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Symbolbild: Waldbruch in einem Mischwald
© picture-alliance/ dpa
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Symbolbild: Waldbruch in einem Mischwald

Als die Forstministerin Michaela Kaniber in ihrer Rede verspricht, dass es weiter Hilfen für die Borkenkäferbekämpfung gibt – erhält sie Beifall. Immerhin hat sie für die Waldbesitzer auch einiges mitgebracht.

"Wir haben versucht, finanzielle Unterstützung zu geben, wenn es darum geht, das Holz zu entrinden oder eben Lagerplätze zu schaffen, das Holz aus dem Wald holen zu können. Wir haben da sehr schnell reagiert und wir werden 2019 und 2020 diese Maßnahmen auch fortführen und wenn es uns möglich ist, diese auch finanziell noch besser ausstatten." Forstministerin Michaela Kaniber

Schneebruch und Sturm lassen Waldbesitzer mit großen Schäden zurück

Die Sorgen der Waldbesitzer sind groß: Viereinhalb Millionen Festmeter Käferholz sind allein letztes Jahr in Bayern angefallen. Und jetzt drängen noch zusätzliche Mengen Schadholz nach Sturm und Schneebruch auf den Markt, ebenso Einfuhren aus anderen Bundesländern, aus Tschechien und aus Österreich. Der Holzmarkt ist massiv unter Druck geraten, gleichzeitig muss auch bei Johann Niegl aus Penzing bei Landsberg noch jede menge Schadholz aus dem Wald raus:

"Heuer gab es allein vier mal Sturm und ein mal Schnee. Genau an den Bereichen war bei uns etwas untergepflanzt. Das ist nahezu alles kaputt. Da fallen die Bäume herein und dann ist Schluss." Johann Niegl, Waldbesitzer

Johann Niegl schätzt die staatlichen Hilfen zum Beispiel für die Wiederaufforstung, beklagt aber den Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

"Wir haben die staatliche Förderung zur Aufforstung schon Anspruch genommen. Ich glaube das Sinnvollste bei solchen Schäden ist, den Rest wegzunehmen und neu anzupflanzen." Johann Niegl, Waldbesitzer

Investitionen in Beseitigung der Schäden besänftigt nicht alle Waldbesitzer

Den Waldumbau in Richtung klimaresistenter Mischwald unterstützt der Freistaat Bayern ebenfalls weiter. Außerdem will Kaniber 30 zusätzliche Förster einstellen. Das muss allerdings der Landtag noch beschließen. Um die hohen Kosten, die durch die Aufarbeitung von Käfer-und Sturmholz entstehen, abzufedern, fordert der Verband steuerliche Entlastungen für betroffene Waldbesitzer.

"Bayern hat den Vorstoß schon im Bund getan. Es liegt derzeit im Bundesrat, der es schon positiv entschieden hat. Da geht es um steuerliche Entlastungen, dass man diese auch in größerem Umfang absetzen kann. Auch das ist entschieden. Nun geht es darum, dass der Bundestag sich dem Ganzen auch anschließt und es positiv entscheidet." Forstministerin Michaela Kaniber

Johann Niegl besitzt drei Hektar Wald. Er bezweifelt, dass der Kampf gegen den Borkenkäfer überhaupt noch zu gewinnen ist.

"Den Käfer wird wahrscheinlich niemand aufhalten, auch die Politik nicht. Bei uns ging es 2013 mit Käferschäden los – und die Folgejahre dann immer wieder. Was die größte Katastrophe ist, ist der Verfall des Holzpreises. Wenn man einen Prozessor und einen Rückewagen braucht und dazu den derzeitigen Holzpreis anschaut, dann bleibt fast nichts mehr übrig. Abgesehen von den Schäden im Wald." Johann Niegl, Waldbesitzer

Josef Ziegler, der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbands, gibt sich dagegen noch optimistisch.

"Wenn man nichts macht, und das sieht man in Tschechien, die strukturell schwach aufgestellt sind, da hat sich der Borkenkäfer wirklich massenhaft vermehrt. Das kann man mit konsequenten Maßnahmen wirklich verhindern." Josef Ziegler, Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband

Waldbesitzer fordern mehr Unterstützung für Privatwaldbesitzer

Gerade die Waldbesitzer mit nur ein, zwei oder drei Hektar sind froh, dass der Freistaat auch Forstbetriebsgemeinschaften fördert, die gerade jetzt kleine Waldbesitzer bei der Borkenkäferbekämpfung aktiv unterstützen. Was die Bayerischen Staatsforsten 'Bay SF' schon haben, wollen die Privatwaldbesitzer auch bekommen:

"Wichtig ist, dass wir den Käfer schneller binden und moderne Geo-Informationssysteme nutzen – so wie die Bay SF. Die hat ein Monitoring auf der Fläche und sieht, wo was passiert. Wir müssen die Schlagkraft mit Hilfe moderner Technik verbessern." Josef Ziegler, Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband

Borkenkäfer bleibt Hauptthema bei Förstern und Waldbesitzern

Einig sind sich Waldbesitzer, ihr Verband und das Ministerium aber in einem: Die drohende, massenhafte Ausbreitung des Borkenkäfers in Bayern lässt sich nur gemeinsam verhindern, mit großer Anstrengung, viel Technik und Glück.

Symbolbild: Waldbruch in einem Mischwald

Symbolbild: Waldbruch in einem Mischwald