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Während des Hausbaus in den Zirkuswagen | BR24

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Während des Hausbaus in den Zirkuswagen.

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Während des Hausbaus in den Zirkuswagen

Viele Häuslebauer kennen das Problem: Wie die Zeit überbrücken, bis das neue Eigenheim steht? Ein Ehepaar im oberbayerischen Neuötting hat da eine alternative Lösung gefunden.

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Theresa Stark und Sylvia Maier haben sich ein sogenanntes Tiny House aufs Grundstück gestellt. Eine alternative Form zu wohnen, die aus den USA kommt. Das Mini-Haus des Ehepaares ist aber ein besonderes: es handelt sich dabei um einen umgebauten Zirkuswagen.

Seit letztem Herbst leben Theresa Stark und Sylvia Maier hier. Von München sind sie nach Neuötting gezogen. Mit Hund Max und drei Katzen und vier Küken, die sie selber aufziehen. Mit den ganzen Tieren eine Wohnung zu finden, war schwierig - deshalb der Wagen.

"Wir haben eh gesagt, dass wir ein wenig minimalistischer werden und deswegen haben wir in München ein bisschen ausgeräumt und ganz viel aussortiert und ausgemistet und verschenkt und verkauft." Theresa Stark

Zirkuswagen im Internet gekauft

Direkt neben dem Tiny House wird ab Sommer ihr Haus entstehen. Gefunden haben sie den beigen, alten Zirkuswagen im Internet. Er wird gerade mit mehreren Öfen beheizt, richtig kalt ist es also auch im Winter nicht. Aber natürlich fehlt teilweise Platz, sagt Sylvia Maier.

"Also mehr als vier Leute passen leider nicht rein. Das ist ein bisschen schade." Sylvia Maier

Leben auf 26 Quadratmetern

Sie leben auf 26 Quadratmetern, ganz simpel: Schlafzimmer, Wohnküche, Bad, plus zehn Quadratmeter Außen-Anbau als Lager. Sylvias Vater hat beim Umbau mitgeholfen, er ist Schreiner.

Das Tiny House ist hell, liebevoll minimalistisch eingerichtet, fast überall ist schönes, helles Holz verbaut. Das Bad ist übrigens genauso ausgestattet, wie jedes andere: Toilette mit Kanalanschluss, das Warmwasser kommt vom Boiler, eine Waschmaschine gibt’s auch.

"Hier ist es sogar geräumiger als in München. Da hatten wir eine ziemlich kleine Wohnung und jetzt haben wir sogar eine Spülmaschine, was Luxus ist und wir haben einen großen Kühlschrank, das hatten wir zuvor auch noch nicht. Die Küche ist das, was am meisten Spaß macht hier drin. Endlich mal zu zweit kochen, das haben wir noch nie machen können." Sylvia Maier
© BR / Laila Heyne

Sylvia Maier und Theresa Stark leben im umgebauten Zirkuswagen.

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Theresa Stark.

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Klein, aber geräumig: Die Küche.

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Blick in die Küche.

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Das Bad im Zirkuswagen.

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Auf die freie Fläche neben dem Zirkuswagen kommt das Haus bis 2021.

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Bis dahin ist der Zirkuswagen ihr Zuhause: 24 qm, plus Anbau als Lager. Mit Sylvias Vater umgebaut, der Schreiner ist.

Erstes Tiny House in Neuötting

Sylvia ist Architektin, sie hat den Umbau und das später entstehende Haus selbst geplant. Vor sechs Jahren haben Theresa und sie sich kennengelernt und letztes Jahr im Sommer geheiratet. Damit sie nach Jaubing in Neuötting ziehen konnten, musste ihr Zirkuswagen aber zuerst einmal genehmigt werden. Für die Stadt Neuötting ist es das allererste Tiny House, sagt Bürgermeister Peter Haugeneder.

"Es war dann auch hochinteressant, als der Bauausschuss sich damit beschäftigt hat, weil das auch für den Bauausschuss und für die Mitglieder ein Neuland war, einmal so ein Tiny House in der Planung und auch in der Genehmigung zu haben. Es muss halt im Grunde genommen, genau wie jede andere Baumaßnahme, erschlossen sein, das heißt, es muss eine Straße in das Grundstück führen und es muss natürlich eine Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gegeben sein." Peter Haugeneder, Bürgermeister von Neuötting

In Neuötting hätte man übrigens nichts gegen noch mehr Tiny Houses. Egal, wie viele es mal werden: Der Zirkuswagen mit Anbau in Jaubing wird einzigartig bleiben.

Eine Wohnalternative zum Nachmachen, sagt Architektin Sylvia Meier über ihr neues Zuhause.