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Wanderführer: Waldbaden statt Fernreisen | BR24

© BR/Ulrich Trebbin

Statt in die Ferne zu schweifen kann der Erholungshungrige im heimischen Wald auftanken und dabei tiefe Erfahrungen beim Lauschen, Sehen und Riechen machen. Dazu lädt ein oberbayerisches Wanderbuch ein. Ein Besuch im Paterzeller Eibenwald.

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Wanderführer: Waldbaden statt Fernreisen

Statt in die Ferne zu schweifen kann der Erholungshungrige im heimischen Wald auftanken und dabei tiefe Erfahrungen beim Lauschen, Sehen und Riechen machen. Dazu lädt ein oberbayerisches Wanderbuch ein.

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Wer sich im Wald bewegt und die gute Luft dort einatmet, stärkt sein Immunsystem, das haben Wissenschaftler an der Universität in Tokyo herausgefunden. Rudolf Nützel vom Bund Naturschutz München weiß schon seit Kindertagen, dass ihm der Wald gut tut: Früher ist er oft nach der Schule erst einmal zwischen Fichten und den schnarrenden Rufen des Eichelhähers herumstrawanzt und hat den Wald mit allen Sinnen aufgesogen. Wenn er heimkam, war er erfrischt und vergnügt, sagt er heute.

Entdeckungen im Wald mit allen Sinnen

Diese Erfahrungen gibt er heute auch als Buchautor weiter. Er möchte möglichst vielen Menschen vermitteln, dass der Wald viele Mikroabenteuer für sie bereithält. Man kann die quicklebendigen Vogelstimmen durch den Wald hallen hören, die würzige Luft von Pilzen oder zwischen den Fingern zerriebenen Tannennadeln schnuppern, sich von den kräftigen Grüntönen von Bäumen und Gestruch beruhigen lassen und natürlich Blaubeeren, Walderdbeeren oder Minzeblätter probieren.

Dicht über dem Boden huscht der winzige Zaunkönig vorbei, dass man ihn für eine fliegende Maus halten könnte. Wenn er aber nach Weibchen ruft, bringt der kleine Kerl erstaunliche Schmettertöne aus seiner Kehle hervor. Das liegt daran, dass er oft an Bächen oder Wasserfällen lebt und darum ihr Rauschen übertönen muss.

Waldgenuss bei jedem Wetter

Für den Waldspaziergang- neudeutsch: Waldbaden - muss nicht die Sonne scheinen: Im Regen lullt einen das Prasseln der Tropfen im Blätterdach ein, und kräftiger Wind lässt die Äste der Bäume aneinander reiben. Wenn dann die Sonne wieder rauskommt, beginnt das Vogelkonzert von neuem. Jetzt riecht es besonders frisch zwischen Buchen und Bergahorn. Ein analoges Vergnügen!

Wanderrouten zwischen Freising und Oberammergau

Autor Rudolf Nützel hat für sein Wanderbuch "Waldpfade München", das im Bruckmann Verlag für 19,99 Euro erschienen ist, 33 Routen zwischen Freising und Oberammergau zusammengestellt - 15 von ihnen sogar auf Münchner Stadtgebiet. Neben kleinen Wanderkarten und Wegbeschreibungen macht der Text auf die lokalen Besonderheiten von Flora und Fauna aufmerksam. Das schärft die Sinne und erhöht den Genuss.

Fast alle Wanderungen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Auch für den Raum Nürnberg gibt es ein Waldpfadebuch im Bruckmann Verlag.

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