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Vorsicht in den Allgäuer Alpen

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Vorsicht in den Allgäuer Alpen: vereiste Wege und Lawinengefahr

Die vergangenen Wochen waren kühl, wechselhaft und regnerisch. Was im flachen Land unangenehm war, hat in den Bergen dafür gesorgt, dass es mehr oder weniger Winter geblieben ist. Es liegt oft noch meterhoher Schnee, es herrscht Lawinengefahr.

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Von
  • Katharina Reichart
  • Veronika Scheidl

Das kühle, nasse Wetter der vergangenen Wochen hat in den höheren Lagen der Allgäuer Alpen dafür gesorgt, dass der Schnee aus dem Winter noch nicht weggetaut ist. Eher im Gegenteil: Teilweise hat es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in den Bergen noch einmal frisch geschneit. Das sei nicht ungewöhnlich für diese Jahreszeit, sagt Michael Fracaro, Geschäftsführer der Alpenvereins-Sektion Allgäu-Immenstadt, es sei allerdings in den vergangenen Jahren in dieser Dimension nicht mehr der Fall gewesen.

Vereiste Wege an beliebten Ausflugsbergen

Wanderer sollten deshalb besonders vorsichtig sein. Ab einer Höhenlage von etwa 1.600 Meter sind noch große Schneefelder und vereiste Wege zu finden. Das ist zum Beispiel an den beliebten Ausflugsbergen Wertacher Hörnle und Grünten im Oberallgäu sowie Tegelberg oder Breitenberg im Ostallgäu der Fall. Weiter oben ab einer Höhe von etwa 1.900 Meter ist die Schneedecke meistens sogar noch ganz geschlossen.

Alpenverein warnt vor Lawinengefahr

Michael Fracaro vom Alpenverein berichtet zudem von einer Gefahr, die in dieser Jahreszeit gerne unterschätzt wird: die Lawinengefahr. Durch den sich aufwärmenden Boden nehme vor allem in steilen Gebieten die Gefahr durch Gleitschneelawinen zu, sagt er. Wer eine Tour in höheren Lagen unternehmen möchte, sollte sich deshalb vorher gut informieren und an entsprechende Bergausrüstung denken.

Auch viele Bergbahnen haben inzwischen wieder den Betrieb aufgenommen. Bergliebhaber kommen so schnell und unkompliziert hoch hinauf. Deshalb gilt auch hier: Bergsteiger sollten sich vorher darüber informieren, ob und welche Touren möglich sind oder ob es besser ist, die schöne Aussicht von der Bergstation aus zu genießen. Die Seilbahnen informieren auf ihren Webseiten darüber oder direkt vor Ort auf den Anzeigetafeln. Im Zweifel solle man generell besser umkehren, wenn man sich auf seiner Tour nicht sicher fühle, so Fracaro.

Kleine Berghütten bieten Brotzeit "to go" an

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es derzeit nur wenige. Wegen des vielen Schnees haben viele höher gelegene Alpenvereinshütten ihre Saisonstarts auf 10./11. Juni verschoben. Allerdings sind schon viele Allgäuer "Alpen", also kleine Berghütten, geöffnet. Die Alphirten, die sich um die jungen Rinder auf den Bergwiesen kümmern, bieten Wanderern oft kleine Brotzeiten, Kuchen und Getränke an – coronabedingt inzwischen auch oft "to go".

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