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Endlich Sommer und Sonne und schon wird gewarnt? Gefühlt hat es den ganzen Mai in Niederbayern geregnet und trotzdem ist jetzt bereits die Waldbrandgefahr hoch - woran liegt das? Experten erklären.

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Waldbrandgefahr trotz verregnetem Frühjahr?

Endlich Sommer und Sonne und schon wird gewarnt? Gefühlt hat es den ganzen Mai in Niederbayern geregnet und trotzdem ist jetzt bereits die Waldbrandgefahr hoch - woran liegt das? Experten erklären.

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Von
  • Konstantin König
  • BR24 Redaktion

Trotz ergiebiger Regenfälle im Frühjahr ist in Niederbayern die Waldbrandgefahr stark angestiegen. Noch in dieser Woche wird deswegen mit Waldbrand-Beobachtungsflügen gestartet. Schuld ist weniger das aktuelle Jahr als die Jahre zuvor.

Waldbesitzer würden sich über wochenlangen Regen freuen

Warum die langanhaltenden Regenfälle im Frühjahr nicht ausgereicht haben, erklärt Bernhard Bielmeier, der Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern e.V. auf BR-Anfrage: "Der Landregen im Mai war für den Wald und damit auch für alle Waldbesitzer ein Segen, durch den wir besser in den Sommer gestartet sind als in den Jahren zuvor. Weil es aber in den Jahren zuvor einfach viel zu trocken war, sind die Böden weiterhin zu trocken - die Speicher sind leer. Als Waldbesitzer würde ich mich deswegen sogar freuen, wenn es jetzt wochenlang regnen würde."

Feinwurzeln wichtig für die Bäume

Laut Bernhard Bielmeier sind durch die Trockenheit der vergangenen Jahre viele Feinwurzeln der Bäume abgestorben. Diese Feinwurzeln haben die wichtige Funktion des Nährstoffes und Wassertransports. Eine Regeneration dieser Wurzeln dauert Jahre. Lothar Zimmermann, Experte für Böden und deren Wasserhaushalt an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, zieht auf BR-Anfrage ein ähnliches Fazit: Der Start in diesem Jahr war niederschlagstechnisch besser, über die letzten zehn bis 15 Jahre hat sich aber eine Hypothek gebildet, die sich immer mehr bemerkbar macht."

Unterschied zwischen oberflächlichem Wasser und Grundwasser

Unterschieden wird laut Zimmermann zwischen oberflächlicher Bodensättigung und dem Grundwasser. Durch den Klimawandel trocknet nicht nur die obere Erdschicht des Bodens schneller aus, auch die Grundwasservorräte haben durch weniger Niederschlag kaum Chancen, sich zu füllen. Für die Waldbrandgefahr ist vor allem der Oberboden interessant, der durch Hitze und Wind schnell austrocknet.

In Niederbayern gibt es Beobachtungsflüge von den Stützpunkten Vilshofen im Landkreis Passau und Arnbruck im Kreis Regen.

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