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Waghalsiges Überholmanöver: Gericht sieht keinen Mordversuch | BR24

© BR/Kathrin Unverdorben

Lkw-Überholmanöver: Landgericht Passau sieht keinen Mordversuch. Stattdessen wird dem Lkw-Fahrer jetzt der Prozess wegen vorsätzlicher Gefährdung im Straßenverkehr gemacht.

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Waghalsiges Überholmanöver: Gericht sieht keinen Mordversuch

Das Landgericht Passau sieht keinen Mordversuch in dem waghalsigen Überholmanöver eines tschechischen Lkw-Fahrers im Januar auf der B12 bei Freyung. Stattdessen wird dem Mann jetzt der Prozess wegen vorsätzlicher Gefährdung im Straßenverkehr gemacht.

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Dem Lkw-Fahrer, der im Januar dieses Jahres auf der B12 bei Freyung mehrmals lebensgefährlich überholt haben soll, wird nicht wegen versuchten Mordes der Prozess gemacht. Das hatte eigentlich die Staatsanwaltschaft gefordert. Wie das Landgericht Passau jetzt mitteilt, ist der Tscheche stattdessen wegen der vorsätzlichen Gefährdung im Straßenverkehr angeklagt.

Begründung: Kein Nachweis

Zur Begründung heißt es, dass das vorgeworfene Fahrmanöver zwar in höchstem Maße gefährlich gewesen sei und für andere Verkehrsteilnehmer hätte tödlich enden können, der Nachweis eines Tötungsvorsatzes sei aber nicht zu erbringen. Wegen der zu erwartenden Strafe von bis zu vier Jahren hat die Kammer das Verfahren vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Passau eröffnet.

Waghalsig überholt trotz Gegenverkehr

Dem damals 52-Jährigen wird vorgeworfen, am Ende einer Überholstelle, an der zwei Spuren wieder zusammenführen, einen anderen Laster waghalsig überholt zu haben. Daraufhin blieb er auf der linken Spur um einen weiteren Lkw zu überholen, obwohl ein Bus entgegenkam. Der entgegenkommende Busfahrer konnte gerade noch ausweichen. Der tschechische Lkw-Fahrer schob sich unfallfrei zwischen Laster und Bus durch. Auch mehrere Autos kamen nur knapp davon.

Dashcam filmte Überholmanöver

Das lebensgefährliche Fahrmanöver war von einer Dashcam gefilmt worden. Dieses Video ging im Januar dieses Jahres durch verschiedene Soziale Netzwerke und sorgte für viel Aufregung und Entrüstung. Der Tscheche wurde nach Bekanntwerden des Falls mit europäischem Haftbefehl gesucht und nach Deutschland überführt.

Staatsanwaltschaft hatte ihm versuchten Mord vorgeworfen

Die Staatsanwaltschaft Passau hatte ihm Ende August versuchten Mord mit gemeingefährlichen Mitteln vorgeworfen. Die Argumentation war: Mit seiner unberechenbaren Fahrt habe es der Mann billigend in Kauf genommen, dass es zu einem Unfall kommt, bei dem mehrere entgegenkommende Menschen verletzt oder getötet werden hätten können.

Wann der Prozess gegen den Lkw-Fahrer startet ist noch nicht bekannt. Wegen bestehender Fluchtgefahr bleibt er weiter in Haft.