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Vorschlag zum Artenschutz: Wälder nicht mehr aufräumen | BR24

© BR/Renate Roßberger

Gibt es Sturm- oder Feuerschäden in Wäldern, greift anschließend meist der Mensch ein. Eine neue Studie wirbt jetzt dafür, Wälder nicht mehr aufzuräumen - zum Wohle der Artenvielfalt.

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Vorschlag zum Artenschutz: Wälder nicht mehr aufräumen

Gibt es Sturm- oder Feuerschäden in Wäldern, greift anschließend meist der Mensch ein. Doch: Muss das sein? Eine neue Studie wirbt jetzt dafür, Wälder nicht mehr aufzuräumen - zum Wohle der Artenvielfalt.

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Wird ein Wald vom Borkenkäfer befallen oder bei einem Sturm oder Waldbrand geschädigt, legt der Mensch Hand an: Umgestürzte oder verkohlte Bäume werden entfernt, vom Borkenkäfer befalene Exemplare gefällt.

Wird das jedoch unterlassen und bleiben zum Beispiel drei Viertel der abgestorbenen Bäume im Wald liegen - wenn also nicht aufgeräumt wird - dann bleiben auch 90 Prozent der vorkommenden Tier- und Pflanzenarten in diesem Wald erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie , die an der Uni Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Bayerischer Wald entstanden ist.

Daten aus Wäldern der ganzen Welt

Das Ergebnis der über vierjährigen Forschung hat die Nationalparkverwaltung jetzt veröffentlicht. Der Ökologe Simon Thorn hat dabei Daten aus Wäldern in der ganzen Welt ausgewertet, zum Beispiel aus den amerikanischen Rocky Mountains, aus den Eukalyptuswäldern in Australien und aus den Fichtenwäldern im Nationalpark Bayerischer Wald.

Mehr Probleme durch Schädlinge und Wetterereignisse

Hintergrund für die Studie sind die zunehmenden Störungen in Wäldern, die auch außerhalb des Nationalparks durch Trockenheit, Schädlingsbefall oder Windwürfe entstehen. In bewirtschafteten Wäldern wird danach das Holz immer aufgearbeitet, also abgestorbene Bäume entfernt und aus dem Wald gebracht - unter anderem, um das Holz zu nutzen oder um die weitere Ausbreitung von Holzschädlingen zu stoppen.

Faustformel für Waldbesitzer

Die Studie ist darauf basierend der Frage nachgegangen, wie viele tote Bäume im Wald liegen gelassen werden sollen, um einen bestimmten Wert an einheimischen Tier-und Pflanzenarten zu erhalten. Wenn Ökologen für das Liegenlassen werben, so Simon Thorn, komme von Waldbesitzern und Förstern immer wieder die Frage, wie viel Holz man denn im Wald belassen soll. Die Studie kann das nun mit der obigen Faustformel beantworten: Wenn drei Viertel der abgestorbenen Bäume liegenbleiben, hilft das der Artenvielfalt.

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