BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Waldsterben in Franken: Bäume in Not | BR24

© BR

"Wassermangel - trocknet Bayern aus?" ist eine Dokumentation des BR-Fernsehens über die zunehmende Trockenheit in unseren Wäldern. Wir zeigen schon vorab ein paar Impressionen dieser sehenswerten Dokumentation.

25
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Waldsterben in Franken: Bäume in Not

Immer mehr Wälder in Bayern sind vom Waldsterben betroffen. Bäume zeigen Schäden, Forstbesitzer müssen befallenes Holz verkaufen. Exporte nach China hält Umweltminister Glauber für "ökologischen Wahnsinn" und sieht den Freistaat in der Verantwortung.

25
Per Mail sharen
Von
  • Rüdiger Baumann

Das Waldsterben 2.0 hat die Nadelwaldgebiete Bayerns voll erwischt: Frankenwald, Fichtelgebirge, Veldensteiner Forst. Teilweise sind "nur" 30 Prozent der Flächen betroffen, oft jedoch ist die Hälfte der Bäume geschädigt oder tot, manchmal sogar 70 Prozent. Die Hitzesommer 2018 und 2019 haben die Fichten- und Kiefernmonokulturen massiv geschwächt. Der Borkenkäfer hat dadurch leichtes Spiel. Die Konsequenz: Das befallene Holz muss aus dem Wald geschafft werden, damit sich der Schädling nicht noch weiter verbreitet.

Holzexport nach China

Für viele Waldbesitzer war der Forst immer die Sparkasse, die man nur in Notzeiten angepackt hat. Die Aufbauarbeit von Jahrzehnten wurde jetzt in wenigen Monaten zerstört. Dazu kommt, dass die Einnahmen aus dem Holzverkauf oft nicht einmal die Kosten für das Fällen und den Abtransport decken. Grund für die Waldbesitzer, jeden noch so entfernten Absatzmarkt zu nutzen. Teile des Holzes verkaufen sie mittlerweile bis nach China.

Umweltminister: "Völlig falscher Weg"

Der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hält das für "ökologischen Wahnsinn" und beschreibt das Vorgehen als den "völlig falschen Weg". Glauber sieht den Freistaat in der Verantwortung und will sich dafür einsetzen, dass in die Ausschreibungen in Bayern die Energiebilanz mit einbezogen wird. "Und dann werden wir ganz schnell zu regionaler Vermarktung kommen", meint der Minister.

Baumkronen sterben ab

Inzwischen kommen auch aus immer mehr Mischwaldgebieten Nachrichten, dass auch Buchen und Eichen deutliche Schäden zeigen. Im Steigerwald etwa zeigen sich fehlender Blattaustrieb, kaputte Spitzen, Dürre und Hitzeschäden: Trockenstress auf mindestens 3.000 Hektar.

Der Steigerwald ist das Revier von Ulrich Mergner. Hier leitet er den Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten. Über 30 Jahre Forsterfahrung hat er auf dem Buckel. Letztes Jahr im Mai habe er festgestellt, dass die Buche nicht mehr richtig ausgetrieben ist. In Hitzesommern werfen Buchen schon mal frühzeitig Blätter ab, aber dass der Austrieb nicht kam, hat Ulrich Mergner noch nie erlebt. Inzwischen sind Teile der Kronen der geschädigten Bäume abgestorben.

Bäumen geht es schlecht

Der Baumwipfelpfad im Steigerwald macht es möglich, dass man den Baumkronen ganz nahekommt. Bäume mit sehr energiehaltigen Samen, wie Eichen und Buchen bilden in vielen Jahren wenige oder gar keine Früchte aus. Heuer hängen die Buchen voller Bucheckern. Ein Alarmzeichen: Denn, wenn es dem Baum schlecht geht, versucht er, die Art zu erhalten und bildet vermehrt Samen.

Der Film "Wassermangel – Trocknet Bayern aus?", am Mittwoch, 22.07.2020 um 22 Uhr im BR Fernsehen geht den Ursachen für das Waldsterbens 2.0 nach. Klimaforscher erklären die Veränderungen bei Temperatur und Niederschlag, die Bayern in den kommenden 30 Jahre zu erwarten hat.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!