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Vor CDU-Parteitag: Im Süden wünscht man sich Geschlossenheit | BR24

© BR/Nikolaus Neumaier

Vor dem CDU-Parteitag rät die CSU-Spitze der Schwesterpartei den Personalstreit zu beenden und geschlossen auftreten. CSU-Chef Markus Söder bewertet Äußerungen von CDU-Politikern zum Zustand der Partei kritisch. Eine Analyse.

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Vor CDU-Parteitag: Im Süden wünscht man sich Geschlossenheit

Vor dem CDU-Parteitag rät die CSU-Spitze der Schwesterpartei, den Personalstreit zu beenden und geschlossen auftreten. CSU-Chef Markus Söder bewertet Äußerungen von CDU-Politikern zum Zustand der Partei kritisch. Eine Analyse.

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Beim Blick auf den CDU-Parteitag schaut Markus Söder erstmal zurück. Das, was die Grünen bei ihrem letzten Parteitag an Geschlossenheit demonstriert haben, hat den CSU-Vorsitzenden durchaus beeindruckt.

Die Grünen hätten den Eindruck hinterlassen, sie seien eine geschlossene Formation, analysiert Söder - und damit hat auch schon einen Rat für die CDU: "Eine Partei, die sich als Streittruppe präsentiert, wird keinen Erfolg, keine Attraktivität beim Wähler finden, drum wäre mein Wunsch, am Ende ein harmonisches und geschlossenes Auftreten."

Söder: Sich an Geschlossenheit der Grünen ein Beispiel nehmen

Das unterstreicht auch der CSU-Generalsekretär. Markus Blume kommentiert die vielen Wortmeldungen von CDU-Repräsentanten der letzten Tage genervt und meint: "Eine gute Analyse ist notwendig, aber sie muss stimmen und ich halte diese Selbstbespiegelung und das ständige Zaudern für falsch."

Da schwingt etwas durch, was die CSU schon länger stört.

In den Augen der CSU erscheint die CDU als Partei der Zauderer

Aus dem Blickwinkel der mächtigen Dauerregierungspartei erscheint die CDU immer öfter als eine Partei, die sich mit mageren Wahlergebnissen zufriedengibt oder schon froh ist, wenn sie stärkste Fraktion bleibt und mitregieren kann.

Darum stimmt Thomas Kreuzer, der einflussreiche CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, dem Bundesvorsitzenden der Jungen Union (JU) zu. Tilman Kuban hatte zuletzt eine "weiter-so-Haltung" kritisiert. Kreuzer nennt diese Kritik durchaus berechtigt und betont, "es darf nicht die eigene Kontur verlorengehen und es darf nicht so rüberkommen, als würde man nur um zu regieren mit jedem eine Koalition eingehen".

Söder und Kreuzer halten die CDU nicht für "inhaltlich insolvent"

CSU-Chef Söder geht dagegen etwas auf Distanz zu den Kritikern in der CDU, wie dem Fraktionschef der CDU im Landtag von Baden-Württemberg, Wolfgang Reinhart. Dessen Aussage etwa, wonach die CDU inhaltlich insolvent sei, will Söder nicht so stehen lassen. Wer sowas sagt, habe keine Ahnung. Außerdem müsse jeder sich genau überlegen, welche Interviews er gebe, mahnt Söder.

Er stellt klar, dass es trotz Fehlern in der Vergangenheit auch große Erfolge gegeben habe und knöpft sich die internen Kritiker vor: "Man kann nicht sagen, wir sind entkernt, aber weiß selber gar nicht, was der Kern sein soll."

Leises Murren über Friedrich Merz

Und dann ist da noch Friedrich Merz. Der genießt in der CSU-Spitze große Sympathie. Es gibt rege Kontakte. Doch die Äußerungen von Merz zur Großen Koalition haben Markus Söder nicht gefallen. "Ich glaube, er hat eine Menge zu sagen und beizutragen", sagt Söder und fährt fort: "Er hat auch selbst gemerkt, dass das eine oder andere Interview ein bisschen zu sportlich war, wenn ich das sagen darf."

Merz hat auch Fraktionschef Kreuzer irritiert, der große Stücke auf den möglichen Kanzlerkandidaten Merz hält. Kreuzer nennt den Tonfall nicht förderlich und sagt: "Wir müssen immer noch wissen, wer der politische Gegner ist, nämlich im grünen und rot-grünen Lager, aber was er natürlich zurecht sagt, wenn wir nicht klarer darstellen, was wir politisch wollen, dann können die Leute auch nicht mehr erkennen, wie die Stellung der CDU und der CSU ist."

Merz, Laschet und AKK als Kanzlerkandidaten vorstellbar

Doch für die CSU ist Friedrich Merz neben Annegret Kramp-Karrenbauer ein Kandidat, wenn es um die Kanzlerkandidatur geht. Auch mit NRW Ministerpräsident Armin Laschet könnte sich die CSU vielleicht arrangieren. Generalsekretär Blume nennt ihn einen erfolgreichen Ministerpräsidenten, "der sein Land sehr erfolgreich regiert in einer Koalition mit der FDP".

Doch Personaldebatten soll und wird es wohl an diesem Parteitag nicht geben und so hat Markus Söder vor allem einen Rat: Zeigt Geschlossenheit. "Meine Empfehlung am Ende: Es ist wie bei jeder Fußballmannschaft. Man muss im Team spielen und nicht gegeneinander im Team."