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Bildrechte: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Nachwuchs bei einem Wanderfalken im Bayerischen Wald

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    Wanderfalken im Nationalpark bereiten sich auf Nachwuchs vor

    Um den Wanderfalken am Großen Falkenstein eine ungefährdete Brut zur ermöglichen, wird der Wanderweg Heidelbeere zwischen den Höllbachfällen und dem Hüttensteig gesperrt. Und auch auf die momentan balzenden Auerhähne soll Rücksicht genommen werden.

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    Von
    • Renate Roßberger
    • BR24 Redaktion

    Zum Schutz der Wanderfalkenbrut sperrt die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald wie jedes Jahr ab 15. Februar wieder den Wanderweg "Heidelbeere" zwischen den Höllbachfällen und dem Hüttensteig. In den Wäldern am sogenannten Höllbachgespreng leben seit Jahren Wanderfalken.

    Wanderfalken sind sehr empfindlich

    Wenn sie brüten, bauen sie ihr Nest meist direkt auf den Felsen entlang des Wanderwegs. Die Vögel sind sehr störungsempfindlich. Wenn Wanderer am Nest vorbeigehen, ist der Bruterfolg gefährdet. Oft verlassen die Altvögel das Nest. Deshalb richtet die Parkverwaltung die Sperre vorsichtshalber jetzt ein.

    Wanderweg bis Sommer gesperrt

    Sollten die Wanderfalken tatsächlich zu brüten beginnen, kann die Sperre bis maximal Ende Juni, also bis der Nachwuchs flügge ist, verlängert werden. Wenn sie nicht brüten, wird sie früher aufgehoben.

    Für Wanderer sind die beliebten Höllbachfälle trotzdem nicht blockiert, weil der Weg bis zu der Stelle, wo man sie besichtigen kann, frei ist. Für den weiteren Weg hoch zum Falkensteingipfel ist eine Umleitung über den Wanderweg Silberblatt ausgeschildert. Auch das ist also nicht blockiert. Die Nationalparkverwaltung hofft auf das Verständnis der Besucher und dass sich alle an die Sperre halten.

    Auch Rücksicht auf Auerhähne nehmen

    Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald bittet Langläufer, Skitouren- und Schneeschuhgeher, Rücksicht auf Auerhähne zu nehmen. Wichtig sei vor allem, auf den markierten Wegen und Loipen zu bleiben und nicht abseits davon durch die Wälder zu laufen. Im Arbergebiet, auf der Auerhahnloipe, der Scheibenloipe und im Gebiet der Berge Zwercheck und Osser komme es immer wieder zu Begegnungen mit den geschützten Tieren.

    Stress lebensgefährlich für die Tiere

    Dabei können Auerhahnmännchen, die momentan in der Balzzeit sind und ihr Revier gegen Artgenossen verteidigen, auch aggressiv auf Menschen reagieren. Sie plustern dann ihr Federkleid auf, gehen manchmal auf die Menschen zu. Es gab auch schon Einzelfälle, wo ein Hahn einem Langläufer auf den Rücken gesprungen ist, so der Naturparkverein. Das Tragische daran ist, dass die Tiere am erlittenen Stress und Energieverlust sterben können, wenn solche Störungen häufiger vorkommen.

    Der Winter ist die nahrungsärmste Zeit für Auerwild. Die Vögel ernähren sich meist nur von Tannennadeln, die wenig Energie liefern. Sie müssen also vor allem Energiesparen. Häufiges Aufgeschrecktwerden raubt aber enorm viel Energie. Momentan sind durch den Corona-Lockdown, den Neuschnee und die gesperrten Pisten viele Menschen in den Bayerwald-Hochlagen unterwegs.

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