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Von der Außenwelt abgeschnitten: Buchenhöhe versinkt im Schnee | BR24

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In Bayern schneit es weiter, eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. Nun ist der zweite Ort in Oberbayern von der Außenwelt abgeschnitten, nämlich der Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe.

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Von der Außenwelt abgeschnitten: Buchenhöhe versinkt im Schnee

Blockierte Straßen und Zugstrecken, Schulausfälle, bedrohlich schneebeladene Dächer: Eine Entspannung der Wetterlage im Voralpenland ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. Nach der Gemeinde Jachenau ist nun auch Buchenhöhe eingeschneit.

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Die 350 Bewohner des Berchtesgadener Ortsteils Buchenhöhe am Obersalzberg müssen weiter ausharren. Sie sind eingeschneit, die einzige Zufahrtsstraße ist gesperrt. Versorgt werden die Bewohner von der Bundeswehr, denn nur mit schweren Militärfahrzeugen gelangt man derzeit noch dorthin. Andreas Heske-Bassgang wohnt seit zehn Jahren in Buchenhöhe. So etwas hat er noch nicht erlebt.

"Wir kommen hier nicht weg. Wir haben Ausnahmezustand. Es ist alles gesperrt. Die Panzer sind da, um die Bäume zu räumen, damit wir bisschen Nahrung mit dem LKW hochbekommen. Momentan sieht es hier sehr sehr eng aus." Andreas Heske-Bassgang

Auch die Gemeinde Jachenau ist völlig eingeschneit

Die Gemeinde Jachenau im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist seit Samstag nur noch über einen Notweg am Ufer des Walchensees zu erreichen. Unklar ist, wie lange dieser noch befahren werden kann. Weil es permanent schneit, könnte sich die Situation dort weiter verschärfen. Am Mittwoch brachte die Feuerwehr mit einem Transporter Lebensmittel und Hygieneartikel in die Jachenau. Laut dem Förster Hans Bierling ist die Versorgung geklärt. Er lobt die Zusammenarbeit, die Stimmung im Ort sei relativ gelassen.

Hausbesitzer sollen Dächer vom Schnee befreien

Nicht nur in der Jachenau haben die Behörden Hausbesitzer aufgefordert, ihre Dächer vom Schnee zu befreien. Weitere Schneefälle sind angekündigt und wenn die zulässige Schneelast überschritten ist, könne es zu spät sein, so die Warnung. Bei Bedarf können Gebäudesachverständige zur Begutachtung herangezogen werden.

"Ich sollte mir hier wirklich fachmännische Beratung holen und auf keinen Fall, wenn ich unsicher bin, selber räumen, sondern das vom Fachmann machen lassen" Rainer Weiskirchen vom TÜV Rheinland.

Katastrophenfall im Landkreis Miesbach

Im Landkreis Miesbach gilt bereits seit Montag der Katastrophenfall. Nach anhaltenden Schneefällen hatte sich die Lage am Mittwoch erneut verschärft. Lastwagen hingen fest, Autos rutschten in Leitplanken, Dächer mussten freigeschaufelt werden. Bis zum Ende der Wochen haben Kinder im gesamten Landkreis auf jeden Fall noch schulfrei.

Schulausfälle in Südbayern

Unterrichtsausfälle gibt es nach wie vor in vielen Schulen in Südbayern. Wie auch zur Schule kommen, schließlich gibt es auf den Straßen und im öffentlichen Nahverkehr weiterhin Probleme. Vor allem auf den Bahnstrecken in den bayerischen Hochlagen hat sich der viele Neuschnee auf Schienen und Weichen festgesetzt. In Schaftlach im Landkreis Miesbach sind am Mittwoch Fahrgäste gestrandet.

"Erst mal wussten wir nicht genau; ob wir wirklich losfahren können. Dann sind wir von Tegernsee aus gestartet. Es hieß dann in Schaftlach: umsteigen. Dann waren wir kurz vor Gmund. In Gmund hieß es dann: Halt, wir fahren wieder zurück. Das hat sich dann aber nicht bewahrheitet. Dann sind wir doch nach Schaftlach gefahren, und jetzt sitzen wir hier. Wir warten auf den Bus, also Schienenersatzverkehr. Vielleicht gibt es jetzt doch noch eine Möglich mit der BOB weiterzufahren", berichtet Sabine Brüne, eine Bahnreisende.

Gesperrte Zugstrecken und Unfälle

Die bayerische Oberlandbahn kündigte bereits am Mittwochabend an, dass südlich von Holzkirchen am Donnerstag noch keine Züge fahren werden. Die Strecke Peißenberg-Schongau soll den ganzen Tag gesperrt bleiben. Und wegen Lawinengefahr in Tirol fahren auch zwischen Mittenwald und Innsbruck weiterhin keine Züge.

Wer aufs Auto ausweichen möchte, sollte äußerst vorsichtig fahren. In weiten Teilen des Freistaats kamen viele Fahrzeuge von der Straße ab oder blieben an schneebedeckten Steigungen hängen. Bei zwei Unfällen mit Schulbussen im Berchtesgadener Land und in Herrieden in Mittelfranken wurden insgesamt 17 Kinder leicht verletzt.

Schneefälle halten weiter an

Laut Deutschem Wetterdienst ist bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum mit Schnee zu rechnen. Eine Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag. Am Nebelhorn in Oberstdorf sind vorsorglich Lawinen abgesprengt worden. Dort gab es mehr als 30 Zentimeter Neuschnee. In den bayerischen Alpen gilt inzwischen überall die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Skifahrer sollten sich nur auf präparierten Pisten bewegen. Abzuwarten bleibt, wo überhaupt Lifte fahren.