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Vorerst kein Konzertsaal für Nürnberg: Erste Reaktionen | BR24

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Die Stadt Nürnberg hat die Pläne für den Bau des neuen Konzertsaals auf Eis gelegt. Laut OB Marcus König (CSU) gebe es aufgrund der Corona-Krise derzeit kein Geld für das Großprojekt.

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Vorerst kein Konzertsaal für Nürnberg: Erste Reaktionen

Die Pläne für den Neubau des Konzertsaals in Nürnberg sind auf Eis gelegt. Die Stadt Nürnberg könne das Projekt nicht mehr weiterführen, erklärte CSU-Oberbürgermeister Marcus König. Die Opposition zeigt Verständnis, ist erleichtert oder übt Kritik.

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Die Planungen laufen schon lange für den Konzertsaal in Nürnberg. Die Gesamtkosten wurden mit rund 200 Millionen Euro beziffert. Die Stadt Nürnberg hätte davon rund 100 Millionen Euro tragen müssen. "Das können wir zurzeit nicht stemmen," gab nun Oberbürgermeister Marcus König (CSU) bekannt. Geplant war, dass neben der Meistersingerhalle ein neuer Konzertsaal mit rund 1.500 Plätzen gebaut wird. Die Akustik in der Meistersingerhalle gilt als unbefriedigend.

Nürnberger SPD kritisiert Staatsregierung

Eigentlich habe die Staatsregierung eine annähernde Komplettfinanzierung in Aussicht gestellt, kritisiert deshalb die SPD-Stadtratsfraktion. Eine Förderung von 75 Prozent der förderfähigen Kosten, bedeute für die Stadt, sie müsste die Hälfte der geplanten 200 Millionen Euro an Gesamtkosten selbst aufbringen. In der derzeitigen Zeit für die Stadt nicht zu stemmen. Ein Rückzug sei deshalb verständlich. Trotz allem sieht die SPD-Stadtratsfraktion das Versprechen der Staatsregierung gebrochen, das da lautete: Wenn München einen Konzertsaal bekommt, dann Nürnberg auch, so der Fraktionsvorsitzende Thorsten Brehm.

"In der Landeshauptstadt will der Freistaat ein neues Konzerthaus selbst planen, bauen und sogar betreiben. Jetzt hält der Freistaat nicht einmal dieses reduzierte Versprechen gegenüber Nürnberg ein", Thorsten Brehm, SPD-Fraktionsvorsitzender Nürnberger Stadtrat

München habe schon heute deutlich mehr und bessere Spielstätten für Konzerte als Nürnberg. Das Projekt Konzerthaus Nürnberg müsse mindestens mit einer mittelfristigen Perspektive fortgeführt werden. Die von der Stadt bereits aufgebrachten Planungs- und Personalkosten dürften nicht umsonst gewesen sein, erklärt die SPD-Stadtratsfraktion weiter.

Die Grünen sind erleichtert über das Aus

Die Stadtratsfraktion von B90/Die Grünen zeigte sich hingegen erleichtert über den heutigen Beschluss. Schon bei der Planung habe man Bedenken beim Standort geäußert, da es an ökologischer und klimapolitischer Nachhaltigkeit bei dem Projekt fehle.

"Wir sind nun sehr erleichtert, dass die über 60 alten Bäume nicht gefällt werden müssen, so dass sie vorerst weiterhin ihre wertvollen Aufgaben wie Luftreinhaltung, Kühlung, Lärmminderung und Klimaschutz durch CO²-Aufnahme erfüllen können." Marc Schüller, umweltpolitischer Sprecher B90/Die Grünen im Nürnberger Stadtrat

Zudem werde ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere wie Fledermäuse, viele Vogelarten und Insekten erhalten, ebenso die Bodenfunktion als Wasserspeicher und Lebensraum.

Nürnberg brauche zwar einen Konzertsaal mit entsprechenden Kapazitäten, nun müsse aber der Fokus auf die "bestehende, aktuell sehr belastete Kultur- und Kunstszene" geworfen werden. Außerdem dürften auch die langfristig geplanten Sanierungen, Bauten und Umbauten keinesfalls vergessen werden.

Die Verschiebung des Baus biete nun die Möglichkeit einer Generaldebatte, insbesondere dahingehend, den Standort nochmals genau zu überdenken, so die Grünen-Stadtratsfraktion.

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