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Waldbahn-Aus: Scharfe Kritik von Fahrgastverband Pro Bahn | BR24

© pa/Geisler-Fotopress/Robert Schmiegelt

Symbolbild ungenutztes Gleis

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    Waldbahn-Aus: Scharfe Kritik von Fahrgastverband Pro Bahn

    Katastrophales Signal für die Verkehrswende und Tiefschlag für den Tourismus: Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Einstellung der Bahnstrecke zwischen Gotteszell und Viechtach (Lkr. Regen) und fordert Konsequenzen.

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    Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die von Seiten des Bayerischen Verkehrsministeriums verkündete Einstellung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke zwischen Gotteszell und Viechtach (Lkr. Regen) scharf.

    Einfach den "Stecker gezogen"

    Der Pro Bahn Landesverband Bayern nennt die Entscheidung des Ministeriums ein falsches Signal, vor allem im Hinblick auf die Herausforderungen der Verkehrswende. Lukas Iffländer, der stellvertretende Vorsitzende von Pro Bahn Bayern, spricht von einer "schallenden Ohrfeige für den ländlichen Raum." Diese Entscheidung zeuge von Ignoranz und Unkenntnis der Bürokratie über die Verhältnisse vor Ort, so Iffländer weiter. Gerade weil aktuell Bemühungen des Landkreises Regen und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) laufen, das regionale Bus-Zug-Konzept zu verbessern, sei es unverständlich, dass das Ministerium buchstäblich "den Stecker zieht."

    Entscheidung ohne Absprachen und mit groben Fehlern

    Besonders scharf kritisiert Pro Bahn, dass der Entschluss des Ministeriums ohne Einbindung des Bayerischen Landtags und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft getroffen wurde. Die Annahme des Ministeriums, die früheren Bahnfahrer würden danach auf den Bus umsteigen, sei schlichtweg falsch, so Iffländer: "In allen früheren Fällen der Einstellung des Bahnverkehrs haben nur ein Viertel bis die Hälfte der bisherigen Bahnfahrer das alternative Busangebot tatsächlich genutzt – der Rest ist zum Auto abgewandert. Damit fällt die Klimabilanz der jetzigen Entscheidung eindeutig negativ aus. Das ist also die real existierende Verkehrspolitik der Bayerischen Staatsregierung."

    Wichtig für Tourismus

    Die Nichtbeachtung des touristischen Potentials der Bahnlinie Gotteszell-Viechtach sei die zweite gravierende Fehleinschätzung, so der Fahrgastverband. Durch den Wegfall der Strecke Gotteszell-Viechtach würde dann auch noch der weiterführende Verkehr auf der Hauptlinie der Waldbahn zwischen Deggendorf und Plattling und auch auf den anschließenden Strecken Richtung München oder Regensburg fehlen.

    Pro Bahn fordert in einer schriftlichen Mitteilung alle Mandatsträger in der Region und im Bayerischen Landtag auf, alles zu tun, damit der Beschluss der Bayerischen Staatsregierung schnellstmöglich rückgängig gemacht wird.

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