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War auch Würzburg Anschlagsziel von Franco A.? | BR24

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Der mutmaßliche Rechtsterrorist Franco A. sorgte 2017 für Schlagzeilen. Der Bundeswehrsoldat soll als syrischer Flüchtling getarnt Anschläge geplant haben. Eines seiner Ziele könnte der Würzburger Hafensommer gewesen sein.

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War auch Würzburg Anschlagsziel von Franco A.?

Der mutmaßliche Rechtsterrorist Franco A. sorgte 2017 bundesweit für Schlagzeilen. Der Bundeswehrsoldat soll als syrischer Flüchtling getarnt Anschläge geplant haben. Eines seiner möglichen Ziele könnte der Würzburger Hafensommer gewesen sein.

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Im Frühjahr 2017 wurde der Bundeswehroffizier Franco A. während eines Lehrgangs in der Kaserne im unterfränkischen Hammelburg verhaftet. Der Vorwurf: Er soll rechtsterroristische Anschläge geplant haben. Nun legen Recherchen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) nahe: Auch ein Konzert des Würzburger Hafensommers könnte im Visier von Franco A. gewesen sein. Entsprechende Hinweise lägen der Bundesanwaltschaft vor.

Konzert deutsch-syrischer Gruppen beim Hafensommer

Wie das RND schreibt, hätten die Ermittler bei Franco A. Aufzeichnungen zu einem Konzert auf dem Würzburger Hafensommer 2016 gefunden. Dort traten zwei deutsch-syrische Gruppen auf. Der Soldat soll sich hierzu verschiedene Details notiert haben: die Namen der Bands, Sponsoren und Ortsangaben. Ähnliche Aufzeichnungen hätten die Ermittler zu einem Stuttgarter Radiosender gefunden, schreibt das RND. Der Sender hat sich auf ein mehrsprachiges Programm für Flüchtlinge spezialisiert.

Franco A. soll Anschläge gegen Politiker geplant haben

Der Generalbundesanwalt glaubt, dass Franco A. aus einer rechtsextremen Gesinnung heraus Politiker und andere Menschen töten wollte, die sich für Flüchtlinge einsetzten. Gleichzeitig sollte die Bevölkerung seine Taten für radikal-islamische Anschläge eines Asylbewerbers halten. Tatsächlich hatte sich A. als syrischer Flüchtling registrieren lassen und führte ein Doppelleben.

Ermittler fanden eine Liste mit mehreren Namen. Darunter zum Beispiel: Claudia Roth, Joachim Gauck, Heiko Maas und Bodo Ramelow. Außerdem soll Franco A. die Amadeu-Antonio-Stiftung und ein Anti Rassismus-Netzwerk in Berlin ins Visier genommen haben.

Verfahren wegen Terrorverdachts abgelehnt

Die Recherchen des RND in Sachen Würzburg wollte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf Anfrage nicht bestätigen. Franco A. stammt eigentlich aus Offenbach am Main. Er soll bei seinen mutmaßlichen Anschlagsplänen von einem weiteren Oberleutnant der Bundeswehr und einem Studenten unterstützt worden sein.

Einen Haftbefehl gegen Franco A. hatte der Bundesgerichtshof im November 2017 aufgehoben, weil es keinen dringenden Tatverdacht gebe. Ein Verfahren wegen Terrorverdachts hatte das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt abgelehnt. Es gebe keinen "hinreichenden Tatverdacht". Nun soll das Verfahren am Landgericht Darmstadt wegen anderer Anklagepunkte fortgesetzt werden. Gegen die Entscheidung des OLG legte die Bundesanwaltschaft Beschwerde ein.

Sicherheitskonzept der Stadt kommt jährlich auf den Prüfstand

Christian Weiß, ein Sprecher der Stadt Würzburg, erklärte am Freitag, beim Würzburger Hafensommer seien in den zurückliegenden Jahren die Sicherheitsmaßnahmen immer wieder verschärft worden: "So ist das Gelände während des Festivals abgesperrt, nicht öffentlich zugänglich, und am Eingang werden auch Taschenkontrollen durchgeführt." Dieses Sicherheitskonzept werde jedes Jahr vor der Veranstaltung auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls auch angepasst, so Weiß weiter.