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Vor schärferem Lockdown: Ansturm auf einige Ausflugsziele | BR24

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Bildrechte: pa/dpa/Matthias Balk

Ein verschneiter Parkplatz in Rusel-Oberbreitenau

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Vor schärferem Lockdown: Ansturm auf einige Ausflugsziele

Vor dem verschärften Corona-Lockdown am Montag hatten viele Ausflugsziele in Bayern einen Ansturm von Tagestouristen befürchtet. Vielerorts blieb der Rummel zwar aus - doch am Schwansee und am Spitzingsee etwa war der Andrang groß.

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Von
  • BR24 Redaktion

Verstopfte Straßen, überfüllte Parkplätze, volle Rodelhänge und Massen von Skitourengehern - in den vergangenen Wochen hatten viele Ausflugsziele trotz Corona-Lockdown über einen Ansturm von Tagestouristen geklagt.

Die Behörden hatten befürchtet, dass auch am letzten Wochenende vor Beginn des verschärften Lockdowns (am 11.01.) noch einmal viele Ausflügler in die Wintersportgebiete strömen würden. Im überwiegenden Teil der bayerischen Naherholungsgebiete blieb der große Run auf verschneite Hänge, Seen und Wälder jedoch aus - nicht aber an einigen beliebten "Besucher-Hotspots" im Allgäu und in Oberbayern.

Parkplätze am Schwansee im Allgäu überfüllt

So viele Menschen wie heute habe man am Schwansee im Landkreis Ostallgäu noch nie erlebt, hieß es von der Polizei in Füssen. "Der Schwansee ist und bleibt Problemkind", sagte ein Polizeisprecher. Bereits um 9.30 Uhr musste dort der Parkplatz gesperrt werden. Laut Polizei waren zu diesem Zeitpunkt bei klirrender Kälte rund 600 Menschen auf dem See beim Schlittschuhlaufen, oder in der Nähe als Spaziergänger unterwegs. Um an die geltenden Anti-Corona-Maßnahmen zu erinnern und Verstöße zu ahnden, habe man Polizisten mit Schlittschuhen auf das Eis geschickt. Auf der Anfahrt standen die Autos kilometerweit im Stau.

Am nahe gelegenen Hopfensee hat die Polizei den Parkplatz am Campingplatz gesperrt. So soll verhindert werden, dass die Menschen auf den zugefrorenen See laufen. Das Eis sei hier noch nicht tragfähig und gerade mal sechs Zentimeter dick, so die Polizei. Bürgermeister Maximilian Eichstetter und der Leiter der Polizeiinspektion Füssen, Edmund Martin, waren heute früh gemeinsam unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Besonders der Schwanee sei heuer ein wirklicher Hotspot für Tagesausflüge, so Martin.

Kein Besucheransturm im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald ist der erwartete Besucheransturm auf beliebte Ausflugsziele dagegen bislang ausgeblieben. Das sagten die Verantwortlichen der Nationalparkverwaltung in Grafenau, der Tourist-Information in Sankt Englmar und der Arberbergbahn dem BR. Auch die Polizeiinspektionen in Grafenau, Waldkirchen und Zwiesel sprechen von einer vergleichsweise ruhigen Lage.

Einige Parkplätze an bekannten Wanderausgangspunkten waren allerdings bereits am Morgen gut gefüllt, darunter in Waldhäuser am Lusen und in Gfäll am Rachel. Aber ein "riesiger Run" sei es nicht, so die Nationalparkverwaltung. Aktuell würden sich die Besucher gut verteilen, sagten auch die Leiterin der Tourist-Information Sankt Englmar, Astrid Piermeier, sowie der Sprecher der Arber-Bergbahn, Andreas Stadler. Grund seien wahrscheinlich das diesige Wetter und die Tatsache, dass es teilweise immer wieder schneie.

Bisher nur wenige Ausflügler in der Rhön

Ebenso blieb der befürchtete Besucheransturm in der Rhön am Samstag aus. Die Lage sei überschaubar, die Leute seien vernünftig, hieß es am Mittag aus der zuständigen Polizeiinspektion in Bad Neustadt. Es habe weder Staus, noch Parkplatznot gegeben. Auf dem großen Parkplatz am Kloster Kreuzberg seien 200 bis 300 Parkplätze frei geblieben.

Die Polizeiinspektion Bad Neustadt führt das auch auf die Presseveröffentlichungen im Vorfeld zurück. Für dieses Wochenende war unter anderem die Zufahrt zur Schornhecke gesperrt worden, die Hochrhönstraße ist ohnehin gerade witterungsbedingt nicht befahrbar. Auch in der hessischen Rhön waren die Zufahrten und Parkplätze zur bzw. an der Wasserkuppe für dieses Wochenende gesperrt worden.

Kaum Probleme mit Tagestouristen in Unterfranken

Die unterfränkische Polizei zog heute insgesamt eine positive Zwischenbilanz. Demnach hätten die zuständigen Polizeiinspektionen kein auffällig erhöhtes Besucheraufkommen festgestellt - verglichen mit anderen Winterwochenenden.

Laut Polizei haben sich nahezu alle Tagestouristen an die Verkehrsvorschriften und die Corona-Regeln gehalten. Nur im Landkreis Aschaffenburg, im Bereich des Hochspessarts rund um den Engländer, seien die Parkplätze an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die Aschaffenburger Polizei beanstandete einige Falschparker.

Münchner Polizei mahnt zum Abstandhalten

In München forderte die Polizei die Menschen über Twitter auf, beim Rodeln auf die Abstände zu achten und Menschenansammlungen zu vermeiden. "Am überfüllten Hügel rodelt es sich eh nicht gut", so die Polizei.

Auch warnte die Stadt München davor, Eisflächen zu betreten. Die Eisflächen in und um München sind noch nicht tragfähig. Erst vor kurzem war am Nymphenburger Kanal eine Person eingebrochen.

"Ganz normaler Samstag" im Süden von Oberbayern

Am beliebten Spitzingsee in Oberbayern war zwar bereits am Vormittag viel Betrieb auf der Eisfläche und den Pisten. Doch entgegen der Befürchtungen kam es offenbar im Rest des südlichen Oberbayerns heute zu keinen größeren Anstürmen von Tagesausflüglern. Das teilte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim dem BR mit. Natürlich seien auch wieder zahlreiche Tagesausflügler in die Naherholungsgebiete gefahren, es habe jedoch keine besonderen Vorkommnisse gegeben, die größere Polizeieinsätze nötig gemacht hätten.

Es sei vielmehr ein "ganz normaler Samstag bei schönem Ausflugswetter" gewesen, wie man ihn in der Region kenne und gewohnt sei. In den vergangenen Wochen war es dagegen wegen der zahllosen Tagesausflügler immer wieder zu kilometerlangen Staus, Verkehrschaos und restlos überfüllten Parkplätzen gekommen.

Relativ ruhige Lage in Fichtelgebirge und Frankenwald

Im Fichtelgebirge dagegen haben viele Menschen an diesem Samstag die Möglichkeit genutzt, einen Ausflug in die verschneite Region zu unternehmen. Die gesperrten Pisten und Rodelhänge seien sehr gut besucht, teilte ein Sprecher der Polizei Bayreuth-Land dem BR mit. Einer der drei großen Parkplätze in der Region sei bereits voll.

Im Gegensatz zum vergangenen Wochenende habe es heute bislang aber noch keine Beschwerden wegen Falschparkern gegeben. Die Beamten mussten somit bisher noch nicht eingreifen. Die Hänge würden offensichtlich ausreichend Platz bieten, damit die Menschen die Abstände einhalten könnten. Ob die Zahl der Ausflügler im Fichtelgebirge am Sonntag zunehme, sei aber vermutlich vom Wetter abhängig, so der Sprecher weiter.

Die Region rund um den Frankenwald ist indes "wenig frequentiert". Die Verkehrslage sei sehr ruhig, sagte ein Sprecher der Polizei Kronach dem BR. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich Menschen bei der Polizei melden würden, wenn sie Verstöße gegen Corona-Auflagen bemerkten. Dies sei aber nicht der Fall, so der Sprecher weiter. Die Menschen verhielten sich bislang vernünftig.

Ab Montag neue Corona-Auflage

Der morgige Sonntag ist der letzte Tag, ehe die Corona-Beschränkungen für Ausflügler am Montag angezogen werden: Menschen aus Corona-Hotspots mit einem Inzidenzwert, der 200 übersteigt, dürfen sich dann nur noch höchstens 15 Kilometer von der Gemeindegrenze ihres Wohnorts entfernen. Dies könnte den Ansturm im Laufe des Tages und morgen somit verstärken.

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