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Bildrechte: picture-alliance / DUMONT Bildarchiv | Johann Scheibner

Am 6. April 1945 forderten in Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt Hunderte eine kampflose Übergabe der Stadt an die Alliierten. Die Nazis wollten Gerolzhofen damals nicht aufgeben. Der "Gerolzhöfer Frauenaufstand" ging in die Stadtgeschichte ein.

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Vor 76 Jahren: "Gerolzhöfer Frauenaufstand" gegen Nazi-Befehle

Am 6. April 1945 forderten in Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt Hunderte eine kampflose Übergabe der Stadt an die Alliierten. Die Nazis wollten Gerolzhofen damals nicht aufgeben. Der "Gerolzhöfer Frauenaufstand" ging in die Stadtgeschichte ein.

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Von
  • Norbert Steiche
  • BR24 Redaktion

Kundgebung am 6. April 1945 in Gerolzhofen: Auf dem Marktplatz versammelten sich damals etwa 1.000 Frauen gegen die Nationalsozialisten. Innerhalb von Stunden hatte die Lehrerin Josefine Schmitt die Kundgebung organisiert. Das Ereignis ist als "Gerolzhöfer Frauenaufstand" in die Stadtgeschichte eingegangen. Auch heute noch erinnern Figuren am Gerolzhöfer Marktbrunnen an den Frauenaufstand von 1945.

Menge fordert kampflose Übergabe an Alliierte

An der Kundgebung vor 76 Jahren nahmen zwischen 800 und 1.000 Frauen, Kinder und auch zahlreiche, vor allem ältere Männer, teil. Die Menge forderte laut Zeitzeugenberichten lautstark die kampflose Übergabe der Stadt Gerolzhofen an die Alliierten. Zu dem Zeitpunkt der Kundgebung stand die US-Armee bereits bei Volkach im Landkreis Kitzingen, war also nur noch etwas mehr als zehn Kilometer von Gerolzhofen entfernt.

Nazis verhängen Todesurteile gegen mehrere Menschen

Für die kampflose Übergabe an die alliierten Truppen sollten zum äußeren Zeichen weiße Fahnen gehisst werden, so die Forderung rund um den Frauenaufstand. Die Parteileitung der NSDAP reagierte darauf mit Gewalt: Gegen mehrere Menschen wurden per Standgericht Todesurteile verhängt. Es wurde jedoch mit viel Glück keines der Todesurteile vollstreckt.

Theaterstück zum "Gerolzhöfer Frauenaufstand"

1939 zählte die Stadt Gerolzhofen rund 3.400 Einwohner. Bis auf wenige Bombenschäden weit vor dem 6. April 1945 gab es in Gerolzhofen keine Zerstörung. Um an den mutigen Widerstand der Frauen zu erinnern, wurde 2015 unter dem Titel "Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen" ein Freilichttheaterstück am Originalschauplatz, dem Marktplatz in Gerolzhofen, aufgeführt. Zu mehreren Aufführungen kamen etwa 4.000 Besucher.

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