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Vermisstenfall aus Ansbach: Ärztin täuschte Verschwinden vor | BR24

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Der Vermisstenfall einer Ärztin aus Wieseth im Landkreis Ansbach beschäftigte rund eine Woche lang die Kriminalpolizei. Die Ermittlungen ergaben, dass die 40-Jährige ihr Verschwinden nur fingiert hatte. Ihr Motiv ist noch unklar.

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Vermisstenfall aus Ansbach: Ärztin täuschte Verschwinden vor

Im Fall der vermissten Ärztin aus Wieseth im Landkreis Ansbach bleiben zum Motiv noch einige Fragen offen. Fest steht jedoch, dass der vermeintliche Vermisstenfall eine Täuschung war, wie die Kriminalpolizei Ansbach mitteilte.

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Nach aktuellen Stand der Ermittlungen befindet sich die 40 Jahre alte Frau derzeit in ihrem Heimatland Kirgisistan bei ihrer Familie, so der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Ansbach, Dieter Hegwein. Es gehe ihr gut, so Hegwein. Gemeinsam mit ihrem 66 Jahre alten Ehemann habe die Ärztin, die in Wieseth im Landkreis Ansbach in einer Praxis arbeitete, ihr Verschwinden nur fingiert.

Zweifel an den Darstellungen des Ehemanns

Der Mann meldete seine Frau am Montagmorgen vergangener Woche als vermisst. Der 66-Jährige gab an, mit seiner Frau vereinbart zu haben, sie bleibe das Wochenende in der Arztpraxis in Wieseth, um letzte Handgriffe zu erledigen. Er selbst sei in der Zwischenzeit in die Niederlande gereist, um seiner Frau zur Eröffnung der Praxis ein Pferd zu kaufen.

Fingierte Notiz im Kühlschrank

Als er sie am Montagmorgen vergangener Woche in der Praxis antreffen wollte, konnte er sie jedoch nicht auffinden. Nur einen Notizzettel mit der Aufschrift "Kühlschrank" habe er vorgefunden. Tatsächlich befand sich innerhalb des Kühlschranks ein handschriftlicher Brief von seiner Frau, in dem sie schrieb, dass sie sich bedroht fühle . Zudem war auch die Rede von einem tätowierten Mann, teilte die Polizei mit.

Nach Ermittlungen: Mann gesteht vorgetäuschte Tat

Da sich laut Polizei erhebliche Zweifel an den Schilderungen des Mannes ergaben, rief die Kripo eine 20-köpfige Ermittlungskommission ins Leben. Als die Polizei den 66-Jährigen mit den Widersprüchen konfrontierte, räumte dieser ein, alles vorgetäuscht zu haben. Es stellte sich heraus, dass der Mann die 40-jährige Ärztin zum Flughafen Amsterdam gefahren hatte und sie von dort nach Kirgisistan ausreiste.

Ausländerfeindliche Beleidigungen als Begründung

Als Begründung für die Tat hatte der Mann angegeben, seine Frau sei mehrmals ausländerfeindlich beleidigt worden, was sie auch zur Anzeige gebracht habe. Dies sei aber nicht mit gewünschter Sorgfalt behandelt worden. Dem wollten sie durch den vorgetäuschten Vermisstenfall mehr Nachdruck verleihen.

Polizei zweifelt Begründung an

Aus polizeilicher Sicht sei nach bisherigem Stand das Motiv eher in einem möglichen Entzug der kassenärztlichen Erlaubnis zu suchen. Die Ärztin hatte in Wieseth (Lkr. Ansbach) praktiziert.

Die Kosten durch den Einsatz der intensiven Ermittlungen belaufen sich laut Polizeiangaben auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Derzeit werde noch geprüft, ob das Ehepaar dafür aufkommen muss. Der Strafrahmen für das Vortäuschen einer Straftat befinde sich laut Leiter der Staatsanwaltschaft Ansbach, Michael Schrotberger, zwischen einer Geldstrafe bis hin zu einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

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Im Fall der vermissten Ärztin aus Wieseth im Landkreis Ansbach bleiben zum Motiv noch einige Fragen offen. Fest steht jedoch, dass der vermeintliche Vermisstenfall eine Täuschung war, wie die Kriminalpolizei Ansbach mitteilte.