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Waldbahn-Aus: Unterstützerverein kritisiert falsche Zahlen | BR24

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In einem offenen Brief hat der Bahnunterstützerverein "Go-VIT" Verkehrsministerin Schreyer kritisiert.

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    Waldbahn-Aus: Unterstützerverein kritisiert falsche Zahlen

    In einem offenen Brief hat der Bahnunterstützerverein "Go-VIT" Verkehrsministerin Schreyer für die Entscheidung um das Aus der Waldbahn kritisiert: Der Verein wirft Schreyer unter anderem vor, sich tendenziös beraten lassen zu haben.

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    Der Bahnunterstützerverein "Go-VIT" kritisiert in einem offenen Brief an Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU), dass bei dem am vergangenen Montag verkündeten Aus für die Waldbahn zwischen Gotteszell und Viechtach in keiner Weise die "enormen Anstrengungen der Region" zur Kenntnis genommen werden.

    Die vom Ministerium verbreitete Pressemitteilung enthalte falsche Behauptungen und zeige, dass die Ministerin "aus unserer Sicht nicht umfassend, dafür aber tendenziös" beraten wurde.

    Schreyer zu Besuch eingeladen

    Der Verein "Go-VIT", der sich laut eigener Angaben für nachhaltige Mobilität im oberen Bayerischen Wald einsetzt, bittet die Ministerin, ihre Entscheidung zu überdenken und lädt Schreyer zu einem Besuch vor Ort zu einer der "schönsten Bahnstrecken Deutschlands" ein.

    Bürgerentscheid: Mehrheit für Waldbahn

    Nach Ansicht von "Go-VIT" sei das Aus für die Waldbahn für die meisten Bürger in der Region nicht nachvollziehbar. Bei einem Bürgerentscheid vor fünf Jahren haben rund Zweidrittel der Wählerer für die Bahn gestimmt.

    Zahlen spezifiziert

    In dem offenen Brief an Schreyer listet "Go-VIT" auf, dass inzwischen im Jahresschnitt zwischen 500 und 600 Fahrgäste mit Spitzen von bis zu 1.300 Fahrgästen täglich die Bahn zwischen Gotteszell und Viechtach nutzen. Die Strecke habe, laut einem Gutachten, das Potential von 1.000 Fahrgastkilometern, wenn der ÖPNV in der Region weiter verbessert würde.

    Ruf nach Einbezug anderer Kriterien

    Solche Maßnahmen aber brauchten Zeit, so "Go-VIT". Der Weiterbetrieb der Bahnlinie im Bayerischen Wald ist nach Ansicht von "Go-VIT" eine Frage des politischen Willens. Der Verein verweist in diesem Zusammenhang auf einen Landtagsbeschluss, für die Reaktivierung von Bahnlinien im ländlichen Raum auch andere Kriterien miteinzubeziehen.

    Petition gestartet

    Währenddessen hat der Regensburger Geograf Gero Wieschollek eine Initiative zur Rettung der Waldbahn auf der Plattform "openPetition" gestartet. Die Petition mit dem Titel "Rettet die Waldbahn in Bayerisch Kanada" richtet sich ans Bayerische Verkehrsministerium. Über die nächsten acht Wochen will Wieschollek 24.000 Stimmen sammeln, um so eine Neudiskussion des geplanten Aus der Waldbahn im Ministerium zu erwirken.

    Verkehrsministerium: 1.000-Kriterium gilt für alle

    Das Bayerische Verkehrsministerium hatte am vergangenen Montag verkündet, den Probebetrieb auf der Waldbahnstrecke zwischen Gotteszell und Viechtach im September 2021 beenden zu wollen. Hintergrund ist, dass aus Sicht des Ministeriums zu wenig Fahrgäste auf der Strecke fahren.

    Das Ministerium legt dafür das sogenannte 1.000er-Kriterium zu Grunde, demnach müssten täglich mindestens 1.000 Personen die komplette Strecke befahren. Dieses Kriterium gelte für alle Reaktivierungsstrecken in Bayern, so das Ministerium.

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