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Waldbesitzer gibt Klimastudie für Castell in Auftrag | BR24

© Jürgen Gläser BR

Waldbesitzer gibt Klimastudie für Castell in Auftrag

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Waldbesitzer gibt Klimastudie für Castell in Auftrag

Der Klimawandel ist derzeit das alles beherrschende Thema. Ferdinand Fürst zu Castell-Castell hat als Waldbesitzer eine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie sich seine Flächen entwickeln werden. Mit einem interessanten Ergebnis.

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Ferdinand Fürst zu Castell-Castell wollte schon vor zwei Jahren wissen, wohin die Reise für seine Wälder und Weinberge geht. Wo kann man schon heute sehen, wie das Klima in Franken Mitte des Jahrhunderts sein wird? Mit dieser Frage wandte er sich an Professor Heiko Paeth, einen Klimaforscher der Uni Würzburg. Paeth hat – erstmals für Franken – eine Klima-Analogie-Studie erstellt, die seit einigen Monaten vorliegt.

Vergleichbar mit Frankreich

Darin vergleicht er Colmar im französischen Elsass mit Castell. Colmar liegt 367 Kilometer süd-westlich von Castell. Der Fürst findet in dieser Klima-Analogie-Studie nun erste Antworten für den Waldumbau: Der Blick nach Colmar zeigt, dass es dort die in Mainfranken heimischen Nadelbaumarten, aber auch die Rotbuche gar nicht gibt. Stattdessen findet man im europäischen Waldkataster im Raum Colmar vor allem Eichen- und Hainbuchenwälder. Im Steigerwald hat das Haus Castell-Castell 3.600 Hektar Wald.

Problem mit Borkenkäfer

Der Borkenkäfer hat in diesem Sommer 8.000 Festmeter Fichte zerstört. In Castell türmen sich nun gefällte Fichtenstämme auf riesigen Halden. Die Analogiestudie Colmar-Castell bestärkt den Forstverantwortlichen Uwe Reißenweber, künftig beim Waldumbau vor allem auf die Eiche, aber auch auf Spitzahorn, Kirsche Elsbeere, Speierling und Feldahorn zu setzen. Auch im Weinbau wird der Klimawandel Veränderungen bringen. Professor Paeth geht davon aus, dass schon ab 2050 in ganz Mainfranken Weinanbau möglich ist, mit Ausnahme der höheren Lagen der Rhön.

Auswirkung auf Weinbau

Extreme Süd-Steillagen, wie der Escherndorfer Lump werden dagegen nicht mehr für traditionelle Rebsorten, wie Silvaner oder Riesling die erste Wahl sein, glaubt Paeth. Peter Geil, der Leiter des Fürstlich Castell´schen Domänenamtes, hält beim Blick nach Colmar neue Rotweinsorten in Castell für möglich. In 20-30 Jahren könnten das Cabernet Sauvignon oder Merlot sein. "Ob wir das wollen, ist die andere Frage", sagt Geil. Immerhin: Die fränkische Vorzeige-Rebsorte Silvaner hat sich bislang als Gewinner des Klimawandels erwiesen.

© BR

Der Klimawandel ist das alles beherrschende Thema. Ferdinand Fürst zu Castell-Castell hat als Waldbesitzer eine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie sich seine Flächen entwickeln werden. Mit interessantem Ergebnis.