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Vor Lockdown-Verschärfung: Viele Ausflügler, aber kein Chaos | BR24

© pa/Dpa/Nicolas Armer

Ausflügler im Fichtelgebirge

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Vor Lockdown-Verschärfung: Viele Ausflügler, aber kein Chaos

Am letzten Wochenende vor dem Inkrafttreten der "15-Kilometer-Regel" blieb - entgegen der Befürchtungen - ein Ansturm von Tagestouristen in den meisten bayerischen Regionen aus. In München musste die Polizei jedoch durchgreifen.

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Von
  • BR24 Redaktion

Das prachtvolle Winterwetter mit Schnee und Sonne hat in Bayern viele Menschen nach draußen gelockt. Trotz der Aufrufe, wegen der Corona-Pandemie größere Ansammlungen zu vermeiden, herrschte auch am Sonntag an beliebten Ausflugszielen reger Betrieb.

So etwa am Ochsenkopf im Fichtelgebirge oder am Spitzingsee im Landkreis Miesbach. Wie schon am Samstag nutzten viele Menschen das schöne Wetter zum Rodeln, Skifahren, Eislaufen oder Spazierengehen.

Insgesamt blieb der befürchtete Massenansturm von Tagesausflüglern jedoch vielerorts aus.

Nymphenburger Kanal in München gesperrt

In München musste die Polizei wegen des regen Andrangs etwa den Nymphenburger Kanal sperren: Zwei Menschen waren auf dem instabilen Eis eingebrochen, sie konnten aber laut Polizei unverletzt nach Hause gehen.

Bereits zuvor am Nachmittag hatte sich die Polizei mit einer Bitte an die Medien gewandt: So sei das Eis am Kanal zwar dick genug, um betreten werden zu dürfen, allerdings seien deshalb sehr viele Menschen unterwegs.

Mindestabstände würden oft nicht eingehalten, auch werde eine Mund-Nasen-Bedeckung von vielen Menschen nicht getragen. Die Beamten kündigten an, weiter vor Ort zu sein um auf die Einhaltung der Infektionsschutzregeln hinzuweisen.

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Tipps für richtiges Verhalten auf natürlichen Eisflächen

Kaum Besucherandrang in der Rhön

In der Rhön blieb dagegen am Sonntag der befürchtete Besucheransturm aus. Die Lage sei überschaubar gewesen, heißt es von der Polizei. Die Leute hätten sich vernünftig verhalten. Die für die Region zuständigen Polizeiinspektionen Bad Brückenau, Bad Neustadt/ Saale und Mellrichstadt konnten kein signifikant erhöhtes Besucheraufkommen im Vergleich zu anderen Winterwochenenden feststellen.

Die Parkplätze in der Rhön waren zwar gut frequentiert, aber nicht überfüllt. Erfreulich war, dass sich in der Rhön nach Beobachtungen der Polizei fast alle Tagestouristen an die Verkehrsvorschriften sowie die Regelungen zum Infektionsschutz gehalten haben.

Viele Tagestouristen im Spessart

Dafür herrschte heute im Spessart ein Hochbetrieb an Tagesausflüglern. Die Polizei musste teils sogar einschreiten. Wegen des starken Ausflugsverkehrs rund um den sogenannten "Engländer", ein Waldhaus an der Spessart-Höhenstraße (Lkr. Aschaffenburg) wurden schließlich die Zufahrtsstraßen gesperrt und Kontrollstellen eingerichtet.

Die Parkplätze in dieser Region und rund um den Engländer waren nach Angaben der Polizei komplett belegt. Tagestouristen wurden über Twitter gebeten, nicht mehr in die Region zu fahren.

Besucheransturm im Bayerischen Wald blieb aus

Entgegen der Erwartungen hat es heute weniger Besucher zu Tagesausflügen in den Bayerischen Wald gezogen. Ein Verkehrschaos blieb somit aus, auch wenn einige Ausflügler unterwegs waren, wie der Sprecher der Arber-Bergbahn, Andreas Stadler, dem BR am Sonntagnachmittag auf Anfrage mitteilte. Grund dafür waren laut Stadler möglicherweise die durchwachsenen Wetterverhältnisse.

Im Bereich des Nationalparks, etwa am Lusen oder am Rachel waren zwar einige Parkplätze voll, der "große Run" blieb aber ebenfalls aus, wie Annette Nigl, eine Sprecherin der Nationalparkverwaltung in Grafenau, sagte.

Polizei bestätigt entspannte Lage in Niederbayern

Einen "Traumwintertag" erlebte dagegen Sankt Englmar im Landkreis Straubing/Bogen, wie die Leiterin der Tourist-Information, Astrid Piermeier, sagte. Dennoch waren die Parkplätze in der Region beispielsweise im Ortsteil Predigtstuhl oder am Pröller nur teilweise komplett besetzt.

Einzelne Polizeiinspektionen in Niederbayern wie zum Beispiel in Freyung oder Grafenau bestätigen, dass es in den verschiedenen Bereichen recht entspannt zuging und es kaum Probleme mit Falschparkern gab.

Ab Montag gilt "15 Kilometer-Regel" für Hotspots

Für viele war dieser Sonntag vorerst womöglich die letzte Möglichkeit für einen Ausflug Richtung Berge oder den Bayerischen Wald. Denn ab Montag dürfen Bewohner von Gebieten mit besonders hohen Corona-Zahlen einen Radius von 15 Kilometern um ihren Wohnort nur verlassen, wenn sie einen triftigen Grund dafür vorweisen können. Touristische Ausflüge zählen explizit nicht dazu.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte verstärkte Kontrollen an, etwa an Wanderer-Parkplätzen in der Voralpenregion oder im Bayerischen Wald. "Alle Unbelehrbaren müssen mit harten Sanktionen und hohen Geldbußen rechnen," so Herrmann. Bei einem Verstoß drohe ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro.

Die "15 Kilometer-Regel" gilt für Landkreise und kreisfreie Städte, die den Wert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten haben.

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