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Wählerwanderungen: So viel Bewegung gab es selten in Bayern | BR24

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Wanderer (Symbolbild)

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    Wählerwanderungen: So viel Bewegung gab es selten in Bayern

    Zwei große Verlierer, mindestens drei klare Gewinner: In Bayern machten bei dieser Landtagswahl so viele Wähler ihr Kreuz an ungewohnter Stelle wie selten zuvor. CSU und SPD dürfte das einiges Kopfzerbrechen bereiten.

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    Ein Sonntag mit bestem Wanderwetter in Bayern: Doch statt in die Berge wanderten die meisten heute ins Wahllokal. Um satte acht Prozent stieg die Wahlbeteiligung gegenüber der letzten Landtagswahl 2013 - von 63,6 auf 71,6 Prozent. Und auch zwischen den Parteien wurde so viel gewandert wie selten. Den größten Zulauf verbuchen die Grünen und die AfD.

    Die "neuen Grünen": Früher meist rot oder schwarz

    Der Erfolg der Grünen speist sich vor allem aus ehemaligen Wählern der SPD (210.000) und der CSU (180.000). Zudem gelang es den Grünen, viele Menschen an die Wahlurne zu bringen, die zuletzt nicht gewählt hatten.

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    Grafik: Wählerwanderung - die Grünen

    AfD: Einwanderung aus allen Lagern

    Wenig überraschend der Saldo der AfD, die bei der letzten Wahl noch keine Rolle gespielt hatte. An sie gaben alle anderen Parteien Wähler ab - besonders aber die CSU, die mit 180.000 Stimmen mehr an die AfD verlor als alle übrigen Parteien zusammen. Ähnlich groß (170.000 Stimmen) nur der Zufluss aus dem Reservoir der Nichtwähler.

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    Grafik: Wählerwanderung - die AfD

    Auch FW und FDP profitieren stark von CSU-Verlusten

    Menschen, die ihr Kreuz diesmal bei den Freien Wählern - dem dritten Wahlgewinner - gemacht haben, kommen besonders häufig aus der CSU (170.000). Doch auch frühere SPD-Wähler und Nichtwähler trugen mit je 70.000 Stimmen zum Erfolg der FW bei. Abgeben mussten sie an die AfD. Die FDP wiederum konnte überdurchschnittlich viele CSU- und Nichtwähler überzeugen.

    CSU: Verluste nach beiden Seiten

    Der CSU dürfte Kopfzerbrechen bereiten, dass sie Wähler sowohl nach Rechtsaußen als auch in die Gegenrichtung abgab: Je 180.000 frühere CSU-Wähler entschieden sich diesmal für die Grünen und die AfD. Gewinnen konnte die einstige Alleinregierungspartei immerhin bei den Nichtwählern.

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    Grafik: Wählerwanderung - die CSU

    SPD: Tiefrote Zahlen

    Noch bitterer geht der Abend für den Partner der CSU in der Berliner Regierungskoalition aus. Die SPD halbierte die Zahl ihrer Wähler. Der Blick auf die Wählerwanderung zeigt, warum - und legt nahe, dass viele Wähler diesmal anstelle der Sozialdemokraten die Grünen als zentralen Gegenspieler der CSU ausgemacht haben.

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    Grafik: Wählerwanderung - die SPD