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Vorstand will Verein auflösen | BR24

© picture-alliance/dpa

Ehrenamtliche Mitarbeiter der Nürnberger Tafel verteilen Lebensmittel an Bedürftige.

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    Vorstand will Verein auflösen

    Morgen stimmen die Ehrenamtlichen der Nürnberger Tafel erneut über die Zukunft der Lebensmittelausgabe für Bedürftige ab. Der Vorstand glaubt nicht, dass der Verein einen Neustart aus eigener Kraft schafft.

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    Notvorstand Philipp Schäfer will den Trägerverein der Nürnberger Tafel auflösen und den Betrieb der Ausgabestellen komplett an das Bayerische Rote Kreuz (BRK) übergeben. "Unserer Einschätzung nach ist eine eigenständige Fortsetzung mit eigenen Mitteln nicht möglich", sagte Schäfer. Anfang Februar hatten sich die Vereinsmitglieder noch gegen das BRK als neuen Träger ausgesprochen.

    Gespräche mit Ehrenamtlichen

    Inzwischen hat Schäfer die Mitglieder mit der prekären Lage konfrontiert. Deswegen glaubt er, dass sich die Stimmung innerhalb des Vereins gewandelt hat. Die Ehrenamtlichen könnten auch unter dem Dach des BRK weiter bei der Tafel arbeiten, ist sich Schäfer sicher.

    Früherer Vorstand will nicht aufgeben

    Nun steht wohl eine Kampfabstimmung bevor: Der frühere Tafel-Vorstand Albert Ziegler und zwei Mitstreiter wollen sich offenbar nicht mit dem Aus für den Trägerverein abfinden. Sie wollen sich erneut zur Wahl stellen und den Verein weiterbetreiben. In diesem Fall würde allerdings das Rote Kreuz seine Unterstützung sofort einstellen, sagt Rainer Haupka vom bayerischen Landesverband der Tafeln – und ohne das BRK hätte die Nürnberger Tafel ihren Betrieb zuletzt nicht mehr aufrecht erhalten können.

    Dem Verbandschef ist vor allem wichtig, dass sich die Lage bei der Nürnberger Tafel wieder beruhigt. Die Leidtragenden der monatelangen Ungewissheit seien vor allem die Bedürftigen, so Haupka.

    Aufgabe wegen Überlastung

    Die Nürnberger Tafel kämpft bereits seit dem vergangenen Jahr mit Problemen: Wegen Überlastung der ehrenamtlichen Mitarbeiter hatte der Verein im Oktober urplötzlich seinen Betrieb eingestellt. Der Vorstand trat geschlossen zurück, die Ausgabestellen blieben tagelang zu – ein bis dahin in Deutschland einmaliger Vorgang. Seitdem unterstützt das BRK die Tafel und versorgt zusammen mit den Ehrenamtlichen bis zu 6.000 Bedürftige im Stadtgebiet an vier Ausgabestellen mit Lebensmitteln.