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"Waldläufer" in Sommerhausen helfen mit, den Wald zu schützen | BR24

© BR/Carolin Hasenauer

Die Waldläufer suchen den Zaun nach Löchern ab, um die eingezäunten jungen Bäume vor Verbiss zu schützen.

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"Waldläufer" in Sommerhausen helfen mit, den Wald zu schützen

Den Wald vor der eigenen Haustür schützen: Das haben sich Ehrenamtliche in Sommerhausen vorgenommen. Als sogenannte Waldläufer sind sie mehrmals im Jahr mit dem Förster unterwegs. Spannend, was man alles entdeckt.

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Von
  • Carolin Hasenauer

Gut vier Kilometer Zaun sind um das Gebiet aufgebaut. Förster Wolfgang Schölch zieht mit den Waldläufern im Wald bei Sommerhausen los, um den Zaun auf Schadstellen abzusuchen - nach nur ein paar hundert Metern: Ein Loch im Zaun. "Das hat wahrscheinlich ein Wildschwein angegraben und jetzt können da Füchse durchschlüpfen - und die jungen Eichen anfressen", erklärt Schölch. Die "Waldläufer" haben sich bereit erklärt, ihn zu unterstützen.

"Waldläufer" waren erstmals unterwegs

Diese waren nun zum ersten Mal in Sommerhausen im Landkreis Würzburg unterwegs. Auf den Aufruf von Bürgermeister Wilfried Saak im September hatten sich vier Interessierte gemeldet. Am Freitag hat Förster Wolfgang Schölch dann erstmals die Ehrenamtlichen mit in den Wald genommen und ihnen das Gebiet gezeigt, um das sie sich kümmern dürfen.

Zaun schützt junge Bäume

Der Zaun schützt junge Eichen, Nussbäume und Buchen, die die Gemeinde Sommerhausen im Frühjahr gesetzt oder gezogen haben. Die sollen in Ruhe wachsen können, damit der Wald für den Klimawandel gewappnet ist. Denn die ansässigen Kiefern haben immer häufiger mit dem sinkenden Grundwasser und den Hitzeperioden zu kämpfen. Sommerhausen hat deshalb nun ein Ehrenamt ins Leben gerufen, das die naturverbundenen Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot holt: "Waldläufer".

Mischwälder gelten als stabiler

Konkret geht es darum: Im Frühjahr hat die Gemeinde junge Eichen, Buchen und Nussbäume gesetzt, um den Wald aufzuforsten. Der Zaun muss regelmäßig kontrolliert werden, damit er zeitnah wieder repariert wird. Denn durch Löcher im Zaun können etwa Rehe, Füchse oder Wildschweine schlüpfen, die an den jungen Bäumen Schaden anrichten würden. Ziel ist, dass die jungen Bäume schnell groß werden, damit der Zaun in ein paar Jahren wieder abgebaut werden kann, "denn wir wollen ja eigentlich nicht in eingezäunten Wäldern umherlaufen, sondern in freien Wäldern", betonte Bürgermeister Wilfried Saak.

Bürger ins Boot holen

Förster und Jäger allein schaffen die Kontrolle der Zäune nicht regelmäßig. "Wir wollen aus dem Gemeindewald einen Bürgerwald machen mit der Beteiligung von Ehrenamtlichen, jeder mit seinen Stärken, nach Lust und Kapazitäten", freut sich Förster Schölch auf die Zusammenarbeit mit den "Waldläufern".

Ehrenamtliche, die dem Wald Gutes tun wollen

Hannah Mathew ist eine der Ehrenamtlichen: "Wir haben den Aufruf im Mitteilungsblatt gelesen und fanden es schön, das zu verbinden: Spazieren gehen und etwas für die Gemeinde tun bzw. dann ja auch für den Wald." Doch auch Leute vom Fach sind dabei, wie etwa Karl Meder: "Ich bin schon seit frühester Jugend mit dem Wald verbunden, ich habe vor 35 Jahren meine Jägerprüfung gemacht. Ich fühle mich im Wald einfach zuhause."

© BR

Den Wald vor der eigenen Haustür schützen: Das haben sich Ehrenamtliche in Sommerhausen vorgenommen. Als sogenannte "Waldläufer" sind sie mehrmals im Jahr mit dem Förster unterwegs. Spannend, was man alles entdeckt.

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