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Walchenseekraftwerk: Verbände fordern besseren Schutz der Isar | BR24

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Bildrechte: pa/dpa/Manfred Bail

Die Konzession für das Walchensee-Kraftwerk wird ab 2030 neu vergeben. Dabei muss auch entschieden werden, wie viel Wasser aus der Isar künftig für die Stromerzeugung ausgeleitet werden darf. Umweltschützer sehen darin eine große Chance.

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Walchenseekraftwerk: Verbände fordern besseren Schutz der Isar

Umweltverbände fordern, dass die Flusslandschaft der Oberen Isar bei einer Neukonzessionierung des Walchenseekraftwerks besser geschützt wird. Bisher wird viel Wasser zur Stromerzeugung in den Walchensee abgeleitet. Das bedrohe 200 Rote-Liste-Arten.

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Von
  • Rebecca Reinhard
  • Matthias Lauer

13 Umweltverbände aus Bayern wollen, dass beim künftigen Betrieb des historischen Walchenseekraftwerks die Natur besser geschützt wird.

Verbände fordern Schutz der Flusslandschaft

Bisher werden am Isarwehr in Krün zwei Drittel des Isarwassers zur Stromerzeugung in den Walchensee abgeleitet. Wie die Umweltverbände erklärten, führt dies zu Wasserknappheit und Verbuschung. Die Umlagerung von Kies werde behindert und damit das Entstehen neuer Lebensräume für an diesen Wechsel angepasste Arten. Insgesamt, so die Verbände, seien 200 Rote-Liste-Arten wie etwa die gefleckte Schnarrschnecke massiv bedroht.

Konzession auf höchstens 20 Jahre befristen

Im September 2030 läuft die Konzession zur Energieerzeugung mit dem Walchenseekraftwerk aus. Die neue Erlaubnis dürfe nur befristet für maximal 20 Jahre erteilt werden. Sie müsse zudem flexibel gestaltet werden, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Die Organisationen fordern in 16 gemeinsamen Positionen auch mehr Einbindung bei dem Verfahren.

Studien zum Wildfluss Isar gefordert

Den Umweltverbänden zufolge ist bis zur Neukonzessionierung genug Zeit, belastbare Studien vorzulegen, die zeigen, wie viel Wasser in der Isar verbleiben muss, damit Deutschlands letzter Wildfluss wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückfindet.

"Wir haben jetzt die Jahrhundertchance, die wasserwirtschaftlichen Fehler der Vergangenheit gutzumachen Wir wollen das Kraftwerk nicht sprengen, aber wir wollen, dass die Natur mindestens zu ihrem Recht kommt, genauso wie der Beitrag zu einer erneuerbaren Energieversorgung in Bayern." Richard Mergner, Bund Naturschutz

Walchenseekraftwerk sollte dem Staat gehören

Zu den Forderungen der Verbände gehört auch eine Verstaatlichung. Bayern solle Eigentümer der Anlage werden. Dies sei eine unrealistische Extremposition, sagt der Tölzer Landrat Josef Niedermeier, der die Konzession letztlich ausstellen muss. Bisheriger Betreiber des Walchenseekraftwerks ist der Energiekonzern Uniper.

Der Kampf ums Isar-Wasser hat begonnen

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