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Für mehr Bewegung in der Schule: Von Neudrossenfeld nach Rom | BR24

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Haben noch einen langen Weg vor sich: die Schüler aus Neudrossenfeld.

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Für mehr Bewegung in der Schule: Von Neudrossenfeld nach Rom

Alle Wege führen nach Rom – auch von Neudrossenfeld im Landkreis Kulmbach aus. Die dortige Schule macht sich gemeinschaftlich zu Fuß auf den Weg zum Vatikan. Zwar nur virtuell, aber die Bewegung ist real und sorgt für Abwechslung in Pandemiezeiten.

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Von
  • Kristina Kreutzer

Der Pausenhof der Friedrich-von-Ellrodt-Schule in Neudrossenfeld ist verwaist. Auch in den Gängen und Klassenzimmern der Grund-und Mittelschule sitzen kaum Schüler. "Es fühlt sich nicht an wie Schule. Es ist ein komisches Gefühl und das schon seit Dezember", sagt Schulleiter Michael Zeitler. Das Homeschooling klappe zwar, der Kontakt zu den Klassen sei da, aber künstlerische Fächer und Sport kämen leider zu kurz, so Zeitler. Und genau deshalb läuft die Schulfamilie noch bis Ostern gemeinsam nach Rom.

Neudrossenfeld: Reale Bewegung auf virtuellem Weg

Die Lehrkräfte der Neudrossenfelder Schule wollen sich ganzheitlich um die Kinder bemühen – also nicht nur um den Kopf, sondern auch um den Körper. Bewegung und Sonnenlicht in der Natur sollen die Kinder bekommen.

"Man kann den Schülern sagen: geht raus und bewegt euch. Das wird aber nicht passieren. Darum braucht es einen Wettbewerb!" Michael Zeitler, Schulleiter

Und so entstand die Idee für einen schulinternen Wettbewerb. Da ja bekanntlich alle Wege nach Rom führen, gibt es auch einen von Neudrossenfeld aus. 1.137 Kilometer lang ist er. Und gelaufen wird er gemeinschaftlich bis Ostern von allen Klassen und Lehrkräften. Der virtuelle Weg führt über den Brenner, am Gardasee und Florenz vorbei bis hin zum Vatikan. Der reale Weg ist direkt vor der Haustür, im Fichtelgebirge oder Fränkischen Schweiz.

Jeder Meter nach Rom zählt für die ganze Schulklasse

Wer unterwegs ist, ob mit Familie, Hund, Freund oder Freundin oder auch alleine, schickt seine gelaufenen Meter an die Klassenleitung. Und dann wird immer wieder neu zusammengerechnet. Auf einer Karte, die online abrufbar ist, können alle sehen, welche Klasse gerade wo ist. Im Schnitt müssten es bis Ostern 50 Kilometer pro Kopf sein.

"Wir hoffen, dass so das Immunsystem gestärkt wird. Die Kinder gut gelaunt und nicht verängstigt sind, wenn wir hoffentlich irgendwann da weitermachen können, wo wir aufgehört haben." Michael Zeitler, Schulleiter

Gerade in der jetzigen Zeit – ohne Klassenverband und ohne gemeinsamen Unterricht – sei ist es wichtig, dass die Kinder an die Luft gehen - und das gerne und freiwillig. So ein kleiner Wettbewerb wirke dabei unglaublich motivierend, sagt auch Heiko Gnamm, Jugendsozialarbeiter an der Neudrossenfelder Grund- und Mittelschule. "So eine Herausforderung ist für alle bereichernd und sorgt für Abwechslung zu den eigenen vier Wänden. Das ist ganz wichtig aktuell", so der Pädagoge.

Schulleiter will andere Schüler ermutigen

Bis nach Rom schaffen es vermutlich fast alle Klassen der Neudrossenfelder Schule. Vor Ostern gibt es für sie eine kleine kulinarische Überraschung. Das Fazit der Schulleitung fällt schon jetzt positiv aus. Ein großer Wunsch von Michael Zeitler wäre, dass die Idee von mehr Schulen nachgemacht werde. "Die Umsetzung ist ganz einfach und unkompliziert. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit bei uns melden", so Zeitler.

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