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Ein Schild mit der Aufschrift "Wartebereich Corona-Schnelltest" in einem Corona-Testzentrum (Symbolbild)

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Vorbild Tübingen: Städte in Oberbayern planen Öffnungsstrategien

Gesund bleiben ohne Lockdown? In Tübingen darf man – nach einem negativen Schnelltest – Geschäfte, Kultureinrichtungen und Außengastronomie besuchen. Ingolstadt und Mühldorf wollen diese Idee nun auch umsetzen, ebenso wie der Handel in Rosenheim.

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Von
  • Matthias Lauer
  • Barbara Leidl
  • David Herting
  • Julia Haas
  • BR24 Redaktion

Findige Schwaben wollen Geld verdienen, Spaß haben und gesund bleiben. Ob das funktioniert, wird gerade im baden-württembergischen Tübingen getestet. In einem Modellprojekt dürfen Geschäfte und Kultureinrichtungen Kunden einlassen, wenn diese einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Wirten ist es unter dieser Bedingung zumindest erlaubt, ihre Terrassen und Gärten zu öffnen.

Mühldorf will Tagesticket testen

In einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) regt Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl (Unabhängige Mühldorfer) an, das Modellprojekt "Tübinger Tagesticket" auch in der Kreisstadt zu erproben. Demnach sollen Kunden, in Absprache auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Betrieben und Einrichtungen, einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest, einen Impfnachweis oder ein ärztliches Attest zu einer überstandenen Coronainfektion vorlegen, um ein "Tagesticket" zu bekommen.

Schnelltests in der Innenstadt

Damit könnten Kunden dann etwa einkaufen, essen gehen oder auch kulturelle Veranstaltungen besuchen. In dem Brief weist der Mühldorfer Bürgermeister darauf hin, dass Einzelhandel, Gastronomie und Kulturveranstalter auch in Mühldorf litten, gleichzeitig aber ebenso die Infrastruktur mit Ärzten und Apotheken für Testmöglichkeiten in der Innenstadt gegeben sei. Das Schreiben ging nach Angaben der Stadt Mühldorf wortgleich auch an Wirtschaftsminister Aiwanger.

Auch Ingolstadt will Teststrategie übernehmen

Ingolstadt hat offenbar auch vor, nach dem Vorbild von Tübingen Modellkommune für Corona-Teststrategien zu werden. Das meldet der "Donaukurier" in seiner Online-Ausgabe. Bürgermeister Christian Scharpf (SPD) will demnach bei der Staatsregierung einen Antrag stellen. Sollte dieser genehmigt werden, könnten sich in Ingolstadt – ähnlich wie in Tübingen – Bewohner an verschiedenen Orten der Stadt auf Corona testen lassen.

Mit Negativtest ins Kino

Bei einem negativen Befund wären dann Restaurantbesuche (Außengastronomie), der Gang ins Kino und Shopping möglich. Falls das Konzept genehmigt würde, will der Oberbürgermeister allerdings mit der Umsetzung warten, bis die Infektionszahlen wieder sinken. Wegen eines zu hohen Inzidenzwertes hatte die Stadt die Corona-Maßnahmen erst jüngst wieder verschärfen müssen.

Wirtschaftsverbände in Rosenheim bieten Zusammenarbeit an

In Rosenheim fordern die örtlichen Wirtschaftsverbände ebenfalls ein Modellprojekt für kontrollierte Öffnungen nach Tübinger Art für ihre Stadt. Die Innenstadt solle so wieder eine Perspektive bekommen. IHK, City-Management und der Rosenheimer Einzelhandelsverband schlugen vor, dass man gemeinsam mit der Stadt Tests und digitale Kontaktnachverfolgung organisieren und für ein engmaschiges Kontrollsystem sorgen könne.

BIHK fordert Abrücken von Inzidenzwerten

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) fordert von der Staatsregierung in der Corona-Krise eine Abkehr von zentral vorgegebenen Lockdowns. Die bayerischen Kommunen sollten wie in Baden-Württemberg die Möglichkeit zu kontrollierten Öffnungen haben, sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl in München. Der deutschen Politik insgesamt warf Gößl Ideenlosigkeit und Bürokratismus im Umgang mit der Krise vor: "Es fehlt die Ambition, die sagt: Lass uns Lösungen finden." Die zweite Kernforderung des BIHKs ist das Abrücken von den Inzidenzwerten als Richtschnur der deutschen Corona-Politik.

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Die Beschlüsse der nächtlichen Konferenz der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten sehen eine Verlängerung des Lockdowns vor. An Ostern werden die Maßnahmen verschärft. Der Chef der BR-Landespolitik Achim Wendler im Gespräch.

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