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Archivbild: Der bayerische Landtag
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Petr Jerabek
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Archivbild: Der bayerische Landtag

Zum 18. Mal nach 1946 wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Wer darf wählen und warum? Wie viele Parteien und Kandidaten stehen auf den Stimmzetteln?

Zahlen zur Wahl

Knapp 9,5 Millionen Frauen und Männer in Bayern dürfen ihre Stimme abgeben. Stimmberechtigt ist, wer spätestens am Wahltag 18 Jahre alt wird und mindestens drei Monate lang seinen Hauptwohnsitz in Bayern gemeldet hat.

599.000 Bayern können erstmals bei einer Landtagswahl abstimmen: Sie wurden seit der vorherigen Landtagswahl im Jahr 2013 volljährig.

Zehn Stunden lang haben die Wahllokale in den 91 bayerischen Stimmkreisen geöffnet - von 8.00 bis 18.00 Uhr. Jeder Wähler bekommt dort insgesamt vier Stimmzettel ausgehändigt - zwei weiße für die Landtagwahl (einen für die Erst- und einen für die Zweitstimme) und zwei blaue für die gleichzeitig stattfindende Bezirkswahl.

Rund 100.000 Menschen sind rund um die Landtagswahl im Einsatz, zum Beispiel als Wahlhelfer oder Wahlvorstand.

Die Parteien

18 Parteien und Wählergruppen treten insgesamt zur Wahl an, zwölf davon in allen sieben bayerischen Wahlkreisen (Regierungsbezirken): CSU, SPD, Freie Wähler, Grüne, FDP, die Linke, Bayernpartei, ÖDP, Piraten, AfD, Mut sowie Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer.

In sechs Regierungsbezirken kann "Die Partei" gewählt werden, in vier die Partei für Gesundheitsforschung, in drei die Tierschutzpartei. Die Franken und die Liberal-Konservativen Reformer stehen jeweils in zwei Wahlkreisen auf den Stimmzetteln, die Humanisten in einem.

Die größte Auswahl haben die Wähler in Oberbayern mit 17 Parteien und Gruppierungen. In Mittelfranken und Unterfranken sind es jeweils 15, in der Oberpfalz in Oberfranken und Schwaben 14 und in Niederbayern 13.

Die Kandidaten

1.923 Kandidaten haben die Parteien insgesamt aufgestellt. Die meisten treten mit 636 in Oberbayern an, die wenigsten mit 172 in der Oberpfalz. Von den Parteien haben nur die Grünen und die ÖDP die Maximalzahl von 180 Bewerbern ausgeschöpft.

Mehr als 63 Jahre liegen zwischen dem ältesten und dem jüngsten Kandidaten: Ex-"Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort, der für die FDP antritt, ist 81 Jahre alt, erst 18 ist Bayernpartei-Bewerber Tobias Bernhard. Das Durchschnittsalter aller Kandidaten liegt bei 48 Jahren und damit leicht unter dem Wert von 2013 (49 Jahre).

Mit sechs Prozent hat die Piratenpartei den niedrigsten Frauenanteil unter ihren Bewerbern, den höchsten weist die Tierschutzpartei mit 68 Prozent auf. Von den Kandidaten aller Parteien ist knapp ein Drittel weiblich (31 Prozent).

40 Jahre lang saßen Erwin Huber (CSU) und Peter Paul Gantzer (SPD) im bayerischen Landtag, jetzt zählen sie zu den 39 bisherigen Abgeordneten, die nicht noch einmal kandidieren. 141 Parlamentarier hoffen dagegen auf einen erneuten Einzug ins Maximilianeum.

Nach der Wahl

Ab 18.00 Uhr ermitteln die etwa 18.000 Wahlvorstände in den Abstimmungslokalen sowie den Briefwahllokalen die Ergebnisse der Landtagswahl.

180 Mandate für den bayerischen Landtag werden vergeben. Das neue Parlament könnte allerdings durch mögliche Überhangmandate größer ausfallen.

Gegen 24.00 Uhr wird mit dem vorläufigen Ergebnis der Landtagswahl gerechnet. Welche Listenbewerber es in den Landtag geschafft haben, wird dagegen wohl erst am Montag oder Dienstag feststehen, wenn ausgezählt ist, wie viele Erst- und Zweitstimmen alle Bewerber insgesamt bekommen haben.

Voraussichtlich am 30. Oktober wird der Landeswahlausschuss das endgültige Ergebnis der Landtagswahl feststellen.