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Vor 60 Jahren ging Deutschlands erstes Atomkraftwerk in Betrieb | BR24

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Bildrechte: AEG Frankfurt RWE-Archiv

Am 13. November 1960 ging das erste deutsche Atomkraftwerk in Kahl am Main bei Aschaffenburg in Betrieb. Damals war es ein Pionierprojekt für die neue Technologie. Heute ist Gras über das Areal gewachsen.

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Vor 60 Jahren ging Deutschlands erstes Atomkraftwerk in Betrieb

Am 13. November 1960 ging das erste deutsche Atomkraftwerk in Kahl am Main bei Aschaffenburg in Betrieb. Damals war es ein Pionierprojekt für die neue Technologie. Heute ist Gras über das Areal gewachsen.

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  • Carol Lupu

Es war das erste deutsche Kernkraftwerk, direkt an der Grenze zu Hessen am Main gelegen. Am 13. November 1960 ging das Versuchs-Atom-Kraftwerk Kahl (VAK) in Betrieb. Ein Jahr später, am 17. Juni 1961, hat das VAK das erste Mal Strom in das öffentliche Stromnetz gespeist. Heute gehört das ehemalige Kraftwerk-Gelände zur Gemeinde Karlstein. Wie der dortige Bürgermeister Peter Kreß (FDP) sagt, sei das VAK damals das Pionierprojekt gewesen und hätte der Region bis heute Arbeitsplätze und eine breit angelegte Wirtschaft verschafft.

Leistungskraft von zwei Windmühlen

Das Kernkraftwerk in Kahl am Main stand in der technischen Nachfolge zum 24-MW-Kernkraftwerk Vallecitos der General Electric, das 1957 in Kalifornien seinen kommerziellen Betrieb aufgenommen hatte. Die Leistungskraft betrug damals "das, was heute zwei Windmühlen hinbekommen", sagt der ehemalige technische Leiter des Reaktors, Werner Reiter. Er selbst sieht sich als Pionier in dieser Branche. Der Niedergang kam mit den Unfällen in Harrisburg und in Tschernobyl. "Wir wussten nicht mal, wo Harrisburg lag, aber es war eine Kernschmelze", sagt der Pionier von Kahl.

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Vor 60 Jahren ging das Versuchsatomkraftwerk Kahl am Main als erstes Atomkraftwerk in der Bunderepublik Deutschland in Betrieb. Nach über 25 Jahren wurde es 1985 stillgelegt und vollständig rückgebaut.

Atomkraftwerk nach 25 Jahren stillgelegt

Der Bund Naturschutz kritisierte seit seiner Gründung Atomkraft und so zählten sie akribisch die Störfälle in den AKWs. 90 Defekte soll es in Kahl gegeben haben, einige davon sollen ernsthaft gewesen sein. Nach 25 Jahren wurde das VAK dann 1985 stillgelegt. Ein Jahr später haben die Verantwortlichen den Rückbau vorbereitet, 1988 begannen die ersten Bauarbeiten. Im Jahr 2005 wurde die Kuppel geschleift. Damals kamen zur Pilotarbeit ferngesteuerte Kleinbagger zum Einsatz.

Kostspieliger Rückbau der Anlage

Der Abriss dauerte länger als der Betrieb und kostete mit 150 Millionen Euro mehr als der Aufbau. 2008 waren die Rückbauarbeiten des Reaktorgebäudes vollständig abgeschlossen. Alle übrigen Gebäude wurden 2010 abgerissen. Das VAK Kahl ist damit der erste Standort in Deutschland, an dem ein Kernkraftwerk vollständig beseitigt wurde. Bei der Bildung der Gemeinde Karlstein aus Orten Dettingen am Main und Großwelzheim im Jahr 1975 wurde wegen des Kernkraftwerks das Atomsymbol in das neu geschaffene Gemeindewappen aufgenommen.

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Wo früher der Versuchsreaktor stand, ist heute grüne Wiese.

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