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Vor Abschiedsspiel: Oberaudorf enttäuscht von Schweinsteiger | BR24

© BR/Nathalie Stüben

FV Oberaudorf beim Training

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    Vor Abschiedsspiel: Oberaudorf enttäuscht von Schweinsteiger

    Schweinsteiger bekommt am Abend sein Abschiedsspiel beim FC Bayern. Der Verein verabschiedet den 34-Jährigen mit einem Spiel gegen seinen aktuellen Verein aus Chicago. In seinem Heimatdorf Oberaudorf beobachten sie das mit gemischten Gefühlen.

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    Im Ortskern von Oberaudorf säumen Häuser im oberbayerischen Stil die Straße, mit Satteldach, hölzernen Fensterläden und üppig bepflanzten Blumenkästen. Dazwischen fällt der Blick immer wieder aufs atemberaubend schöne Alpenpanorama. Hier, in dieser 5000-Seelen-Idylle ist er aufgewachsen, Bastian Schweinsteiger, der Weltmeister und Weltstar.

    In den Geschäften aber will kaum einer öffentlich über ihn sprechen. Müsse nicht sein, man wolle nicht unnötig für böses Blut sorgen. Es lässt schon erahnen, was viele hier von ihm halten. Wenn das Mikrofon dann aus ist, erzählen sie, dass er für das Dorf nichts übrig habe, dass er es nie erwähne, obwohl er hier immerhin aufgewachsen sei, obwohl seine Eltern noch immer hier leben.

    "Schweinsteiger nie zu Besuch beim FV Oberaudorf"

    Beim FV Oberaudorf, bei dem Bastian Schweinsteiger vor rund drei Jahrzehnten seine Karriere begann, kennen manche aus der 1. Herrenmansschaft "den Basti" noch aus der Schule. Andere kennen ihn nur vom Sehen, so wie Florian Haidacher:

    "Er kommt leider nicht vorbei, was wir alle sehr schade finden, weil wir sind sehr stolz auf ihn, auf das, was er geleistet hat. Das finde ich eigentlich traurig, dass er wenig für seine Heimat übrig hat." Florian Haidacher

    Talent von Schweinsteiger schon früh erkennbar

        Alois Holzmaier, Vorstand des FV Oberaudorf, ist Bastian Schweinsteiger schon als Kleinkind aufgefallen. Man habe noch nicht erkennen können, dass er so ein grandioser Fußballer wird. Aber er habe anders gespielt als die anderen Kinder, sei nicht jedem Ball hinterhergerannt, habe schon damals den Überblick gehabt. Auch er betrachtet ihn heute mit einer Mischung aus Stolz und Enttäuschung:

    "Ich will jetzt nicht allzu viel sagen. Es wäre erfreulich, wenn er mal vorbeikommen könnte. Sein Vater - also seine Familie - wohnt 500 Meter weg von hier. Die hat er häufiger besucht und da wäre es schön gewesen, wenn er hin und wieder vorbeigekommen wäre, wenn die Kinder hier trainiert haben. Aber das hat er leider nicht gemacht." Alois Holzmaier, Vorstand des FV Oberaudorf

    Was die Oberaudorfer Fußballkinder von ihm halten, zeige ein Blick auf die Trikots, die sie beim Training tragen. Der Name Schweinsteiger sei da auf kaum einem Rücken zu lesen, so Alois Holzmaier.