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Vor 75 Jahren: Merkendorfs Frauen stellen sich gegen die Nazis | BR24

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Am 8. Mai vor 75 Jahren endet der 2. Weltkrieg. Vorher durchlebt auch Franken schicksalhafte Wochen. Die Nazis geben Merkendorf (Lkr. Ansbach) nicht auf. Um das Gemetzel zu beenden, stellen sich Mitte April 1945 deutsche Frauen gegen die Soldaten.

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Vor 75 Jahren: Merkendorfs Frauen stellen sich gegen die Nazis

Am 8. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg. Vorher durchlebte auch Franken schicksalhafte Wochen. Die Nazis wollten Merkendorf (Lkr. Ansbach) nicht aufgeben. Um die Kämpfe zu beenden, stellten sich Mitte April deutsche Frauen gegen die Soldaten.

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Von
  • Ferdinand Seiter
  • Stephanie Stauss

Um Merkendorf im Landkreis Ansbach tobt 1945 eine heftige Schlacht. Die SS hat das Feuer eröffnet und will das Städtchen um jeden Preis halten. Die Amerikaner antworten mit schwerem Geschütz, die Bewohner flüchten in ihre Keller.

Die SS schießt auf Merkendorfer

Die Amerikaner nehmen Merkendorf schließlich ein, doch in der Nacht kehren die Deutschen zurück – sie wollen nicht aufgeben. Bei den heftigen Kämpfen stehen Bewohner wie Maria Renner mitten im Kreuzfeuer.

"Überall, wo Panzer gestanden sind, haben sie Panzerfäuste geworfen. Wir sind dann zu unserem Nachbar rein und dort ist mein Vater dann gestorben, weil er einen Lungenschuss gehabt hat. Wir sind verletzt gewesen, weil sie auf uns auch geschossen haben. Das waren die eigenen Leute." Maria Renner, Zeitzeugin

Frauen protestieren gegen sinnlose Gewalt

Um die Kämpfe zu stoppen, versammeln sich rund 150 Frauen und besetzen die Panzersperren. Dabei setzen sie ihr Leben aufs Spiel. Die Frauen, die den Protest überleben, werden später von der Gestapo verfolgt. Die Merkendorferin Maria Krug berichtet, die SS scheue sich nicht davor, auch eine deutsche Mutter zu erschießen.

Gewalt und Verfolgung auch in Bad Windsheim

Auch in anderen Städten protestieren Frauen gegen die Kämpfe und müssen sich dann vor der Gestapo verantworten. Anni Schunk ist 28 Jahre alt und wird nach einer Demonstration zum Verhör abgeholt.

"Die wollten, dass ich Namen sagen soll. Der Reinbrecht hat mich zusammengebrüllt, das war grausam." Anni Schunk, Zeitzeugin

Verraten von den eigenen Leuten

Anni Schunk lässt sich nicht einschüchtern und verrät keine Namen. Stadkommandant Reinbrecht lässt nach dem erfolglosen Verhör jedoch nicht locker und schickt seine Soldaten zu ihr nach Hause. Anni Schunk ist da längst geflohen und entgeht knapp dem Tod. Heute ist Anni Schunk 88 Jahre alt. Wer sie damals verraten hat, weiß sie bis heute nicht.

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