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Von wegen Manege frei: Kinder-Circus in Not | BR24

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Woche für Woche werden die Corona-bedingten Vorschriften in Bayern mehr gelockert. Doch vor allem Kultur-Institutionen leiden immer noch. So auch der Circus Luna im unterfränkischen Langendorf.

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Von wegen Manege frei: Kinder-Circus in Not

Normalerweise können Kinder bei Familie Bethäuser in Langendorf in Unterfranken Circus-Luft schnuppern. Ob als Clown oder Artist: Peter Bethäuser bietet Camps für Kinder an. Doch die Corona-Pandemie hat auch ihn und seinen Circus Luna getroffen.

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Von
  • Franziska Drexler

Seit rund drei Monaten ist der Kostüm-Fundus des Circus Luna unangetastet. "Normalerweise würde ich jedes Wochenende mit dem Livree als Circus-Direktor in der Manege stehen, würde das Programm ansagen", sagt Peter Bethäuser. Stattdessen wird der Alltag von ihm und seiner Frau Claudia momentan von Reparatur- und Reinigungsarbeiten bestimmt.

Die Zeltstadt musste weichen

Genauso wie andere kulturelle Einrichtungen musste der Circus Luna wegen der Corona-Pandemie schließen. Anstatt der großen Zeltstadt steht auf dem Anwesen in Langendorf momentan lediglich ein kleines Behelfszelt. Zwar darf Bethäuser mittlerweile kleine Gruppen wieder unterrichten – ein reguläres Training ist mit Mindestabstand aber nicht möglich.

Die Sehnsucht ist groß

50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählt Peter Bethäuser normalerweise pro Trainings-Camp. Die Sehnsucht der Kinder nach der Manege ist groß. Immer wieder fahren sie an dem Anwesen vorbei, hoffen darauf, dass der Circus bald wieder öffnen kann. "Die Kinder, die mussten jetzt quasi drei Monate lang immer vor dem Computer sitzen. Das ist genau das Gegenteil von selber was mit eigenen Sinnen tun. Und deshalb haben die Kinder am meisten von allen Bevölkerungskreisen eigentlich da Einschränkungen erfahren", äußert sich Peter Bethäuser.

Vom Artisten zum Zimmermann

Peter Bethäusers Sohn Leonid sorgt eigentlich als Artist für stockenden Atem bei den Zuschauern. Der junge Mann ist in ganz Deutschland gebucht. Jetzt musste er seinen Beruf erst einmal an den Nagel hängen. Wegen Corona gibt es keine Aufträge mehr. Der junge Mann arbeitet jetzt bei einem Zimmermann. Wann er die Säge wieder gegen das Trapez tauschen kann, ist ungewiss.

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