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Warenverkehr in der Coronakrise: Mulmiges Gefühl bei Lkw-Fahrer | BR24

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Für jede Tour bekommen die Lkw-Fahrer der Spedition Wittwer aus Eschenlohe ein neues Set mit Desinfektionsmittel, Handschuhen und Schutzmaske.

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    Warenverkehr in der Coronakrise: Mulmiges Gefühl bei Lkw-Fahrer

    Bayern bekommt viele Lebensmittel weiter aus Italien. Die Spediteure haben sich auf die Veränderungen in der Coronakrise eingestellt und versorgen die Lkw-Fahrer mit Sicherheits-Sets. Ein bedrückendes Gefühl fährt trotzdem mit in die Risikogebiete.

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    Am Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz kontrollieren Polizisten auf beiden Seiten der Grenze die Ein- und Ausreisenden. Die deutsche Bundespolizei befragt die Lastwagenfahrer nach gesundheitlichen Auffälligkeiten und ob sie Kontakt zu infizierten Menschen in Italien gehabt hätten. Fernfahrer Peter Buchwieser verneint, sein Ausweis und die Papiere werden gecheckt. Dann dürfen er und sein Lkw mit 25 Tonnen Fracht nach Bayern einreisen.

    Lkw-Fahrer: Ungutes Gefühl in der Lombardei

    Die Situation in der Lombardei sei bedrückend für ihn gewesen, sagt Lkw-Fahrer Peter Buchwieser. Alle Menschen seien geschützt hinter Glasscheiben, der Kontakt mit den dortigen Firmen sei auf auf ein Minimum reduziert. Die Papiere würden in Industriebetrieben in Mailand durch einen Schlitz durchs Fenster gereicht. Buchwieser selbst verlässt seinen Lkw nur noch, wenn er zur Toilette muss. Angst habe er nicht, aber ein ungutes Gefühl fahre immer mit, sagt der Garmisch-Partenkirchner.

    Sicherheits-Sets für die Fernfahrer

    Die Spedition, für die Buchwieser arbeitet, stattet ihre rund 180 Lkw-Fahrer mit Sicherheits-Sets aus, die sie vor jeder Tour bekommen. Firmenchef Georg Wittwer lagert die Sets mit Mundschutz, Desinfektionsmittel und Handschuhe in einem Safe in der Firmenzentrale in Eschenlohe.

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    Zu Demonstrationszwecken ausnahmsweise nicht im Safe: Die Sicherheits-Sets für die Lkw-Fahrer in der Spedition von Georg Wittwer

    Auf der Straße gebe es keine Einschränkungen, bestätigt Spediteur Georg Wittwer. Der Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. versucht, die wichtigsten Informationen von den Strecken zeitnah zu kommunizieren. Die Informationslage ändert sich laut Geschäftsführerin Sabine Lehmann aber teilweise im Stundentakt.

    Nächste Tour ins Zentrum der Coronakrise

    Die Unsicherheit wird sich in den kommenden Wochen fortsetzen. Fernfahrer Peter Buchwieser fährt am Sonntag in der Nacht wieder mit seinem Lkw nach ins Zentrum der Coronakrise in die Nähe von Mailand - wieder mit einem neuen Sicherheits-Set und vielleicht auch einem unguten Gefühl.