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Waldbahn bleibt - Kritik an 1.000er-Kriterium auch | BR24

© BR/Renate Rossberger

Waldbahn-Strecke Viechtach-Gotteszell

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    Waldbahn bleibt - Kritik an 1.000er-Kriterium auch

    Verkehrsministerin Schreyer hat bekannt gegeben, dass die Waldbahn zwischen Viechtach und Gotteszell im Kreis Regen erstmal weiterfahren darf - aber höhere Fahrgastzahlen erzielen muss. An der Marke von 1.000 Fahrgästen gibt es weiterhin viel Kritik.

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    Die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat unter dem Applaus von Demonstranten in Regen bekannt gegeben, dass die Waldbahn zwischen Viechtach und Gotteszell im Kreis Regen nicht stillgelegt wird - erstmal. Denn das Kriterium, dass mindestens 1.000 Fahrgäste täglich damit unterwegs sein müssen, bleibt bestehen - eine große Aufgabe, die auf die Region zukommt.

    SPD-Landrätin: "Kompromiss, der Chancen eröffnet"

    Für die Regener Landrätin Rita Röhrl (SPD) ist die jetzt erreichte Verlängerung für die Bahnstrecke "ein guter Kompromiss, der uns auf jeden Fall Chancen eröffnet".

    Röhrl will zusammen mit dem Kreistag erreichen, dass jetzt die Ideen und Vorschläge aus einem Nahverkehrsgutachten im Landkreis umgesetzt werden.

    Zum Beispiel sollen Busverbindungen verbessert und enger mit der Bahn vernetzt werden. So könne man mehr Menschen in die Bahn bringen. "Wir müssen vielleicht da und dort noch ein bisschen schneller werden mit der Umsetzung", so die Landrätin.

    CSU-Kreisvorsitzender: "Mehr Menschen in die Züge bringen"

    Der Regener CSU-Kreisvorsitzende Stefan Ebner sieht jetzt ebenfalls die Region und den Landkreis am Zug. Man dürfe sich jetzt keinesfalls zurücklehnen, nur "weil die Ministerin jetzt da war und vermeintlich uns ein Zuckerl gegeben hat, dass wir viele Jahre Zeit haben".

    Das Bahnangebot müsse verbessert und tatsächlich mehr Menschen in die Züge gebracht werden. Man könne zum Beispiel mit der Wirtschaft reden, dass Arbeitnehmer stärker den Zug statt das Auto nutzen.

    Kritik an der festgelegten Fahrgastzahl

    Der CSU-Ehren-Kreisvorsitzende im Landkreis Regen und Ex-Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will weiterhin an dem umstrittenen 1.000er-Kriterium für reaktivierte Nebenbahnen rütteln.

    Für die 25 Streckenkilometer der Linie Viechtach-Gotteszell bedeutet das Kriterium, dass man täglich im Schnitt 1.350 Fahrgäste und mehr braucht. Das sei völlig unrealistisch für Nebenbahnen, und die Staatsregierung müsse dieses Kriterium noch einmal überdenken, so Brunner.

    Auch der FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann, der schon einmal erfolglos versucht hatte, das Kriterium im Landtag zu Fall zu bringen, will hier dranbleiben. Das Kriterium "ist in Ballungsräumen, wo viele Menschen leben, in Ordnung, aber in dünner besiedelten Gebieten muss man einen bestimmten Korrekturfaktor" haben, so Muthmann zum BR.

    Staatsregierung hält an 1.000er-Kriterium fest

    Die bayerische Staatsregierung hält bisher weiter an dem Kriterium fest, auch vor dem Hintergrund, dass es in Bayern rund 25 Fälle gibt, wo Regionen ebenfalls stillgelegte Nebenbahnen reaktivieren wollen.

    Diese Zahl nannte der Regener CSU-Kreisvorsitzende Stefan Ebner aus dem Gespräch mit der Verkehrsministerin. Wenn im Bayerischen Wald die Kriterien für Reaktivierungen aufgeweicht werden, müsste man es auch für die anderen Nebenbahnen tun.

    Der Bayerische Oberste Rechnungshof beobachtet die Situation weiterhin kritisch. Züge, die zu wenig genutzt werden, seien laut Rechnungshof weder wirtschaftlich noch ökologisch.

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