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Erstmals in Bayern startet am Montag (17.05.21) eine Impfkampagne bei den Tafeln in Nürnberg. Mobile Impfteams werden die insgesamt sechs Ausgabestellen besuchen, um die Kunden der Tafeln unkompliziert impfen zu können.

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Vorreiter: Nürnberg startet mit Impfungen bei den Tafeln

Als erste Stadt in ganz Bayern hat Nürnberg heute mit Corona-Schutzimpfungen bei den Tafeln begonnen. Noch die ganze Woche finden Impfungen an den sechs Ausgabestellen statt. Außerdem wirbt die Stadt in verschiedenen Sprachen für die Impfung.

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Von
  • Miriam Scholz

Die Impf-Termine bei der Nürnberger Tafel sind begehrt: Allein für den heutigen Tag hatte die Ausgabestelle im Stadtteil St. Leonhard 98 Anmeldungen. Für die Kunden ist das Angebot mehr als bequem: Erst holen sich ihre Lebensmittel ab, dann lassen sie sich impfen. Auch Menschen, die sich sonst nicht hätten impfen lassen, konnten auf diese Weise erreicht werden. "Das finde ich sehr gut, ich wäre normal nicht zum Impfen gegangen, aber wenn es da angeboten wird, muss man es nutzen", sagt ein Rentner. Andere berichten, dass sie schon Corona hatten und sich nun schützen wollen. "Ich brauch nicht noch eine Mutation, ich hab zwei Kinder", sagt eine Frau. Nürnberg ist die erste Stadt in ganz Bayern, die mit einer Impfkampagne bei den Tafeln gestartet ist.

Mobile Teams impfen die Tafel-Kunden

Die Impfungen durch mobile Teams des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) fanden im Untergeschoss des Pfarrzentrums St. Bonifaz statt, die Termine wurden an den Erwerb von Lebensmitteln gekoppelt. Die ganze Woche lang wird an den unterschiedlichen Ausgabestellen der Nürnberger Tafel geimpft. Sie sind an sechs Orten im Stadtgebiet verteilt.

Impf-Lotsen warben in unterschiedlichen Sprachen fürs Impfen

In der vergangenen Woche waren sogenannten Impf-Lotsen in den Einrichtungen der Tafel unterwegs. Sie informierten die Kundinnen und Kunden der Tafel in ihrer jeweiligen Muttersprache, dass sie sich bei einem der nächsten Ausgabetermine impfen lassen können. Ziel der Kampagne ist es, Menschen ein Impfangebot zu machen, die ansonsten nicht ins Impfzentrum oder zum Hausarzt gehen würden. In vielen Fällen ist das heute auch geglückt.

Impfkampagnen auch in anderen Einrichtungen

Der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König (CSU) möchte die Kampagne auch auf andere Einrichtungen ausweiten. Er wolle intensiv in den Stadtteilen weiter impfen, besonders in jenen, die dicht besiedelt sind und als benachteiligt gelten. Noch in dieser Woche wolle er beispielsweise Gespräche mit muslimischen Organisationen führen. Anfang Juni soll zudem eine Impfmöglichkeit bei der kommunalen Beschäftigungsgesellschaft NOA organisiert werden. Ziel sei es, Menschen in prekären Wohn- und Lebenssituationen zu erreichen. Deshalb kommen die Impfteams auch in Obdachlosen-Unterkünfte.

SPD-Stadtratsfraktion will mehrsprachige Kampagne

Um noch mehr Menschen zum Impfen zu bewegen, will die Nürnberger SPD-Stadtratsfraktion stärker als bisher in unterschiedlichen Sprachen informieren. Sie stellte den Antrag für eine mehrsprachige Impfkampagne. Diese soll in Bussen und Bahnen, auf weiteren öffentlichen Flächen und in großen und hochfrequentierten Einkaufszentren gestartet werden. Daneben plant die SPD Stadtratsfraktion breit sichtbare und mehrsprachige "Aktionstage zur Corona-Impfung", sobald die Impfpriorisierung aufgehoben ist.

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