriegt man nicht durch Repression geregelt", sagte Weber.

    Kontrollen und Alkoholverbot wirkten nur bedingt

    Verstärkter Kontrolldruck hilft aus Sicht von Oberbürgermeister Schuchardt und Kommunalreferent Wolfgang Kleiner allerdings nur bedingt. Schuchardt fürchtet, dass sich die Feiernden dann einfach einen anderen Ort suchen – die Treppe am Alten Hafen etwa oder den Ringpark, schlimmstenfalls die eigenen vier Wände. "Dann haben wir sie im Partykeller, wo im geschlossenen Raum die Infektionen stattfinden", sagte Schuchardt. Auch ein flächendeckendes Alkoholverbot ist aus Sicht von Wolfgang Kleiner keine nachhaltige Lösung: "Dann gehen sie halt in ihre Wohnungen." Gleichwohl sagte Kleiner, das Ordnungsamt würde "an keiner Stelle" wegschauen.

    Etwa 3.500 Ordnungswidrigkeiten wegen Corona-Verstößen hat die Stadt Würzburg nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten geahndet. In den meisten Fällen wegen fehlender Masken.

    Hoffnung auf Lockerungen in Corona-Zeiten

    Doch egal wie das Wochenende verläuft, die wärmeren Tage haben erst begonnen. Es braucht also auch längerfristige Ideen. Viele größere Feste, wie auch das Oktoberfest, sind 2021 bereits wegen Corona abgesagt. Aber: in den nächsten Tagen und Wochen sind in Bayern Corona-Erleichterungen geplant, auch beispielsweise für die Außengastronomie.

    Christian Schuchardt begrüßt kontrollierte Angebote für Treffen im Freien. Es sei viel besser, wenn die Menschen kontrolliert in Biergärten sitzen, als wenn sie sich unkontrolliert am Würzburger Mainufer treffen. "Lieber geordnet und getestet, als ungetestet einfach 'Wildwuchs' zu haben", so Schuchardt. Daher arbeite die Stadt gerade an einem Ersatzangebot im Bereich der Talavera, das in den nächsten Wochen realisiert werden soll. Ein ähnliches Angebot für kontrollierte Treffen im Freien soll es laut Schuchardt auch auf dem neuen Landesgartenschaugelände geben.

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