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Waldbahn-Aus vom Tisch - Ministerin entschuldigt sich für Panne | BR24

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Die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sicherte am Montagabend auf dem Regener Stadtplatz zu, dass die Bahn vorerst weiter auf der Bahnlinie Viechtach-Gotteszell fahren wird.

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Waldbahn-Aus vom Tisch - Ministerin entschuldigt sich für Panne

Vor zwei Wochen verkündete das bayerische Verkehrsministerium das Aus für die Waldbahn zwischen Gotteszell und Viechtach. Jetzt die Wende: Die Waldbahn darf vorerst weiterfahren. Die Ministerin entschuldigte sich für eine Kommunikationspanne.

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Die Waldbahnstrecke zwischen Gotteszell und Viechtach im Kreis Regen wird erstmal nicht stillgelegt. Das hat die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) im Landratsamt Regen verkündet. Im Vorfeld hatte es eine Panne in der Kommunikation gegeben, wofür sich die Ministerin in Regen ausdrücklich entschuldigte.

Solange die Studie läuft, fährt auch die Bahn

Die Verbund-Studie wird weiterlaufen und so lange wird auch die Waldbahn auf der 25 Kilometer langen Strecke verkehren, hieß es. Einen konkreten Zeitpunkt, wann die Studie abgeschlossen sein wird und wann die 1.000 Fahrgäste pro Tag erreicht sein müssen, konnte die Ministerin am Montag nicht sagen.

Der Landkreis Regen arbeitet mit den Nachbarlandkreisen an einem Nahverkehrskonzept. Bus und Bahn in der Region sollen stärker verzahnt werden, um das 1.000er-Kriterium zu erreichen. Ziel sei es nach wie vor, betonte Schreyer, dass durchschnittlich 1.000 Fahrgäste täglich die Bahnlinie Viechtach-Gotteszell nutzen, beziehungsweise 1.000 Fahrgast-Kilometer erreicht werden - das entspricht knapp 1.400 Personen täglich. Erst dann sei ein Regelbetrieb möglich. An dem Kriterium werde nicht gerüttelt. Nachdem sie das Engagement vor Ort erlebt habe, sei die Ministerin aber zuversichtlich.

Kommunikationspanne wird Folgen haben

Ausdrücklich entschuldigt hat sich die Verkehrsministerin für "eklatante Fehler in der Kommunikation". Die Art und Weise, wie das Bahn-Aus vor zwei Wochen kommunziert worden war - nämlich nur per Pressemitteilung und ohne jegliche Vorgespräche mit der betroffenen Region - sei nicht in Ordnung gewesen. Sie sei von falschen Voraussetzungen ausgegangen und in ihrem Ministerium fehlerhaft unterrichtet worden. Das werde auch Konsequenzen haben, hieß es. Die Landrätin Rita Röhrl (SPD) nahm die Entschuldigung an. Sie war vom definitiven Aus für die Bahnstrecke ab 2021 völlig überrascht worden. Als Grund wurden die zu niedrigen Fahrgastzahlen genannt.

Hunderte demonstrieren für die Bahnstrecke

Verkehrsministerin Schreyer traf sich am Abend noch mit der CSU-Kreistagsfraktion in einem Gebäude am Regener Stadtplatz. Auch die dortige Kreis-CSU fordert, dass die Bahnstrecke erhalten bleibt. Etwa 300 bis 400 Menschen demonstrierten vor dem Gebäude für den Erhalt der Bahnstrecke. Mit Transparenten auf denen zum Beispiel stand "Wir brauchen die Bahn" oder "Wir brauchen Zug-kunft" und mit Pfiffen machten sie ihrem Unmut über die vor zwei Wochen verkündete Entscheidung des Ministeriums, den Probebetrieb im Herbst 2021 einzustellen, Luft. Veranstalter war der Förderverein für nachhaltige Mobilität "Go-Vit".

© Brigitta Schlüter

Demonstration für die Waldbahn auf dem Regener Stadtplatz

Durch die Studie Zeit gewonnen

Der Bayerische Oberste Rechnungshof beobachte die Wiederbelebung der Bahnlinie kritisch. Wenn zu wenig Menschen Bahn fahren, sei der Betrieb weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar. Momentan, so Schreyer, werde auch das Kriterium von 500 Fahrgastkilometern nicht durchgehend erreicht. Aber die Region habe jetzt nochmal Zeit gewonnen, das zu schaffen. "Es kommt aber jetzt darauf an, dass sie dann wirklich in die Bahn einsteigen," so Schreyer.

Regener Landrätin sehr zufrieden

Die Regener Landrätin Rita Röhrl, die das Bahn-Aus heftig kritisiert hatte, ist mit dem heutigen Ergebnis "sehr zufrieden". Die Region habe jetzt Luft, auch wenn es keinen konkreten Termin gebe. "Aber 2021 sei nicht Schluss", das sei erst einmal das Wichtigste. Sie begrüße es, dass das Ministerium die Verbundstudie begleiten und mit voranbringen will. Aber auch die Region müsse sich anstrengen, um die Fahrgaststeigerung zu erreichen, nicht nur auf der Bahnstrecke Viechtach-Gotteszell, sondern auch auf den bestehenden Waldbahnlinien.

Kreistagssitzung zur Waldbahn abgesagt

Die für den 9. September angesetzte Sondersitzung des Regener Kreistags wurde daher abgesagt. Das gab das Landratsamt bekannt. Bei der Sitzung sollte unter anderem eine Resolution für den Bahnerhalt beschlossen werden. Das hat sich durch den Besuch der Bayerischen Verkehrsministerin in Regen nun erledigt.

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