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Von wegen Schnee: Kopfschütteln über schulfreien Montag | BR24

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© dpa-Bildfunk / Lino Mirgeler

Schulfrei in vielen Landkreisen im südlichen Bayern

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Von wegen Schnee: Kopfschütteln über schulfreien Montag

Bei Eltern und auch Lehrern hat die Entscheidung etlicher Landratsämter, auch heute die Schule ausfallen zu lassen, für Unverständnis gesorgt. Denn vielerorts war ein Großteil des Schnees am Vormittag schon wieder weggetaut – oder zumindest geräumt.

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Unmut oder zumindest Kopfschütteln kommt vor allem aus den Städten und größeren Gemeinden, die nicht in den Landkreisen liegen, in denen der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Dort hat sich die Situation übers Wochenende deutlich entspannt. Auf der BR24-Facebookseite finden sich einige kritische Kommentare:

"In Herrsching liegt keine Flocke Schnee auf der Straße oder auf den Bäumen. Also wirklich verstehen kann ich das nicht. Wir hatten früher härtere Winter, kann mich nicht erinnern, dass wir deshalb zu Hause bleiben durften." Cornelia Bäumker auf Facebook

Auch diese Leserin aus Rosenheim ist verwundert:

"In der Stadt Rosenheim ist der Schnee fast komplett weg. Verstehe wer will, warum hier die Schule ausfällt. Im Landkreis sieht es teilweise anders aus, keine Frage." Julia Schauberger auf Facebook

Planungssicherheit für die Eltern

Im Landkreis München hat sich die Schnee-Situation erheblich gebessert. Deshalb ist dort das Unverständnis über die Entscheidung zum "schneefrei" besonders groß. "Dass heute noch die Schule ausfällt, ist unserer Meinung nach unverhältnismäßig", so beispielsweise eine Lehrerin aus dem nördlichen Landkreis München, die nicht namentlich zitiert werden möchte.

Allerdings ist die Lage nicht überall besser geworden, vor allem im Süden, so die Pressesprecherin des Landratsamtes München. Außerdem wurde die Entscheidung, heute die Schulen noch geschlossen zu lassen, schon am Freitag getroffen.

“Auf der Grundlage vom Freitag sah es nach einer Dramatisierung der Lage aus. Außerdem sollte den Eltern Planungssicherheit gegeben werden. Die Situation hat sich ja erst im Lauf des Sonntags entspannt." Christine Spiegel, Pressesprecherin Landratsamt München

Im Norden von München sei dann aber gar nicht eingetroffen, was vorhergesagt war, so Spiegel. Und im Süden des Landkreises seien indes die Feuerwehren noch das ganze Wochenende damit beschäftigt gewesen, Dächer frei zu schaufeln.

Lage in Städten anders als auf dem Land

Auch im Landkreis Deggendorf ist die Situation noch sehr uneinheitlich. Während es in der Stadt "harmlos" aussehe, so die Pressesprecherin des Landratsamtes, seien außerhalb die Schulwege noch gefährlich – vor allem nördlich der Stadt.

"Im Norden des Landkreises waren am Morgen noch etliche Straßen gesperrt, da Bäume in die Straßen gekracht sind. Außerdem besteht immer noch die Gefahr, dass weitere Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen." Irene Stern, Pressesprecherin Landratsamt Deggendorf

Viele Schüler des Landkreises kommen aus den umliegenden Regionen in die Stadt. Die könnten über die gesperrten Straßen gar nicht in die Stadt gelangen. "Wenn da was passiert …" , so Stern.

Lehrerverband sieht Unterrichtsausfall allerdings entspannt

Der Philologenverband betont ebenfalls, die Sicherheit der Schüler auf dem Weg zum Unterricht gehe vor. Dabei sei es auch entscheidend, dass in den Regionen einheitlich entschieden werde, also nicht von Schule zu Schule die Lage getrennt bewertet werde, so Pressereferent Benedikt Karl.

Ähnlich wie Kultusminister Piazolo vergangene Woche im Bayerischen Rundfunk, erwartet er durch die Unterrichtsausfälle keine "großen Wissenslücken" bei den Schülern. Die Lehrer seien in der Lage, mit der Situation umzugehen, so Karl.

"Auch zwei Wochen Schulausfall können aufgefangen werden. Dann muss man halt Abstriche zum Beispiel beim Üben und Vertiefen machen oder bei fächerübergreifenden Projekten." Benedikt Karl, Pressereferent Bayerischer Philologenverband

Nur 28 der 38 Schulwochen eines Jahres seien für die fest vorgeschriebenen Inhalte des Lehrplans verplant. Für die restlichen zehn Wochen sei ausdrücklich ein Gestaltungsfreiraum vorgesehen. Der könne, so Karl, genutzt werden, um Stoff zu vertiefen, nachhaltig zu lernen, Studienfahrten zu machen oder auch fächerübergreifend zu arbeiten.